Trump will auf schwarzen Montag reagieren

Trump will auf schwarzen Montag reagieren

Dienstag, 10. März 2020Lesezeit: 4 Minuten

Die Sorgen vor einer drohenden globalen Rezession als direkte Folge der sich ungehindert ausbreitenden Corona Pandemie hat die weltweiten Finanzmärkte am gestrigen Montag (09.03.2020) in einem so starken Ausmaß durchgeschüttelt, so dass sich mancher Anleger an den Beginn der vergangenen Finanzkrise zurückversetzt gefühlt haben dürfte. Tatsächlich mussten am gestrigen Handelstag Kursverluste hingenommen werden, die mit denen des schwarzen Montags des Jahres 2008 (15.09.2008) durchaus vergleichbar sind. Betroffen von dieser Erschütterung waren zwar alle Anlageklassen, wobei sich aber vor allem beim Öl ein besonders dramatischer Wertverfall beobachten ließ.

Saudi-Arabien flutet den Ölmarkt

Eigentlich waren die saudi-arabischen Vertreter zum Sondertreffen der Organisation der ölexportierenden Länder (OPEC) und Russland am vergangenen Freitag (06.03.2020) mit dem Ziel angereist, eine Drosselung der weltweiten Fördermenge an Rohöl zu vereinbaren. Diese Maßnahme sollte dem Nachfrageeinbruch, verursacht durch die sich abzeichnenden Rezession als Folge des Covid-19 Virus, entgegenwirken und somit den Ölpreis stabilisieren. Da sich jedoch Russland aus Angst vor dem Verlust eigener Marktanteilen diesem Plan verweigerte, reagierte der drittgrößte Ölproduzent der Welt kurzerhand mit der Steigerung seiner Fördermenge auf ein Rekordniveau, was bereits am Wochenende einen dramatischen Wertverfall am Ölmarkt auslöste. Die Ankündigung des halbstaatlichen Energieriesen Saudi Aramco, Raffinerien in Asien, Europa und den USA Sonderrabatte zu gewähren, um die dort ansässigen Abnehmer zur Verarbeitung von saudischem Öl zu bewegen, dürfte den Weltmarktpreis zusätzlich unter Druck gesetzt haben. Als Resultat konnte seit dem gescheiterten Sondergipfel der stärkste Wertverfall des Rohölpreises seit dem Ende des 1. Irakkriegs im Jahr 1991 beobachtet werden.

Besonders für die nordamerikanischen Schieferölproduzenten nimmt die Ölschwemme schon seit geraumer Zeit existenzbedrohende Züge an. Diese müssen im Durchschnitt zwischen USD 50 und USD 55 für die Produktion eines Rohölfasses aufwenden, können ihr Produkt allerdings in der aktuellen Lage lediglich für USD 34,27 (Stand: 10.03.2020, 11:30 Uhr) am Weltmarkt absetzten. Eine Situation, die bereits über 200 US-amerikanische Produzenten in den vergangen fünf Jahren in die Insolvenz gezwungen hat. Die verbleibenden Hersteller finanzieren sich in der aktuellen Lage über Hochrisikoanleihen, sogenannte junk bonds. Keine guten Nachrichten für US-Präsident Donald Trump, bedroht diese Entwicklung doch die Arbeitsplätze jener Bevölkerungsgruppe, deren Interessenwahrung er sich laut eigener Aussage im Besonderen verschrieben hat und die eine wichtige Zielgruppe seines aktuellen Wahlkampfs darstellt.

Wallstreet setzt kurzfristig den Handel aus

Von der aktuellen Entwicklung am Ölmarkt blieben auch die US-Aktienmärkte nicht verschont. Allen voran mussten amerikanische Energiekonzerne wie Exxon Mobile und Chevron massive Kursrückgange verkraften. Die beiden Indexschwergewichte des Dow Jones Industrial Average trugen einen maßgeblichen Anteil zum größten Tagesverlust des amerikanischen Leitbarometers seit dem Ausbruch der letzten Finanzkrise bei. Da zudem weitere Sektoren bereits zu Handelsbeginn mit Kursverlusten abgestraft wurden, musste der Handel an der Wallstreet für eine Viertelstunde ausgesetzt werden. Neben den Energiewerten gehörten vor allem die Aktien amerikanischer Großbanken wie Goldman Sachs und JP Morgan, die als Kreditgeber der amerikanischen Ölindustrie gelten, zu den größten Verlierern des gestrigen Handelstages. So verwundert es kaum, dass auch der marktbreitere S&P 500 auf eine Talfahrt geschickt wurde. Selbst der technologielastige NASDAQ-100 konnte sich nicht gegen den allgemeinen Abwärtstrend stemmen, da auch die Aktien von Technologiegiganten wie Alphabet, Apple und Tesla nicht von den Panikverkäufen verschont blieben. Das Nachgeben des US-Dollars auf breiter Front gegenüber den restlichen wichtigen Weltwährungen fügte sich perfekt in das allgemeine Bild des gestrigen Handelstages an der Wallstreet.

Trump kündigt Maßnahmen zur Unterstützung der US-Wirtschaft an

Als Reaktion auf die gestrigen Turbulenzen beraumte US-Präsident Donald Trump kurzfristig eine Pressekonferenz an. Hierbei versprach er „sehr substanzielle Erleichterungen“ für von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen und stellte Steuererleichterungen und Kredite in Aussicht. Details seines geplanten Hilfspaketes wolle er am heutigen Nachmittag mit Vertretern des US-Kongress besprechen und diese bei einer anschließenden Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen. Wie die Märkte auf das angekündigte Hilfspaket regieren werden und ob sie Donald Trump die Rolle des fähigen Krisenmanagers zutrauen, der die Gefahren einer drohenden globalen Rezession souverän handhaben kann, bleibt abzuwarten.

Ausgewählte Risiken: 

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

04.12.2021 09:24:24

 
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