Rohstoffe: Edelmetalle wenig gefragt – Agrarrohstoffe im Höhenflug

Rohstoffe: Edelmetalle wenig gefragt – Agrarrohstoffe im Höhenflug

Donnerstag, 9. Juli 2015Lesezeit: 3 Minuten

Rohstoffe: Edelmetalle wenig gefragt – Agrarrohstoffe im Höhenflug

 

Die Rohstoffe haben sich im Juni unterschiedlich entwickelt. Während die Edelmetalle und das Öl zum Teil nachgaben, konnten die Agrarrohstoffe zum Teil deutlich zulegen. Der Goldpreis bewegte sich weiterhin im Bereich der 1.200er-US-Dollar-Marke pro Feinunze. Im Fokus für den Goldmarkt standen nach wie vor das Griechenland-Drama, das Gold als »sicherem Hafen« Unterstützung brachte, und die hereinkommenden US-Wirtschaftsdaten, die zuletzt überwiegend positiv ausfielen, dem US-Dollar Gewinne bescherten und den Goldpreis belasteten, da sie die Sicht stützen, dass die Federal Reserve Bank (Fed) noch in diesem Jahr die Leitzinsen anheben wird. Steigende US-Zinsen gelten als negativ für Investitionen in das zinslose Edelmetall. Die Goldnotierungen gaben im Juni (per Schlusskurs 26. Juni) um 1,3 % auf 1.175,60 US-Dollar pro Unze nach.

 

Das industriell stärker genutzte Silber sank im Juni um deutlichere 5,6 %. Nach wie vor lastet auf den Notierungen die Wachstumsabschwächung in China. Im Mai sind laut der chinesischen Handelsbilanz sowohl die Im- als auch die Exporte des weltgrößten Rohstoffkonsumenten erneut gesunken. Der von HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe konnte mit einem Anstieg von 49,4 Punkten im Mai auf 49,6 Zähler im Juni zuletzt positiv überraschen (Konsens 49,2 Punkte). Dennoch notiert der Index damit weiterhin unter der eine wirtschaftliche Expansion signalisierenden Marke von 50 Punkten. Der Kupferpreis fiel im Juni um 3,8 %.

 

Palladium stürzte hingegen im Monatsverlauf mit einem Minus von 12,7 % auf ein frisches Zweijahrestief ab. Auf die Notierungen drücken Sorgen um schwache Autoverkaufszahlen in den USA und China, während die südafrikanischen Minen nach dem fünfmonatigen Streik im vergangenen Jahr nun wieder überreichlich produzieren. Gleichzeitig ist ungewiss, ob die Nachfrage der Autoindustrie groß genug ist, um die aktuellen Preise zu rechtfertigen. Die chinesische Autoindustrie wurde vom Abschwung in China hart getroffen. Jüngsten Handelsdaten zufolge sind die chinesischen Palladiumimporte im Mai den achten Monat in Folge gesunken. Palladium wird für Katalysatoren verwendet. Platin verlor auf Monatssicht 3,9 %. Das Überangebot infolge des Produktionsanstiegs in Südafrika drückte auch hier auf die Notierungen. Mit 1.059,50 US-Dollar pro Unze erreichte das Edelmetall Ende des Monats ein frisches Sechsjahrestief. Der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte WTI hat auf Monatssicht um 1,2 % nachgegeben, die Nordseesorte Brent fiel um deutlichere 3,7 %. Während der Ölmarkt ohnehin nach wie vor überversorgt ist, ist auch die Entwicklung im Iran wieder in den Fokus gerückt. Am 30. Juni läuft die Verhandlungsfrist für ein endgültiges Atomabkommen des Westens mit dem Iran aus. Falls es zu einer Einigung kommen und der Westen seine Sanktionen aufheben sollte, dürfte der Iran seine Ölexporte umgehend deutlich erhöhen und das weltweite Überangebot dürfte noch weiter zunehmen.

 

US-Erdgas der Sorte Henry Hub ist hingegen im Monatsvergleich um 4,2 % gestiegen. Obwohl die Überversorgung des Marktes weiterhin hoch ist, sind die US-Erdgaslagerbestände zuletzt nicht mehr so stark gestiegen wie erwartet. Die gesamte Lagermenge in den USA liegt derzeit bei 2.508 Milliarden Kubikfuß. Im Jahresvergleich ist dies ein Anstieg um 695 Milliarden Kubikfuß. Gleichzeitig liegt der Wert 35 Milliarden Kubikfuß über dem Fünfjahresschnitt von 2.473 Milliarden Kubikfuß zu dieser Jahreszeit. Größere Preisanstiege gab es im abgelaufenen Monat bei den Agrarrohstoffen. Weizen kletterte um satte 17,2 %. Wetterbedingt hinkt die US-Winterweizenernte in diesem Jahr hinterher und infolge starker Regenfälle in den US-Anbaugebieten wächst die Gefahr von Pflanzenschäden. Während der Internationale Getreiderat (IGC) noch Ende Mai einen ausgeglichenen Weizenmarkt prognostiziert hatte, erwartet er nun für das Jahr 2015/16 ein Defizit von 2 Millionen Tonnen. Der Maispreis gewann im Juni 9,5 %. Nach Jahren mit Überschüssen rechnet der IGC für das Jahr 2015/16 mit einem Angebotsdefizit von 13 Millionen Tonnen auf dem globalen Maismarkt. Sojabohnen legten angesichts der Sorgen um Ernteeinbußen infolge der starken Regenfälle um 7,0 % zu. Die Baumwollnotierungen konnten in diesem Umfeld trotz wieder aufgekommener Sorgen um einen nachlassenden Exporthunger Chinas ebenfalls um 4,0 % zulegen. Kaffee verteuerte sich um 3,4 %. Die Internationale Kaffeeorganisation ICO hat ihre Prognose zum Defizit am globalen Kaffeemarkt 2014/15 auf acht Millionen Sack angehoben. Zucker verbilligte sich um 3,7 % denn das globale Überangebot setzt den Zuckerpreis weiterhin unter Druck.

 

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