Strategiewechsel bei Lufthansa

Strategiewechsel bei Lufthansa

Dienstag, 30. April 2019Lesezeit: 4 Minuten

CEO Carsten Spohr verabschiedet sich vom breit aufgestellten Luftfahrtkonzern: Er löst sich vom Catering und gliedert die Jet-Wartung in die Passagiersparte ein. Zudem verbucht die Lufthansa Group im ersten Quartal 2019 einen Betriebsverlust – keine Seltenheit im meist reiseschwachen Jahresauftakt.

Strategiewechsel: Fokus auf das Fliegen

Der Luftverkehrskonzern will sich zukünftig noch stärker als bisher auf das Fliegen fokussieren: Zum einen will das Management die Catering-Tochter LSG Sky Chefs nach einer mehrmonatigen Evaluation tatsächlich verkaufen. Zum anderen wird die Routine-Wartung der Lufthansa-Jets aus der Tochter «Lufthansa Technik AG» in die Passagiersparte des Luftfahrtkonzerns integriert. Ziel ist es die Abläufe und Prozesse im Kerngeschäft zu verbessern und sich sukzessiv von einem breit aufgestellten Aviation-Konzern zu verabschieden, berichtet das Handelsblatt.

Die Lufthansa Group ist in folgende fünf Kerngeschäftsfelder aufgeteilt: Das Geschäftsfeld «Network Airlines» umfasst die Premium-Airlines Lufthansa German Airlines, SWISS und Austrian Airlines. Die Billigplattform «Eurowings» setzt sich zusammen aus den Flugbetrieben Eurowings, Germanwings, Eurowings Europe und Brussels Airlines mit der Fokussierung auf preissensible Kunden. Diese beiden Geschäftsfelder repräsentieren die Passagiersparte. Das Geschäftsfeld «Logistik» beinhaltet unter anderem «Lufthansa Cargo» - Europas führende Fracht-Airline. Der «Lufthansa Technik Konzern» ist einer der weltweit führenden Anbieter flugzeugtechnischer Dienstleistungen. Im Geschäftsfeld «Catering» ist die LSG Group ein führender Anbieter im Airline-Catering.

Das Fliegen, bzw. die Passagiersparte dominiert die Lufthansa-Gruppe schon seit langem. Dies ist unter anderem laut Geschäftsbericht für das Jahr 2018 erkennbar. Werden die Zahlen der Geschäftsfelder «Network Airlines» und der «Eurowings» aufrechnet, steuerte alleine das Passagiergeschäft im vergangenen Jahr 75% zum Konzernumsatz in Höhe von EUR 35,8 Mrd. bei. Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT) sind es sogar 77,5%. Dabei belastet «Eurowings» hier das Betriebsergebnis sogar mit einem Verlust von EUR 231 Mio. Europas größte Fluggesellschaft geht davon aus, dass diese Sparte im laufenden Jahr die Wende in die schwarzen Zahlen schaffen wird. Dann dürfte der Ergebnisanteil des Passagiergeschäfts sogar noch weiter steigen. Der weitere Verlauf bleibt dennoch abzuwarten.

Erstes Quartal ist in der Luftfahrt traditionell das schwächste

Das Betriebsergebnis (Adjusted EBIT) ist im ersten Quartal 2019 auf EUR -336 Mio. Euro gesunken. Ein Jahr zuvor lag es bei positiven EUR 52 Mio. Das Ergebnis des Vorjahres wurde jedoch durch Sondereffekte verzerrt. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin ging im August 2017 pleite, was vorübergehend und auch noch im ersten Quartal 2018 zu Engpässen führte. Da die Preisgestaltung der Flugtickets dynamisch, sprich je nach Nachfrage gebildet werden, profitierte Lufthansa durch einen Verkauf der Tickets zu höheren Preisen. Dieser Effekt ist nun nicht mehr spürbar. Des Weiteren konnten viele Airlines die Lücke von Air Berlin füllen, um ihre Marktanteile zu verteidigen oder zu erweitern, was im Luftverkehr zu starken Überkapazitäten führte. Das drückt die Preise zusätzlich. So sind die Stückerlöse im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum starken Vorjahresquartal zurückgegangen.

Bei «Eurowings» wurde in Q1 2019 sogar ein Rückgang der Stückerlöse von 8,5% gegenüber dem Vorjahresquartal gemeldet. Die Low-Cost-Tochter fliegt vor allem Kurz- und Mittelstrecke, wo sich der anhaltende Preisdruck besonders durch Ryanair und Easyjet zeigt. Die Verlustzone soll zwar im Jahr 2019 verlassen werden, doch im ersten Quartal 2019 hat die Tochter wieder einen Betriebsverlust von EUR 257 Mio. zu vermelden. Zudem stellen die gestiegenen Treibstoffkosten eine Belastung für den Konzern dar. So wird der Aufwand im ersten Quartal 2019 ca. EUR 200 Mio. angehoben.

Das ist jedoch kein Grund zur Panik, denn das reiseschwache erste Quartal ist in der Luftfahrt traditionell das schwächste, rote Zahlen sind hier keine Seltenheit. Das Unternehmen erwartet für das Jahr 2019 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von EUR 2,4 bis 3,0 Mrd. Zudem deutete der Finanzchef an, dass die bisherigen Vorausbuchungen für den weiteren Jahresverlauf positiv aussehen. Für das Geschäftsjahr 2018 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende in Höhe von EUR 0,80 je Aktie vor. Die Dividende würde damit im Vergleich zum Vorjahr unverändert bleiben.

Die Lufthansa Aktie im Überblick

Die Lufthansa Aktie wird aktuell bei EUR 21,87 (30.04.2019) gehandelt. Das 52-Wochen-Hoch lag bei EUR 25,15 (14.05.2018), das 52-Wochen-Tief bei EUR 17,45 (30.10.2018). Bei Bloomberg setzen 15 Analysten die Aktie auf BUY, 11 auf HOLD und 3 Analysten auf SELL.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

 

Wichtige Risiken:

Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Rechtliche Hinweise:
 
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust. Anleger sollten in jedem Fall beachten, dass vergangene Wertentwicklungen und/oder Analystenmeinungen kein hinreichender Indikator für künftige Wertentwicklungen sind. Die Wertentwicklung der Basiswerte hängt von einer Vielzahl wirtschaftlicher, unternehmerischer und politischer Faktoren ab, die bei der Bildung einer Markterwartung berücksichtigt werden sollten.

Allein maßgeblich sind die jeweiligen Wertpapierprospekte, die beim Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, kostenlos erhältlich bzw. im Internet unter zertifikate.vontobel.com zum Download verfügbar sind. Anleger werden gebeten, die bestehenden Verkaufsbeschränkungen zu beachten.
13.11.2019 08:22:45

 
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