Rohöl: USA setzen OPEC unter Druck

Rohöl: USA setzen OPEC unter Druck

Dienstag, 12. März 2019Lesezeit: 4 Minuten

Die Lage am Ölmarkt ist von einem Wechselspiel gegenläufiger Kräfte und Interessen gekennzeichnet. Die unklare Situation beeinflusst die Preisbildung. Zu Wochenbeginn zogen die Notierungen an, doch der Wind kann sich von jetzt auf gleich drehen.

Rohöl: USA setzen OPEC unter Druck

Die Lage am Ölmarkt ist von einem Wechselspiel gegenläufiger Kräfte und Interessen gekennzeichnet. Die unklare Situation beeinflusst die Preisbildung. Zu Wochenbeginn zogen die Notierungen an, doch der Wind kann sich von jetzt auf gleich drehen.

Zum Preisanstieg am Montag trug ein erneutes Bekenntnis Saudi-Arabiens zur Öl-Förderbremse bei. Das Königreich wolle die Produktionsmenge im kommenden Monat unter der Marke von 10 Mio. Barrel pro Tag halten, meldete Bloomberg. Die Agentur berief sich auf einen namentlich nicht genannten saudischen Offiziellen. Die OPEC-Staaten und ihre Verbündeten haben im vergangenen Jahr eine Förderbeschränkung vereinbart. Die tägliche Produktionsmenge sollte um bis zu 1,2 Mio. Barrel gekürzt werden. Der Beschluss ist zu Beginn des Jahres in Kraft getreten. Saudi-Arabien hatte zunächst eine Senkung auf 10,31 Mio. Barrel pro Tag zugesagt.

Preisdämpfend wirkt generell die stetig steigende US-Ölproduktion. Die USA hatten in den vergangenen Jahren enorm viel Öl gefördert und damit die Machtbalance der OPEC ins Wanken gebracht. Die US-Produzenten besitzen die Fähigkeit, auf hohe Preise schnell mit Produktionsausweitungen zu reagieren.

Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) werden die USA ihre Ölexporte in den kommenden fünf Jahren weiter kräftig steigern, die russischen Ausfuhren übertreffen und zu den Exporten Saudi-Arabiens aufschließen. Dies geht aus dem Bericht "Oil 2019" hervor, der am Montag in Paris veröffentlicht wurde. 70 Prozent des globalen Anstiegs der Ölproduktion soll in den nächsten fünf Jahren auf das Konto der Vereinigten Staaten gehen.

Die IEA warnte zugleich vor den Folgen. Ein höheres US-Angebot werde die internationalen Handelsströme von Rohöl verändern, mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die Geopolitik, sagte IEA-Direktor Fatih Birol.

5-Jahres-Chart Brent, Quelle: Bloomberg Finance L.P.


Gold: Spekulative Finanzinvestoren nehmen Gewinne mit

Der Goldpreis ist am vergangenen Freitag nach den enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten wieder kurzzeitig über die psychologisch wichtige Marke von 1.300 US-Dollar je Feinunze geklettert. Doch zum Wochenauftakt rutschte die Edelmetall-Notiz unmittelbar wieder unter die runde Schwelle, wo sie seitdem seitwärts tendiert.

So sind in den USA im Februar lediglich 20.000 neue Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Allerdings sind die ohnehin schon starken Zahlen zum Vormonat Januar sogar noch weiter nach oben auf über 300.000 revidiert worden. In der Durchschnittsbetrachtung der beiden Monate zeigt sich der US-Arbeitsmarkt insofern recht solide. Positiv ist zudem, dass die Arbeitslosenquote im Februar auf 3,8 Prozent gefallen ist.

Obwohl Gold am vergangenen Freitag in der Spitze um 15 US-Dollar zulegte, meldete Bloomberg erneut ETF-Abflüsse. Diese fielen an diesem Tag mit 7 Tonnen sogar recht üppig aus. „Von den starken Zuflüssen im Januar ist nicht mehr viel übrig“, hieß es von der Commerzbank. Seit Monatsbeginn hätten sich die Abflüsse auf 27,5 Tonnen summiert. Der Preisrückgang von Gold von Mitte Februar bis in den März sei zudem zu einem großen Teil auf spekulative Finanzinvestoren zurückzuführen. Laut CoT-Report haben große Terminspekulanten (Non-Commercials) Gold-Futures verstärkt verkauft.

Goldeinkäufe seitens der Zentralbanken bleiben hingegen auch dieses Jahr eine wesentliche Stütze der Goldnachfrage. Die chinesische People's Bank of China (PBoC) erhöhte ihre Reserven im Februar um weitere 10 Tonnen Gold. Dies war bereits der dritte Monat in Folge mit Goldkäufen der PBoC von insgesamt rund 32 Tonnen, nachdem sie zuvor mehr als zwei Jahre ihre Goldreserven nicht erhöht hatte. „Aktuelle Bemühungen, die Reserven zu diversifizieren - weg vom US-Dollar - hat zu Goldkäufen durch die PBoC geführt“, zitierte goldseiten.de Robin Bhar von Societe Generale SA. „Wir denken, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird“.

5-Jahres-Chart Gold, Quelle: Bloomberg Finance L.P.

Kaffee: Absehbare Trendwende

Der Kaffeemarkt ächzt derzeit unter dem höchsten Angebotsüberschuss seit 16 Jahren. Aktuell übersteigt das Angebot den Bedarf um rund vier Millionen Säcke. Das Ungleichgewicht lässt sich an der Preisentwicklung ablesen. Im vergangenen halben Jahr wurde die Arabica-Notiz nur kurzzeitig über 1,20 Dollar je Pfund gehandelt und pendelte zumeist zwischen 0,96 und 1,06 Dollar je Pfund. Vor einem Jahr lag der Preis noch bei rund 130 Cent pro Pfund.

Doch dieses Jahr könnten sich die Notierungen erholen. Grund ist der spezielle Wachstumsrhythmus bei Kaffeepflanzen. Besonders die Sorte Arabica unterliegt einem Wechsel zwischen ertragreichen und weniger ertragreichen Jahren. In einem Jahr werden die Nährstoffe in die Fruchtentwicklung geleitet, im kommenden wächst vor allem die Pflanze selbst.

War 2018 ein überaus erfolgreiches Jahr mit einer reichen Erntemenge, dürfte die diesjährige Saison „karger“ ausfallen. Dreh- und Angelpunkt für die Preisentwicklung bei Kaffee ist die Arabica-Ernte im weltgrößten Exportland Brasilien. „Dieses Jahr ist bei dieser Kaffeesorte ein ertragsschwächeres im zweijährigen Zyklus der brasilianischen Kaffeeproduktion und dürfte als solches mit einer deutlich niedrigeren Produktion einhergehen“, erklärten die Analysten der Commerzbank.

Die meisten von Reuters befragten Experten rechnen mit Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent in diesem Jahr. Es könnte sogar zu einem Angebotsdefizit auf dem Weltmarkt kommen. Dies könnte einen Preisanstieg bis auf 1,25 US-Dollar zur Folge haben, hieß es in der Umfrage. Ein weiterer Preisfaktor ist die brasilianische Währungsentwicklung. Marktbeobachter erwarten, dass der Real zum US-Dollar aufwerten wird. Eine starke brasilianische Valuta könnte die Kaffeepreise zusätzlich stützen.

5-Jahres-Chart Kaffee, Quelle: Bloomberg Finance L.P.

 

 

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13.11.2019 07:50:40

 
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