Standardisierung auch bei Worst-Of-Bezeichnungen

Freitag, 14. Februar 2020Lesezeit: 2 Minuten

Standardisierung auch bei Worst-Of-Bezeichnungen

Das Leitbild des mündigen Anlegers steht: Mündig ist, wer selbstbestimmt handelt. Für diese Souveränität benötigen Verbraucher vor allem eines: Informationen, die verlässlich, verständlich und umfassend genug sind, um verantwortliche Entscheidungen zu ermöglichen. Für die Finanzbranche heißt es, dass jeder Privatanleger, der für seinen Vermögensaufbau und seine Altersvorsorge Wertpapiere kauft, alle wesentlichen Informationen für die in Frage kommenden Finanzprodukte braucht. Dies ist nicht nur eine Holschuld des Anlegers, hier haben vor allem die Banken eine Bringschuld. Die Beschreibung der Produkte muss klar und verständlich sein und nicht nur die Chancen benennen, sondern auch auf alle wesentlichen Risiken hinweisen.

Insofern passt es gut, dass zu den wichtigsten Aufgaben des Deutschen Derivate Verbands die Standardisierung gehört. Und da ist in den zurückliegenden Jahren einiges passiert. Bei Zertifikaten kennt der Anleger stets ihren aktuellen Wert, er kennt ihre Kosten sowie den Basiswert, der ihnen zugrunde liegt. Zudem kann er ein Zertifikat börsentäglich jederzeit problemlos wieder verkaufen. Er kann im Prospekt und den Informationsblättern nachlesen, an welche Bedingungen die Rendite geknüpft ist. Und auch die Risiken werden bei Zertifikaten klar benannt.

Das Produktuniversum von Anlagezertifikaten und Hebelprodukten zeichnet sich bekanntlich durch eine große Vielfalt aus. Deshalb ist es wichtig, dass sich der Anleger anhand der Produktbezeichnungen leicht orientieren und geeignete Produkte finden kann. 

Um Missverständnisse hinsichtlich der Bezeichnung und Struktur von Worst-of-Zertifikaten zu vermeiden, hat der DDV in Abstimmung mit den führenden Zertifikate-Emittenten im Grundsätze für die Emission der Produkte zum Vertrieb an Privatkunden vereinbart. Demnach wird nun grundsätzlich die Bezeichnung "Worst-of" im Produktnamen einheitlich verwendet. Zudem werden die Anleger u.a. noch verständlicher über die Struktur und Funktionsweise der Produkte informiert.

Bei Worst-of-Zertifikaten handelt es sich um Korb-Zertifikate. Diese beziehen sich nicht auf die Wertentwicklung eines einzelnen Basiswerts, sondern auf die von mehreren Basiswerten. Dabei ist der Basiswert mit der schlechtesten Wertentwicklung für die Zins- und/oder Rückzahlung ausschlaggebend. Demnach führen mehrere Basiswerte hier ausdrücklich nicht zu einer risikoreduzierenden Diversifikation.

Die Vereinheitlichung von Produktbezeichnungen und die weiteren Klarstellungen bieten dem Anleger einen klaren Mehrwert und helfen ihm bei seinen Investitionsentscheidungen.

 

Lars Brandau

Geschäftsführer Deutscher Derivate Verband

Lars Brandau ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbandes (DDV) dessen Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbandes EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war er 15 Jahre in verschiedenen leitenden Funktionen tätig, unter anderem beim Nachrichtensender n-tv, zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche deutsche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse.

30.03.2020 15:39:13

 
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