Rohöl: Ölförderer reagieren auf das Überangebot

Rohöl: Ölförderer reagieren auf das Überangebot

Dienstag, 13. November 2018Lesezeit: 3 Minuten

Umschwung: Während der Markt in den vergangenen Monaten noch die Sorge umtrieb, dass die Ölnachfrage nicht bedient werden kann, besteht derzeit ein Produktionsüberschuss.

Rohöl: Ölförderer reagieren auf das Überangebot

Am Ölmarkt hat binnen kurzer Zeit ein Kursumschwung stattgefunden. Während die Marktteilnehmer in den vergangenen Monaten noch die Sorge umtrieb, dass die Ölnachfrage aufgrund des Produktionsausfalls in Venezuela und der US-Sanktionen gegen den Iran nicht bedient werden kann, besteht derzeit ein Produktionsüberschuss.

Die Ölpreise bildeten die veränderte Lage unmittelbar ab. Ende vergangener Woche fiel die Notierung für US-Erdöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) auf 61 US-Dollar je Barrel und bewegte sich damit auf einem Vierjahrestief. Nicht viel besser erging es der Nordseesorte Brent, die bis auf 69 Dollar je Barrel absackte. Im Vergleich zu Anfang Oktober stellte dies einen Preisrutsch von über 20 Prozent dar.

Für die Schwäche verantwortlich waren die rekordnahe Produktionssteigerung durch die USA, die Anhebung der Fördermenge im Oktober um 500.000 Barrel pro Tag durch Saudi-Arabien sowie Ankündigungen aus dem Irak, den VAE und Indonesien, die Produktion im kommenden Jahr ebenfalls anzuheben. Und das in Zeiten, in denen die Ölnachfrage tendenziell sinkt. Experten gehen zwar davon aus, dass die Ölnachfrage im nächsten Jahr wieder zulegen wird, allerdings in eher überschaubarem Ausmaß.

Angesichts dieser Gemengelage und des massiven Preisverfalls liegt es auf der Hand, dass die Ölförderstaaten nicht auf Dauer tatenlos zuschauen. Die OPEC und andere Ölstaaten würden bei ihrem Dezember-Treffen über eine Reaktion auf das Überangebot entscheiden, sagte der Ölminister des Oman, Mohammed Al-Rumhy, am Sonntag in Abu Dhabi. Am Rande des jüngsten Treffens des Erdölkomitees der OPEC+-Allianz in Abu Dhabi war die Rede einer Senkung der täglichen Fördermenge um 1 Mio. Barrel.

Einen Schritt weiter ist Saudi-Arabien. Der weltweit größte Öl-Exporteur wolle im Dezember pro Tag 500.000 Barrel weniger produzieren, kündigte Energieminister Chaled al-Falih am Sonntag an. Die aktuelle Förderquote lag im Oktober bei 10,7 Mio. Barrel pro Tag. Allein die Möglichkeit eines geringeren Angebots ließ die Ölpreise zu Wochenbeginn in der Spitze um rund zwei Prozent in die Höhe springen.

 

Gold: Preiserholung war nur von kurzer Dauer

Der Goldpreis hatte sich bis Dienstag vergangener Woche sukzessive auf 1.236 US-Dollar je Feinunze zurückgearbeitet. Zuvor testete das Edelmetall neue Jahrestiefs bei 1.175 Dollar. Ein Grund für die jüngste Aufwärtsbewegung dürfte der leichte Nachfrageanstieg im dritten Quartal gewesen sein. Nach Angaben des World Gold Council legte der Goldbedarf in diesem Zeitraum um 0,6 Prozent auf 964,30 Tonnen zu. Dem stand allerdings zugleich ein höheres globales Goldangebot von 1.161,50 Tonnen gegenüber.

Doch die Preiserholung war nur von kurzer Dauer. Zu Wochenbeginn sank die Notiz bis auf 1.202 US-Dollar je Feinunze zurück. Den Analysten der Commerzbank zufolge wirkte sich insbesondere der deutlich festere US-Dollar preisbelastend aus. Aufgrund der Hängepartie um den Schuldenhaushalt Italiens zeigt sich der Euro zurzeit besonders weich, was den Greenback stützt. Sollte die Krise um das Land sich weiter verschärfen, was mit einer neuerlichen Ausweitung der Renditeaufschläge für italienische Staatsanleihen einhergehen dürfte, könnte zumindest der Goldpreis in Euro davon profitieren, lautet die Prognose.

Die spekulativen Finanzanleger haben ihre Leerverkäufe bei Gold laut der jüngsten CFTC-Statistik in der Woche zum 6. November weiter abgebaut. Da der Preis mittlerweile aber merklich gefallen ist, dürften die Short-Positionen wieder gestiegen sein.

 

Silber: Steht ein Aufschwung bevor?

Silber hat in den letzten Monaten schlecht abgeschnitten. So fiel sein Kurs von 17 US-Dollar im Juni auf unter 14 US-Dollar im September. Von seinem zyklischen Tief bei 13,90 US-Dollar je Feinunze konnte sich der Silberpreis zuletzt nur unwesentlich erholen. Zu Wochenbeginn notierte das Metall bei 14,05 US-Dollar/Unze.

Silber steht aus mehreren Gründen unter Druck: Aufgrund seiner hohen Korrelation zu Gold ist sein Kurs zusammen mit dem großen Bruder gesunken. Zudem hatte der Ausverkauf bei Industriemetallen im Sommer zur Folge, dass sich der Marktpessimismus gegenüber der gesamten Bandbreite der Metalle verschärfte.

Wird der Silberpreis kurzfristig weiter nachgeben oder steht ein Aufschwung bevor? Ja, sagt der Edelmetallanalyst Boris Mikanikrezai, der davon ausgeht, dass der kleine Bruder von Gold für den Rest des Jahres unter den Metallen mit am stärksten performen wird. „Da das Gold/Silber-Verhältnis nahe an seinem Allzeithoch liegt, wird Silber die meisten Anleger bis zum Jahresende nach oben überraschen", schrieb Mikanikrezai in einem Seeking Alpha Beitrag.

Dem Analysten zufolge deutet die aktuelle spekulative Netto-Short-Positionierung von Comex-Silber darauf hin, dass eine Trendwende bevorsteht: „Ich gehe davon aus, dass die Großspekulanten wieder auf eine Netto-Long-Position bei Comex-Silber zurückkehren werden, die sich ihrem historischen Durchschnitt von 4.140 Tonnen (1986 - heute) annähern dürfte. Dies impliziert eine massive Welle spekulativer Käufe zugunsten von Comex-Silber, was zu einer potenziellen Super-Rally der Spotpreise für Comex-Silber führen könnte", so Mikanikrezai.

 

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02.03.2021 00:37:05

 
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