SAP: Kostspielige Übernahme im Cloud Computing

SAP: Kostspielige Übernahme im Cloud Computing

Montag, 12. November 2018Lesezeit: 3 Minuten

Der deutsche Softwarehersteller SAP übernimmt das US-Unternehmen Qualtrics für acht Milliarden US-Dollar. Ein kostspieliger Schachzug, zum Ausbau des CRM-Geschäfts.

Der deutsche Softwarehersteller SAP übernimmt das US-Unternehmen Qualtrics für acht Milliarden US-Dollar. Erhofft wird sich durch die zweite Milliardenübernahme in diesem Jahr ein verstärkter Ausbau der Cloud-Computing Sparte im Hause SAP. Experten sehen hierbei vor allem einen Angriff auf den amerikanischen Rivalen Salesforce, der aktuelle Platzhirsch im Bereich Cloud-Anwendungen. Obwohl SAP auf Konzerneben weitaus mehr Umsatz erzielt als Salesforce, erzielen die US-Amerikaner den größten Teil des Umsatzes aus dem Cloud-Geschäft. SAP erzielte im vergangenen Jahr knapp 19,5 Milliarden Euro Umsatz durch Softwareanwendungen, wovon 3,8 Milliarden Euro aus Cloud Geschäften stammen. Bei Salesforce bezog sich der Gesamtumsatz auf rund 10,5 Milliarden US Dollar, wobei ganze 9,7 Milliarden US Dollar nur aus dem Bereich Cloud-Computing stammen.

SAP akquiriert Qualtrics

Qualtrics International Inc. ist ein US-Amerikanischer Hersteller von Software zur Sammlung und Analyse von Daten zur Marktforschung, Kundenzufriedenstellung und Konzepttestung. Gegründet wurde Qualtrics im Jahr 2002 und profilierte sich langsam aber sicher zu einem der weltweit erfolgreichsten Unternehmen im Cloud-Sektor. Mit einer jährlichen Wachstumsrate von knapp 40 Prozent erwartet der Softwarehersteller Umsätze in Höhe von 400 Millionen US Dollar für das laufende Jahr.

Womit rechtfertigt SAP also einen so gewaltigen Übernahmepreis für das US-Unternehmen in Höhe von acht Milliarden Euro? Der wahrscheinlichste Grund ist der von Qualtrics ursprünglich geplante Gang an die Börse. Gemäß Qualtrics‘ CEO Ryan Smith, war der IPO bereits 13-Mal überbucht, was das Unternehmen zwischen 5 und 6 Miliarden Euro bewertet hätte – und das trotz einer noch laufenden Roadshow.

Ein „sehr kostspieliger“ Zukauf

SAP’s Vorstandchef McDermott äußerte am Montag in einer Telefonkonferenz: „Wir hätten niemals gedacht, dass wir Qualtrics bekommen könnten.“ Denn eigentlich lag der Fokus im Ausbau des Cloudgeschäfts auf Akquisitionen und Übernahmen kleinerer Unternehmen. Ob die Akquisition von Qualtrics zum Preis von acht Milliarden Dollar sich jedoch als smarter Schachzug erweist, bleibt abzuwarten. Die SAP-Aktie notierte am Montagmorgen noch bei bis zu 4% tiefer als zum Freitagsschluss und Analysten der Bank Mainfirst betitelten den Zukauf als „sehr kostspielig“.

Den Zahlen des dritten Quartals entsprechend lag der Umsatz bei 6,03 Milliarden Euro, im Gegenzug zu den 5,59 Milliarden des Vorjahresquartals. Der bereinigte Gewinn lag bei 1,74 Milliarden Euro im dritten Quartal, knapp 6% höher als die 1,64 Milliarden Euro des Vorjahresquartals.

Die Aktie im Überblick

Die SAP Aktie wird aktuell bei EUR 91,52 (12.11.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 108,52 (26.09.2018), das Jahrestief bei EUR 82,05 (02.03.2018). Bei Bloomberg setzen 29 Analysten die Aktie auf BUY, 8 auf HOLD und 2 Analysten auf SELL. Das zwölf-Monats-Kursziel wird aktuell auf EUR 113,44 gesetzt.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischer, branchenspezifischer und ökonomischer Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

 

Wichtige Risiken:
Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Rechtliche Hinweise
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust. Anleger sollten in jedem Fall beachten, dass vergangene Wertentwicklungen und/oder Analystenmeinungen kein hinreichender Indikator für künftige Wertentwicklungen sind. Die Wertentwicklung der Basiswerte hängt von einer Vielzahl wirtschaftlicher, unternehmerischer und politischer Faktoren ab, die bei der Bildung einer Markterwartung berücksichtigt werden sollten.

Allein maßgeblich sind die jeweiligen Wertpapierprospekte, die beim jeweiligen Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, bzw. HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Königsallee 21/23, D-40212 Düsseldorf, kostenlos erhältlich bzw. im Internet unter www.vontobel-zertifikate.de bzw. www.hsbc-zertifikate.de zum Download verfügbar sind. Anleger werden gebeten, die bestehenden Verkaufsbeschränkungen zu beachten.
17.09.2019 12:26:44

 
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