Sportartikelhersteller – Handelskriege dämpfen Wachstumsmarathon

Sportartikelhersteller – Handelskriege dämpfen Wachstumsmarathon

Donnerstag, 23. Mai 2019Lesezeit: 4 Minuten

Under Armour – Im Aufschlussversuch an die besten Jahre

Der US-amerikanische Sportartikelhersteller Under Armour aus Baltimore wurde im Jahr 1996 von Gründer und CEO Kevin Plank gegründet, welcher als junger College-Football-Spieler unzufrieden mit der Ausrüstung seines damaligen Teams war. Schnell entwickelte sich das Unternehmen zum Spezialisten und Marktführer im Bereich der Thermo-Sportunterwäsche und Kampfsportbekleidung. Seit dem Börsendebut 2005 hat Under Armour sein Angebot um mehr Sportbekleidung, Freizeitbekleidung und Schuhwerk aller Art erweitert.

Seitdem ist viel passiert. Nike, Reebok und Puma stiegen als starke Konkurrenten in den Spezialsport-Bekleidungsmarkt ein und übernahmen jeweils einen großen Teil der Marktanteil in diesem Markt. Vor zwei Jahren war es mit den zweistelligen Wachstumsraten abrupt vorbei, da die Konkurrenz in den o.g. Märkten schnell aufschloss. Daraufhin begann eine groß angelegte Neustrukturierung des Unternehmens, was Jobstreichungen, Austausche im Top-Management und Schließung von Filialen zur Folge hatte. Obwohl Experten diese radikale Neustrukturierung optimistisch betrachten konnten die Marktkonkurrenten in dieser Zeit noch weiter in den Bereichen aufschließen und Under Armour in ihrem ehemaligen Expertengebiet sogar übertrumpfen.

Dennoch geht die Restrukturierung von Under Amour weiter voran und CEO Plank verspricht für 2019 ein Umsatzplus von 3 bis 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Anleger hoffen, dass der Umbau schnell von statten geht und verhalfen den Papieren seit Jahresbeginn zu einem Anstieg von mehr als 25 Prozent.

Nike und Adidas – ein Kopf- an-Kopf-Rennen an der Spitze

Bereits seit mehreren Monaten herrschen zwischen der US-amerikanischen Regierung und der chinesischen Regierung Uneinigkeiten in Sachen Handel und Export- bzw. Importzöllen. Nun haben diverse US-Schuhhersteller, darunter auch Under Armour und Nike an Präsident Donald Trump plädiert, ihre Produkte von den geplanten Importzöllen auszunehmen. Der Branchenverband FDRA erklärte Präsident Trump, dass «Der angedachte zusätzliche Zoll von 25 Prozent auf Schuhe für die Verbraucher und Firmen (…) katastrophal» wären.

Auch Europas größter Sportkonzern Adidas sieht sich zurzeit unter Druck gesetzt, allerdings handelt es sich hierbei eher um ein Luxusproblem. Die dreifach gestreiften Waren des DAX-Konzerns aus Herzogenaurach kommen gut an und sind so gefragt wie noch nie. Adidas Chef Kasper Rorsted kann gar nicht so viel liefern, wie von den Kunden erwünscht. Anfang März warnte Rorsted bereits davor, dass Engpässe in der hauseigenen Bekleidungsproduktion das diesjährige Umsatzwachstum um möglicherweise ein bis zwei Prozent verringern könnte, was insgesamt in etwa EUR 200 Mio. bis EUR 400 Mio. entspricht. Dennoch ist diese Baustelle bei Adidas eher als ein «positives» Problem anzusehen. Gerade im letzten Jahr konnte der deutsche Sportartikelhersteller die operative Marge und den Gewinn deutlich erhöhen. Auch die Aktionäre hatten etwas zu feiern – die Dividende stieg um 29 Prozent zum Vorjahresausschuss auf zuletzt EUR 3,35 pro Aktie.

Der weltweit größte Sportartikelhersteller Nike aus dem US-amerikanischen Beaverton, Oregon konnte jedoch die Engpässe von Adidas nicht ausnutzen. Nike setzte im Zeitraum vom Dezember 2018 bis Februar 2019 weltweit USD 9,61 Mrd. um – 7 Prozent mehr als im Vorjahr - dennoch seit einem Jahr erstmals weniger als von Experten erwartet. Laut Analysten der UBS könnten allerdings die Margen von Adidas im Jahr 2019 um knapp 0,2 Prozent niedriger ausfallen als zuvor angenommen – Auslöser sei der erhöhte Druck von Nike. Auch in Europa, dem Herrschaftsgebiet von Adidas, konnte der US-amerikanische Gigant Nike zuletzt seine Marktanteile ausbauen. Im Gegenzug kletterte der Marktanteil von Adidas im US-amerikanischen Markt um knapp 15 Prozent nach oben. Geprägt vom US-Handelskrieg und Steigerung der Absätze sowie Nachfragen in den globalen Märkten bleibt das Kopf-an-Kopf-Rennen der Sportartikelhersteller spannend. Und obwohl in naher Zukunft vorerst kein einzelner «Gewinner» des Rennens auszumachen ist, könnte die Aussicht für Anleger der Sportartikelbranche als wachstumsstark definiert werden.

Die Sportartikel Aktien im Überblick

Die Under Armour Aktie notiert aktuell bei USD 24,14 (22.05.2019). Das 52-Wochen hoch lag bei USD 24,95 (03.12.2018), das 52-Wochen Tief bei USD 16,52 (26.12.2018). Bei Bloomberg setzen 10 Analysten die Aktie auf BUY, 14 Analysten auf HOLD und 10 Analysten auf SELL.

Die Nike Aktie notiert aktuell bei USD 82,86 (22.05.2019). Das 52-Wochen hoch lag bei USD 90,00 (18.04.2018), das 52-Wochen Tief bei USD 66,53 (20.12.2018). Bei Bloomberg setzen 26 Analysten die Aktie auf BUY, 8 Analysten auf HOLD und 2 Analysten auf SELL.

Die Adidas Aktie notiert aktuell bei EUR 262,40 (22.05.2019). Das 52-Wochen hoch lag bei EUR 262,40 (22.05.2019), das 52-Wochen Tief bei EUR 178,15 (27.12.2018). Bei Bloomberg setzen 16 Analysten die Aktie auf BUY, 20 Analysten auf HOLD und 3 Analysten auf SELL.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

 

Wichtige Risiken:

Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Rechtliche Hinweise:

Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust. Anleger sollten in jedem Fall beachten, dass vergangene Wertentwicklungen und/oder Analystenmeinungen kein hinreichender Indikator für künftige Wertentwicklungen sind. Die Wertentwicklung der Basiswerte hängt von einer Vielzahl wirtschaftlicher, unternehmerischer und politischer Faktoren ab, die bei der Bildung einer Markterwartung berücksichtigt werden sollten.

Allein maßgeblich sind die jeweiligen Wertpapierprospekte, die beim Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, kostenlos erhältlich bzw. im Internet unter zertifikate.vontobel.com zum Download verfügbar sind. Anleger werden gebeten, die bestehenden Verkaufsbeschränkungen zu beachten.

18.06.2019 14:35:18

 
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