Neuordnung im deutschen Energiemarkt

Neuordnung im deutschen Energiemarkt

Freitag, 16. März 2018Lesezeit: 2 Minuten

Die langjährigen Rivalen Eon und RWE einigten sich auf einen EUR 20 Milliarden Deal. Das Geschäft sieht einen umfangreichen Tausch von Aktivitäten vor und führt kurzfristig zu mehr Marktmacht.

Auf der gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstagmorgen verkünden RWE-Chef Rolf Martin Schmitz und Eon-Chef Johannes Teyssen die Details zum Milliarden-Geschäft. Der Deal sieht zunächst vor, dass Eon die RWE-Beteiligung von 76,8 Prozent an Innogy vollständig übernimmt. Im Gegenzug wird der Versorger RWE mit 16,7 Prozent an Eon beteiligt. In einem umfangreichen Tausch von Geschäftsaktivitäten erhält Eon das komplette Netz- und Vertriebsgeschäft von Innogy. Die erneuerbaren Energien sollen unter dem Dach von RWE geführt werden.

Damit wird Eon zu einem der größten Energieversorger in Europa und versorgt rund 50 Millionen Kunden. Eon-Chef Teyssen verspricht sich durch den Deal Synergien von EUR 600 bis 800 Millionen jährlich, die ab 2022 realisiert werden sollen. „Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Neuaufstellung die deutsche und europäische Energiewende im Interesse aller Kunden und im Interesse einer sicheren und nachhaltigen Versorgung besser als in der heutigen Organisation zum Erfolg bringen können“, erklärte Teyssen auf der Pressekonferenz.

Anleger und Gewerkschaften begrüßen das Milliarden-Geschäft

Die Gewerkschaften IG BCE und Verdi hatten bereits am Montag in einer gemeinsamen Erklärung das Milliarden-Geschäft begrüßt. „Die Chance für alle Beteiligten liegt darin, starke und investitionsfähige Unternehmen aufzubauen und Perspektiven für Wachstum und Arbeitsplätze zu erschließen“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske.

Auch die Reaktionen der Anleger auf den Milliarden-Deal fielen positiv aus. Aktien von RWE und Eon schossen zum Wochenbeginn in die Höhe. Am Dienstag veröffentlichten sowohl RWE, als auch Eon ihre Zahlen und konnten mit einer positiven Bilanz überzeugen. Nach einem Rekordverlust von EUR 5,7 Milliarden im Jahr 2016, konnte RWE im vergangen Jahr einen Nettogewinn von EUR 1,9 Milliarden ausweisen. Für das Jahr 2017 konnte Eon einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von EUR 3,1 Milliarden verbuchen. Im laufenden Jahr wird mit einem Ebit von EUR 2,8 bis 3,0 Milliarden gerechnet.

Aktienüberblick

Die RWE-Aktie wird aktuell bei EUR 19,93 (16.03.18) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 23,31 (09.11.17), das Jahrestief bei EUR 14,31 (22.03.17). Bei Bloomberg setzen 12 Analysten die Aktie auf Kaufen, 13 auf Halten und zwei auf Verkaufen. Bloomberg Analysten setzen aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 21,33.

Die Eon-Aktie wird aktuell bei EUR 9,07 (16.03.18) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 10,81 (09.11.17), das Jahrestief bei EUR 6,79 (17.03.17). Bei Bloomberg setzen 17 Analysten die Aktie auf Kaufen, acht auf Halten und drei auf Verkaufen. Bloomberg Analysten setzen aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 10,52.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

 

 

Wichtige Risiken:

Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. Anleger sollten beachten, dass es sich bei Turbo-Optionsscheinen und Mini Futures um besonders risikoreiche Instrumente der Vermögensanlage handelt.

30.11.2021 07:23:40

 
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