Schweizer Pharmaunternehmen haben weiter mit der Krise zu kämpfen

Schweizer Pharmaunternehmen haben weiter mit der Krise zu kämpfen

Dienstag, 1. Juni 2021Lesezeit: 5 Minuten

Die Schweizer Pharmakonzerne Roche und Novartis mussten aufgrund der Pandemie starke Einbußen hinnehmen. Jedoch eröffnen sich dadurch neue Geschäftsbereiche, die sich nun während der Krise als Gewinntreiber herausstellen. So konnte der Pharmakonzern Roche die Krise durch das stark florierende Geschäft mit der Produktion von Covid-19-Tests überstehen. Novartis hingegen versucht, mit der Produktion eines Corona-Impfstoffes dem Umsatzrückgang entgegenzuwirken. Während diese Branche mit turbulenten Zeiten zu kämpfen hat, profitiert der Nahrungsmittelhersteller Nestlé. Der Umsatz des Konzerns wuchs im ersten Quartal stärker als erwartet.

 

Diagnostik-Sparte von Roche entwickelt sich zu einem der Gewinner der Pandemie

Aufgrund der Pandemie und dem daraus resultierenden Rückgang an Arztbesuchen sowie Rezeptverschreibungen mussten einige Pharmaunternehmen starke Einbußen hinnehmen. So auch der schweizer Konzern Roche. Das abgelaufene Geschäftsjahr war für den schweizer Pharmariesen ein eher durchwachsenes, denn pandemiebedingt sanken die Umsätze um rund fünf Prozent. Hoffnungsschimmer von Roche ist die stark florierende Diagnostik-Sparte, die aufgrund der Produktion von Covid-19-Tests rasant wuchs. Der Pharmakonzern hat sich zu einem der führenden Hersteller von Covid-19-Tests entwickelt, dessen Nachfrage aktuell nicht größer sein könnte. Neben herkömmlichen Covid-19-Tests versucht Roche nun, mithilfe von Antikörper-Therapien die Pandemie einzudämmen. Hierfür entwickelte das Basler Unternehmen einen „Antikörper-Cocktail“, welcher künftig schwere Corona-Verläufe verhindern und damit die Zahl der belegten Intensivbetten senken soll. Das Medikament besteht aus zwei künstlich hergestellten Antikörpern, die das Virus neutralisieren sollen. Laut Studien kann das Medikament das Risiko eines tödlichen Verlaufs um 70 Prozent reduzieren. Auch bei der Entwicklung der herkömmlichen Covid-19-Tests macht Roche enorme Fortschritte. So sollen künftig die weiterentwickelten „Cobas-Tests“ von Roche dazu beitragen, auch asymptomatische Corona-Infektionen zu entdecken. Die bisherigen Tests weisen insbesondere in asymptomatischen Phasen Schwächen auf, daher ist die asymptomatische Ausbreitung von Infektionen ein wesentlicher Faktor für die anhaltende Übertragung des Virus. Wie Roche mitteilte, wurden die Tests bereits von der US-Gesundheitsbehörde per Notfallzulassung zugelassen. Es zeigt sich, dass insbesondere die Diagnostik-Sparte von Roche ein Hoffnungsschimmer in Zeiten der Pandemie ist. Durch die Akquisition von GenMark Diagnostics für CHF 1,8 Mrd. im März 2021 wurde diese weiter gestärkt und somit nimmt Roche eine führende Stellung im weltweiten Diagnostik-Geschäft ein.

 Novartis plant erhöhte Impfstoff Produktion

Auch der Pharmakonzern Novartis litt im ersten Quartal dieses Jahres weiter unter der Corona-Krise, denn ebenso wie der Konkurrent Roche muss auch Novartis wegen der ausbleibenden Arztbesuche Umsatzeinbußen hinnehmen. Vor allem Dermatologen und Augenärzte sind betroffen. Ebenso bekam die Novartis-Tochter Sandoz, die auf die Herstellung von Generika spezialisiert ist, die schwache Nachfrage vor allem in seinem Einzelhandelsgeschäft wie Apotheken zu spüren. Auch die Grippe- und Erkältungssaison verlief wegen der Abstandsregeln in der Pandemie ungewöhnlich harmlos, was das Geschäft weiter belastete. Novartis-Chef Vasant Narasimhan rechnet daher nach dem schwierigen Quartal, dass Novartis-Tochter Sandoz einen Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich in 2021 zu verkraften hat. Jedoch ist CEO Narasimhan mittelfristig zuversichtlich, dass Sandoz die gesteckten Ziele wieder erreichen werde. Den immer wieder aufkommenden Spekulationen über eine Trennung von Sandoz erteilte indes der Novartis-Chef eine Absage. Hoffnung macht dagegen die anstehende Produktion des CureVac-Corona-Impfstoff, welche der Schweizer Pharmakonzern übernimmt. Novartis könnte die Produktion des COVID-19-Impfstoffs für den deutschen Arzneimittelhersteller CureVac über das bislang vereinbarte Ausmaß hinaus sogar steigern. Wie Narasimhan mitteilte, beherrsche man den Herstellungsprozess immer besser und sei in der Lage, sehr große Mengen zu produzieren. Am österreichischen Werk in Kundl sollen in diesem Jahr bis zu 50 Mio. Impfdosen hergestellt werden und 2022 sollen es dann bis zu 200 Mio. sein.

Nestlés Umsatz wächst stärker als erwartet

Der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller Nestlé wächst im ersten Quartal des laufenden Jahres unerwartet stark. Der Umsatz von Nestlé stieg in den ersten drei Monaten um 7,7 Prozent und damit doppelt so stark wie von Analysten erwartet. Die Gewinne veröffentlicht der Nahrungsmittelkonzern traditionell nur alle sechs Monate. Umsatztreiber von Nestlé waren während der Pandemie insbesondere die Kaffeemarken Nescafe, Nespresso und die Starbucks-Produkte. Ebenso waren Fertiggerichte und Nahrungsergänzungsmittel bei den Verbrauchern stark gefragt. Die Chancen stehen daher gut, dass Nestlé seine Jahresprognose für das laufende Geschäftsjahr zur Jahresmitte anheben wird. Aktuell peilt der Nahrungsmittelhersteller ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich an und plant, die operative Gewinnmarge zu verbessern. Nestlé-CEO Ulf Schneider räumte in einer Analysten-Telefonkonferenz ein, dass die Prognose konservativ sei, was auf die Unsicherheit angesichts der Pandemie zurückzuführen ist. Für Investoren ist Nestlé ein zuverlässiger Dividendenlieferant, denn in den letzten 26 Jahren ist die Ausschüttung kontinuierlich gestiegen und seit 61 Jahren wurde sie mindestens konstant gehalten. Für das laufende Jahr erwarten Analysten einen moderaten Anstieg von CHF 2,75 auf CHF 2,85 je Aktie. Damit käme Nestlé auf eine Dividendenrendite von etwas mehr als zweieinhalb Prozent.

Die Aktien im Überblick
Der Genussschein der Roche Holding AG wird aktuell bei CHF 315,70 (01.06.2021) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei CHF 345,55 (22.06.2020) und das Jahrestief bei CHF 290,55 (30.10.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 17 Analysten die Aktie auf BUY, 12 auf HOLD und 2 Analysten setzen sie auf SELL.

Die Aktie der Novartis AG wird aktuell bei CHF 79,78 (01.06.2021) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei CHF 87,06 (19.06.2020) und das Jahrestief bei CHF 70,42 (29.10.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 21 Analysten die Aktie auf BUY, 8 auf HOLD und 2 Analysten setzen sie auf SELL.

Die Aktie der Nestlé S.A wird aktuell bei CHF 111,18 (01.06.2021) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei CHF 112,72 (26.05.2021) und das Jahrestief bei CHF 95,00 (126.02.2021) erreicht. Bei Bloomberg setzen 23 Analysten die Aktie auf BUY, 7 auf HOLD und 2 Analysten setzen sie auf SELL.

 

Ausgewählte Risiken

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

23.10.2021 12:54:10

 
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