Rohöl: OPEC+ verlängert das Förderabkommen

Rohöl: OPEC+ verlängert das Förderabkommen

Mittwoch, 3. Juli 2019Lesezeit: 4 Minuten

Das Ölkartell OPEC und die zehn mit ihm kooperierenden Staaten ("OPEC+") haben diese Woche ihre Verhandlungen über eine gemeinsame Verlängerung der Förderlimits abgehalten. Das Ergebnis war zu erwarten. Goldfans blicken auf einen bewegten Juni zurück. Der Preis machte einen gewaltigen Sprung nach oben, hat mittlerweile aber auch einen guten Teil seiner Zugewinne wieder abgegeben. Kommt es nun zu weiteren Gewinnen? Vergangenen Freitag veröffentlichte das USDA Zahlen zu den endgültigen US-Anbauflächen. Der Bericht was so schockierend, dass der Maispreis an der Börse in Chicago geradezu einbrach.

Rohöl: OPEC+ verlängert das Förderabkommen

Das Ölkartell OPEC und die mit ihm kooperierenden Staaten wie Russland (OPEC+) werden auch weiterhin ihre Förderung limitieren. Die 14 OPEC-Staaten einigten sich bei ihren Beratungen am Montag in Wien auf eine Verlängerung der bestehenden Förderlimits um neun Monate, wie der venezolanische Ölminister Manuel Salvador Quevedo Fernandez in Wien mitteilte. Die kooperierenden Staaten im Bündnis OPEC+ haben sich offenbar dazu bereit erklärt, dieser Strategie zu folgen.

Vergangenen Dezember hatte das Bündnis OPEC+ vereinbart, täglich 1,2 Mio. Barrel weniger Öl aus dem Boden zu holen als noch im Oktober 2018. Dabei entfallen 800.000 Barrel auf die OPEC-Staaten, die restlichen 400.000 Barrel auf die zehn anderen kooperierenden Länder. Die Verständigung führte zu einer Verknappung des Angebots und steigenden Ölpreisen. Da das Abkommen nun verlängert wird, ist nun auch wieder perspektivisch mit höheren Ölnotierungen zu rechnen. Die Nordseesorte Brent wurde am Dienstag bei 65 Dollar/Barrel gehandelt. 

Der weltweite Ölmarkt wird im zweiten Halbjahr 2019 voraussichtlich unterversorgt sein, prognostizierte die Internationale Energieagentur (IEA). „Das Vorgehen der OPEC ist ein klares Signal, um den Preis nach oben zu bringen“, erklärte Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 

Vor allem für Saudi-Arabien ist es notwendig, dass der Ölpreis signifikant steigt. Laut einer Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF) benötigt Riad einen Ölpreis von etwa 85 US-Dollar je Barrel für einen ausgeglichenen Staatshaushalt. 

5-Jahres-Chart Rohöl, Quelle: Bloomberg Finance L.P.

Goldpreis kommt vom Jahreshoch zurück

Goldfans blicken auf einen bewegten Monat Juni zurück. Der Preis machte einen gewaltigen Sprung nach oben, hat mittlerweile aber auch einen guten Teil seiner Zugewinne wieder abgegeben. Mitte vergangener Woche ist er über die Marke von 1.400 US-Dollar gestiegen - erstmals seit dem Jahr 2013. In der Spitze ging es bis 1.439 Dollar/Unze – ein Sechsjahreshoch! Zuletzt rutschte die Notiz wieder unter die runde Marke von 1.400 Dollar.

Laut Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann reagierte der Preis auf den „Waffenstillstand“ im Handelsstreit zwischen den USA und China. Das Risiko Handelsstreit werde am Goldmarkt ausgepreist, möglicherweise aber verfrüht, warnte der Experte in einem Kommentar von Montag. Gold wurde zudem vom festen US-Dollar belastet, der nach dem G20-Gipfel in der Breite zulegen konnte.

Einen starken und nachhaltigen Preisrückgang erwartet Analyst Briesemann nun aber nicht. Im Wesentlichen aufgrund der zu erwartenden Zinssenkungen der EZB und der Fed sowie der nach wie vor bestehenden (geo-)politischen Risiken. Experte Andreas Speer von der BayernLB relativiert hingegen die Wirkung von politischen Ereignissen auf den Goldpreis. „So bedarf es schon einer extremen Krise wie derjenigen des Euroraums zu Beginn dieses Jahrzehnts, um einen spürbaren Effekt sehen zu können.“ Gleichwohl könnten Ereignisse wie der Iran-Konflikt und Handelsstreitigkeiten bestehende Trends verstärken, insbesondere wenn sie auch Auswirkungen auf die Zinsen und den Dollar hätten.

5-Jahres-Chart Gold, Quelle: Bloomberg Finance L.P.

Mais: Notierung bricht stark ein

Vergangenen Freitag veröffentlichte das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) Zahlen zu den US-Quartalslagerbeständen für Getreide und Sojabohnen zum 1. Juni und zu den endgültigen US-Anbauflächen. Der Bericht was so schockierend, dass der Maispreis an der Börse in Chicago in der Folge geradezu einbrach. In den vergangenen Handelstagen bis Dienstag kam es zu einem Abschlag von mehr als sechseinhalb Prozent verglichen mit der Vorwoche. 

Das USDA hatte wider Erwarten eine gegenüber den ursprünglichen Anbauplänen im März kaum verringerte Maisanbaufläche 2019/20 von 91,7 Mio. Morgen gemeldet. Vorherige Erhebungen ließen aber darauf schließen, dass wegen der langen Regenperiode erheblich weniger Flächen mit Mais bestellt werden konnten. Der Median einer Reuters-Umfrage lag bei 86,6 Mio. Morgen, wobei die Spanne der Prognosen zwischen 82 und knapp 90 Mio. Morgen reichte. Die auf einer Umfrage unter Landwirten beruhenden Anbaupläne wiesen Ende März noch eine beabsichtigte Anbaufläche von 92,8 Mio. Morgen aus. 

Laut Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch könnten die US-Landwirte trotz der deutlich zu feuchten Böden Mais ausgesät haben, um die Auszahlung von Versicherungsleistungen oder die von der US-Regierung wegen des Handelskonflikts in Aussicht gestellten Agrarhilfen beantragen zu können. Es sei keineswegs sicher, dass der zuletzt ausgesäte Mais überhaupt aufgehe oder gar Erntereife erreiche, so Fritsch. Stattdessen könnte er in den kommenden Wochen wieder umgepflügt werden, falls sich herausstelle, dass die Pflanzen keine Chance haben, eine adäquate Entwicklung zu nehmen.

5-Jahres-Chart Mais, Quelle: Bloomberg Finance L.P.

 


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13.11.2019 07:55:14

 
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