Ölpreise im Sinkflug

Ölpreise im Sinkflug

Dienstag, 29. November 2022Lesezeit: 3 Minuten

Letzte Woche berichtete die Wirtschaftszeitung Wall Street Journal (WSJ) über einen möglichen Wandel der Förderpolitik des Ölverbundes OPEC+, welcher eine Anhebung von rund 500.000 Barrel pro Tag herbeiführen könnte (21.11.2022). Die Terminmärkte reagierten daraufhin volatil, was deutliche Kursrückgänge in der Nordseesorte Brent Crude Oil sowie in der US-Rohölsorte WTI zur Folge hatte. Welche Auswirkungen eine Erhöhung der Fördermenge auf das derzeitige Umfeld im Energiesektor haben könnte, erfahren Sie im Folgenden.

Der Bericht im Detail

Erst vor kurzem beschloss die OPEC+ eine Reduzierung der Fördermenge um zwei Millionen Barrel pro Tag. Diese Entscheidung stieß anfangs auf viel Kritik und Unverständnis seitens der US-Regierung sowie einiger Mitgliedsstaaten des Verbandes, da das verringerte Angebot preisstützend wirken und somit eine Abkühlung der teils energiegetriebenen Inflation verlangsamen könnte.

Nun aber berichtet das WSJ, dass Saudi-Arabien als führendes OPEC+-Mitglied bereits im Vorfeld der nächsten Tagung am 04. Dezember (2022) eine Erhöhung der Fördermenge um 500.000 Barrel pro Tag diskutiere. Bisher wird dies jedoch noch vom saudischen Energieminister dementiert. (Stand 22.11.2022). Unbeeindruckt davon, gerieten die Rohölsorten sowie die Aktien großer Ölkonzerne unter Druck und gaben bis zum Handelsschluss mehrere Prozentpunkte ab.

Weitere Entwicklung im Energiesektor

Die negative Reaktion der Marktteilnehmer auf den veröffentlichten Artikel der WSJ setzt eine bereits begonnene Talfahrt der Ölpreise fort. Grund dafür ist die vorausgegangene Berichtssaison, die neben wichtigen Wirtschaftsdaten erneut verdeutlichte, dass ein Großteil der Unternehmen in der aktuellen Marktphase mit sinkender Nachfrage und starkem Margendruck zu kämpfen hat. Ein hieraus resultierender potenzieller Rücklauf der Produktion könnte sich entsprechend negativ auf den Ölpreis auswirken und einen Erklärungsansatz für den aktuellen Abwärtstrend des „schwarzen Goldes“ darstellen. Eine mögliche Erhöhung des Petroleum-Angebots in Folge der nächsten OPEC+--Tagung könnte diese Entwicklung nur weiter bekräftigen.

Dabei konnte der Energiesektor, unter anderem vertreten von Aktien der Ölkonzerne, für das laufende Jahr beeindruckende Erträge für Anlegerinnen und Anleger generieren. Die geopolitischen Spannungen trieben die Ölpreise seit Anfang dieses Jahres (2022) enorm an, was diesen Unternehmen wiederum Rekordgewinne bescherte. Ein erster Rücksetzer aufgrund der aktuellen Berichterstattung und der ökonomischen Daten muss daher vor diesem Hintergrund keinen Anlass zur Panik bieten, denn der Sektor könnte weiteres Zukunftspotenzial für langfristig orientierte Marktteilnehmerinnen und -teilnehmer vorweisen.

Allen voran sind die Dekarbonisierungs-Ziele des „Pariser Abkommens“ zu erwähnen, die beim Versuch eines Erreichens der festgelegten „net-zero“-Emissions-Ziele ausschließlich durch erhöhte Aufwendungen und Gewinneinbußen der Ölkonzerne zu erreichen sein dürften. Diese Kombination in Verbindung mit einer sinkenden Nachfrage aufgrund alternativer Energiequellen, könnte für immensen Margendruck sorgen. Die Lösung? Aussagen der Geschäftsführung von BP oder Royal Dutch Shell zufolge versuchen die Konzerne, den Effizienzgrad der Förderung immens zu erhöhen. Des Weiteren beschleunigen die Unternehmen ihren bisher gemächlichen Umbau des Geschäftsmodells und planen den Ausbau der Geschäfte im Bereich der erneuerbaren Energien sowie im Chemiesektor. Ob sich die Bemühungen auszahlen könnten, bleibt abzuwarten.

 

 

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko / Preisänderungsrisiko: Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

29.01.2023 07:46:01

 
So wollen wir miteinander diskutieren! Beachten Sie bitte unsere Blog-Netiquette.

 

Kommentar schreiben

 

  

 

  

 

* Pflichtfelder müssen ausgefüllt werden