Zum Auftakt der IAA: Deutsche Autobauer im Aufbruch

Zum Auftakt der IAA: Deutsche Autobauer im Aufbruch

Mittwoch, 19. September 2018Lesezeit: 5 Minuten

Am Donnerstag startet die 67. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) unter dem Motto „Driving tomorrow“. Dazu berichten Deutsche Autobauer Positives - trotz politischer und wirtschaftlicher Risiken .

Die IAA zeigt die Nutzfahrzeugbranche im Aufbruch – unter dem Motto «Driving tomorrow»

Am Donnerstag startet die 67. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Hannover – die weltweit wichtigste Leitmesse für Transport, Logistik und Mobilität. Diese steht unter dem Motto „Driving tomorrow“. Damit wird ausgedrückt, dass die Branche sich den großen Herausforderungen der Zukunft stellt: Digitalisierung, Vernetzung, automatisiertes Fahren und Elektromobilität. Zudem beschäftigt sich die Automobilindustrie mit zentralen Fragen der urbanen Logistik und Mobilität: Die Unternehmen (Hersteller von schweren Lkw und Transportern, von Trailern, von Bussen und Spezialfahrzeugen sowie die Zulieferer) bereiten sich intensiv auf diese Transformation vor. Die internationalen Nutzfahrzeugmärkte (über 6 t) präsentieren sich für diese IAA in guter Verfassung, sie haben im bisherigen Jahresverlauf (Januar-Juli 2018) zugelegt – trotz der weltweit zu beobachtenden politischen Risiken. Doch in Deutschland und Europa floriert durch den Online-Handel das Transportergeschäft, berichtete die IAA in seiner Pressemitteilung.

Auch der europäische Autoherstellerverband berichtet Positives: In den ersten acht Monaten des Jahres 2018 stiegen die Pkw-Zulassungen trotz Dieselkrise in der gesamten EU um 6,1% auf 10,8 Mio. Einheiten ggü. des Vorjahres, was vor allem auf die ungewöhnlich starke Entwicklung in den Sommermonaten zurückzuführen ist.

Volkswagen stellt Lastwagensparte unter den Namen «Traton» neu auf

Zum Auftakt der IAA für Nutzfahrzeuge hat VW seine Nutzfahrzeugsparte unter dem Namen Traton neu aufgestellt. Der Aufsichtsrat hatte bereits einen wichtigen Schritt in Richtung Börse beschlossen: Traton wird zum Jahresende seine Rechtsform ändern und wird von einer AG in eine SE umgewandelt – eine wichtige rechtliche Voraussetzung, um einen potenziellen Börsengang möglichst schnell zu vollziehen. Doch beim Thema Börsengang hält sich Vorstandschef Renschler zurück. Denn ein Börsengang birgt auch Risiken: Dazu zählen der Zollstreit zwischen China und den USA und neben Traton gibt es zudem auch Börsenpläne für die Lkw-Sparte von Daimler und für Iveco aus dem Fiat-Chrysler-Konzern.

Weltweit erwirtschaftete das Nutzfahrzeuggeschäft im Jahr 2017 EUR 24 Mrd. Umsatz, der Rivale Daimler kam auf EUR 36 Mrd. Die Tochterunternehmen MAN und Scania sind Marktführer in Deutschland, Europa und Brasilien, jedoch vergleichsweise schwach in Nordamerika und Asien. Traton produziert jährlich 422,000 Lastwagen. Als Ziel hat sich die VW-Nutzfahrzeugsparte eine operative Rendite von 9% gesetzt, 2017 waren es bereits 6,9%. Bei Daimler waren es im 1. Halbjahr 2018 ca. 6,7%, berichtete das Handelsblatt.

Porsche stockt sein Venture-Beteiligungskapital auf

Der Sportwagenbauer will in innovative Start-ups investieren – auch in Start-ups, die die Blockchain-Technologie als Sicherheitstechnik verwenden. Mit EUR 100 Mio. hat sich der Konzern in den vergangenen zwei Jahren an sechs jungen Unternehmen direkt und an vier über Venture-Capital-Fonds beteiligt. Die Investitionssumme für Venture-Capital-Aktivitäten soll nun um EUR 150 Mio. erhöht werden. Konkurrenten wie BMW und Daimler, und auch große Zulieferer (Bosch) sind bereits seit Jahren auf dem Beteiligungsmarkt aktiv. Bosch etwa hat bereits EUR 450 Mio. in den vergangenen 10 Jahren investiert und denkt ebenfalls an eine weitere Aufstockung.

Porsches erstes Elektroauto wird unter dem Namen Taycan mit über 600 PS im Jahr 2019 auf den Markt kommen. Porsche zählt zu den weltweit rentabelsten Autoherstellern. Mit einer Umsatzrendite von 17,5% liegt Porsche über dem Ziel von 15%. Etwa EUR 12,3 Mrd. hat Porsche im 1. Halbjahr 2018 umgesetzt. Das ist ein Anstieg um 4% im Vergleich zum 1. Halbjahr 2017.

Daimler: Absatz- und Ertragsrekorde in der LKW-Sparte

Aufgrund der guten Konjunktur erfährt die Lkw-Sparte von Daimler derzeit Absatz- und Ertragsrekorde. Trotz der Abschottungstendenzen in den USA im 1. Halbjahr rechnet die Lkw-Sparte mit einem Rekordjahr 2018. „Wir werden auf das Gesamtjahr gesehen, sowohl was Menge als auch Ertrag angeht, deutlich über Vorjahr sein – es wird definitiv das beste Jahr unserer Geschichte“, sagte der Chef von Daimler Trucks, Martin Daum. In Summe überlagere die derzeit gute Konjunktur alle Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft.

Zudem übertraf Mercedes Benz in diesem Jahr die 1,5 Millionen Marke beim Absatz bereits nach 8 Monaten: Der Autobauer hat seit Jahresbeginn 1.512.268 Fahrzeuge an Kunden weltweit ausgeliefert und damit einen neuen Höchstwert erzielt. Noch nie zuvor in der Unternehmensgeschichte wurde der Verkauf von 1,5 Millionen Pkw innerhalb eines Jahres früher erreicht. Im August 2018 setzte Daimler weltweit 155.918 Fahrzeuge ab und markierte aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage den 30. Monat in Folge mit einem weltweiten Absatz über 150.000 Pkw, berichtete der Autobauer.

BMW: Leichte Absatzsteigerung trotz Herausforderungen

Laut Pressemitteilung hat die BMW Group hingegen im August 2018 weltweit insgesamt 173.454 BMW, MINI und Rolls-Royce Fahrzeuge abgesetzt. Das entspricht einer Steigerung um 2,1% im Jahresvergleich. In den ersten 8 Monaten dieses Jahres legten die Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,6% zu mit 1.597.021 verkauften Pkws. „Trotz äußerst wettbewerbsintensiver Bedingungen in einigen Märkten hat die BMW Group sowohl im Berichtsmonat als auch seit Jahresbeginn ein leichtes Absatzplus erzielt“, erklärte Pieter Nota, Mitglied des Vorstands. Der Absatz von Elektrofahrzeugen verzeichnete Wachstum um mehr als 60% im Vergleich zum August 2017. Asien bleibt hierbei der Hauptwachstumstreiber.

Die Automobil-Aktien im Überblick

Die Volkswagen Aktie wird aktuell bei EUR 147,60 (19.09.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 185,50 (22.01.2018), das Jahrestief bei EUR 134,00 (07.09.2018). Bei Bloomberg setzen 9 Analysten die Aktie auf Kaufen, kein Analyst auf Halten und ein Analyst auf Verkaufen. Der Durchschnitt der Analysten setzt aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 195,14.

Die Porsche Aktie wird aktuell bei EUR 57,54 (19.09.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 76,91 (22.01.2018), das Jahrestief bei EUR 51,36 (19.09.2017). Bei Bloomberg setzen 11 Analysten die Aktie auf Kaufen, 6 auf Halten und ein Analyst auf Verkaufen. Der Durchschnitt der Analysten setzt aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 81,38.

Die Daimler Aktie wird aktuell bei EUR 56,17 (19.09.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 71,90 (23.01.2018), das Jahrestief bei EUR 54,25 (11.09.2018). Bei Bloomberg setzen 14 Analysten die Aktie auf Kaufen, 13 auf Halten und 6 auf Verkaufen. Der Durchschnitt der Analysten setzt aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 68,07.

Die BMW Aktie wird aktuell bei EUR 82,90 (19.09.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 99,40 (22.01.2018), das Jahrestief bei EUR 77,77 (29.06.2018). Bei Bloomberg setzen 12 Analysten die Aktie auf Kaufen, 20 auf Halten und 3 auf Verkaufen. Der Durchschnitt der Analysten setzt aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 95,72.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischer, branchenspezifischer und ökonomischer Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

 

Wichtige Risiken:
Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Rechtliche Hinweise
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust. Anleger sollten in jedem Fall beachten, dass vergangene Wertentwicklungen und/oder Analystenmeinungen kein hinreichender Indikator für künftige Wertentwicklungen sind. Die Wertentwicklung der Basiswerte hängt von einer Vielzahl wirtschaftlicher, unternehmerischer und politischer Faktoren ab, die bei der Bildung einer Markterwartung berücksichtigt werden sollten.

Allein maßgeblich sind die jeweiligen Wertpapierprospekte, die beim jeweiligen Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, bzw. HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Königsallee 21/23, D-40212 Düsseldorf, kostenlos erhältlich bzw. im Internet unter www.vontobel-zertifikate.de bzw. www.hsbc-zertifikate.de zum Download verfügbar sind. Anleger werden gebeten, die bestehenden Verkaufsbeschränkungen zu beachten.
17.07.2019 04:54:50

 
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