Walt Disney im Kampf mit Netflix

Walt Disney im Kampf mit Netflix

Dienstag, 20. August 2019Lesezeit: 5 Minuten

Bereits 2017 gab Walt Disney bekannt den Streamingdienst Disney+ aufzubauen und sagte Netflix den Kampf an. Den Aufbau der eigenen digitalen Infrastruktur und Inhaltsbibliothek lässt Disney sich viel Geld kosten. Ende diesen Jahres wird der Streamingdienst auf den US Markt gebracht. Die Frage, kann sich Disney gegen Marktführer Netflix durchsetzen?

 

Nach der Vorstellung des neuen Videostreaming-Dienstes von Apple im März diesen Jahres, präsentierte im vergangenen April auch Walt Disney seinen Streamingdienst Disney+. Seit der Ankündigung von Disney+ erklärte Bob Iger, der CEO von Disney, den Streamingdienst zur obersten Priorität. Somit setzt Iger die Zukunft von Disney auf den Kampf mit führenden Technologiekonzernen, allen voran Netflix, deren Kräfte er entschlossen ist entgegenwirken zu können. Dies könnte eine neue Ära für das, laut Financial Times, weltweit größte traditionelle Medienunternehmen einleiten. Der erste Grundbaustein in der Entwicklung zu einem Streamingdienstanbieter wäre mit Disney+ zumindest gelegt.

Mit Disney+ sollen die Fans von Disneys beliebten Produktionen angesprochen werden. Diese umfassen Pixar, Marvel, Star Wars und National Geographic, wie sie anfangs auf dem Streamingdienst gruppiert werden sollen. Mit dem Markteintritt werden diese Inhalte nicht länger auf Netflix verfügbar sein, wodurch dem Marktführer im Streamingbereich, mit derzeit mehr als 151 Mio. Abonnenten, Umsatztreiber verloren gehen. Bereits im Vorfeld zum Start der neuen Streamingdienste unter anderem von Disney und Apple, konnte Netflix zuletzt nicht mit seinen Quartalszahlen überzeugen. Sorgen bereitete Netflix Anlegern, neben dem verfehlten Zuwachsziel in der Zahl der Abonnenten, der erstmalige Rückgang in Höhe von 130‘000 Abonnenten im US Markt. Dieser einmalige Rückgang muss noch nicht beunruhigen, zumal die Gebühren für die Nutzung von Netflix in den USA um 18% stiegen und der Gewinn die Erwartungen leicht übertraf.  

Wie wird sich Walt Disney gegen Netflix durchsetzen können?

Iger verfolgt hohe Ziele mit Disney+. Das Unternehmen erwartet bis 2024 zwischen 60 bis 90 Millionen Abonnenten zu erlangen. Bis 2020 würde Disney+ mehr als 500 Filme und 75.000 Fernsehepisoden anbieten. Auszeichnen soll sich der Streamingdienst, laut Iger, durch mehr Qualität statt Quantität. Binge-Watching (das Schauen von mehreren Folgen einer Fernsehserie am Stück) ist bei Netflix zu einem großen Problem geworden, da das Unternehmen nicht mit der Produktion von eigenen Inhalten hinterherkommt und die Qualität teilweise auf der Strecke bleibt. Netflix, dessen Geschäftsmodell auf hohem Abonnentenzuwachs beruht und sich aus Kreditaufnahmen finanziert, muss die Balance zwischen höheren Preisen und einem Abonnentenzuwachs finden.

Der Zuschauerschwund bei Netflix im letzten Quartal stärkt die Hoffnungen von Anlegern, dass es Disney gelingen könnte, im Streaming-Business Erfolg zu haben. Der Einstiegspreis von Disney+ wird bei USD 7 liegen, was fast der Hälfte von dem Preis entspricht, der von Netflix aufgerufen wird. Zusätzlich werden Hulu und ESPN+ im Bündel mit Disney+ für USD 13 angeboten. Mit diesen Preisen geht Walt Disney davon aus, dass Disney+ erstmals im Fiskaljahr 2024 einen Gewinn abwerfen wird, doch könnte dies die Konkurrenzfähigkeit gegenüber Netflix stärken.

Die Lage nach den Quartalszahlen

Nachdem die Aktie von Walt Disney Mitte letzter Woche noch auf ihrem Allzeithoch notierte, blickten die Anleger gespannt und mit hohen Erwartungen auf die Zahlen des dritten Geschäftsquartals Anfang dieser Woche. Die Erwartungen gingen nicht zuletzt mit dem Debüt von Avengers: Endgame und den Kassenschlagern wie Toy Story 4, Captain Marvel und Aladdin einher. Disneys Quartalszahlen bestätigen das erfolgreichste Jahr an der Abendkasse für jedes Filmstudio der Geschichte. Den Erwartungen der Anleger konnte Walt Disney am Dienstag allerdings nicht gerecht werden.

Insgesamt erzielte das weltweit größte Medienunternehmen in den drei Monaten bis Juni einen bereinigten Gewinn von USD 1,35 pro Aktie bei einem Umsatz von USD 20,3 Mrd.. Dies lag deutlich unter den Analystenerwartungen für USD 1,72 pro Aktie bei USD 21,4 Mrd. Umsatz. Der Jahresüberschuss betrug USD 1,8 Mrd., nach USD 2,9 Mrd. im Vorjahresquartal. Während die Umsätze in den Disney-Studios um 33% und im Fernsehgeschäft um 21% zulegten, stiegen die Gesamtkosten um 55% auf USD 17 Mrd. im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Bereich Direkte Konsumentenansprache, wo auch Disney+ angesiedelt ist, verzeichnete im letzten Quartal einen Verlust in Höhe von USD 553 Mio., nach einem Minus von 168 Mio. im Vorjahr. Dies sei vor allem in den hohen Kosten für den Vorstoß in den Streamingdienst-Bereich begründet. Auch die Performance der erworbenen Geschäftsbereiche von Fox entsprachen nicht den Erwartungen und drückten auf das Ergebnis.

Da mit neuen Akquisitionen und dem Aufbau neuer Geschäftsbereiche hohe Kosten einhergehen, sollte das Potential von Disney auf lange Sicht betrachtet werden. Durch die Größe der Inhaltsbibliothek von Disney und dessen Erfolg in der Produktion von eigenen Inhalten, befindet sich das Unternehmen in einer guten Ausgangslage für den Markteintritt im November. Neben der Akquisition von ausgewählten Geschäftsbereichen von Fox durch Walt Disney, ist auch sonst die derzeitige M&A Aktivität auf dem Markt für Medienunternehmen und Streamingdienstleister hoch. Die wachsende Konkurrenz für Marktführer Netflix ist ein Indiz für die zukünftige Entwicklung der Medienindustrie hin zum Streaminggeschäft. Es wird sich zeigen, ob Disney Anbietern wie Netflix und Amazon Prime Marktanteile wird abnehmen können.

Die Aktien im Überblick

Die Walt Disney Aktie wird aktuell bei USD 137,89 (08.08.2019) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei USD 147,15 (29.07.2019), das Jahrestief bei USD 100,35 (24.12.2018). Bei Bloomberg setzen 23 Analysten die Aktie auf BUY, 8 auf HOLD und 1 Analyst auf SELL.

Die Netflix Aktie wird aktuell bei USD 315,90 (08.08.2019) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei USD 386,80 (02.10.2018), das Jahrestief bei USD 231,23 (26.12.2018). Bei Bloomberg setzen 31 Analysten die Aktie auf BUY, 9 auf HOLD und 4 Analysten auf SELL.


Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko: Protect Multi Aktienanleihen beziehen sich auf mehrere Basiswerte, womit der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos ist, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten auch beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags in der Regel der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sogenannte Worst-of-Strukur), das heißt, dass das Risiko eines Verlustes des investierten Kapitals bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher ist als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

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09.12.2019 09:20:27

 
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