Munich Re glänzt, Allianz zumindest zufrieden

Munich Re glänzt, Allianz zumindest zufrieden

Freitag, 7. Mai 2021Lesezeit: 4 Minuten

Mit den aktuell veröffentlichten Quartalszahlen sorgte der Rückversicherer Munich Re für eine positive Überraschung. Trotz der gestiegenen Summe an Großschäden, welche naturgemäß das Ergebnis belasten, gelang es dem Münchener Rückversicherer, den Gewinn zu steigern. Der Versicherungskonzern Allianz hingegen präsentiert auf seiner Hauptversammlung ein weniger erfreuliches Ergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr. Um künftig wieder in die Erfolgsspur zu gelangen, plant der Versicherer daher einen Konzernumbau.

Munich Re präsentiert Quartalszahlen

Der weltgrößte Rückversicherer, Munich Re, veröffentlichte diese Woche die Zahlen des Auftaktquartals. Auch wenn der Branchenprimus eine deutliche gestiegene Summe an Großschäden hinnehmen musste, welche insbesondere auf den starken Kälteeinbruch in den USA im Februar dieses Jahres zurückzuführen ist, übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten. Die Gesamtsumme der durch Naturkatastrophen verursachten Versicherungsschäden verdreifachte sich zwar im Vergleich zum Vorjahresquartal und schmälte somit das ansonsten positive Ergebnis. Doch insgesamt konnte der Rückversicherer im ersten Quartal ein operatives Ergebnis von EUR 798 Mio. erzielen und übertraf damit die Prognose der Analysten, welche bei EUR 782,2 Mio. lag. Auch der Gewinn, welcher im Vorjahreszeitraum bei EUR 221 Mio. lag, konnte im abgelaufenen Quartal auf EUR 589 Mio. gesteigert werden. Einer der Gewinntreiber von Munich Re ist der Düsseldorfer Versicherer Ergo. Denn im Gegensatz zu konkurrierenden Rückversicherern operiert der Konzern auch als Erstversicherer. Die Ergo Versicherung verdiente in den ersten drei Monaten des Jahres EUR 178 Mio. und damit EUR 106 Mio. mehr als noch ein Jahr zuvor. Ausschlaggebend für den Zuwachs ist das Geschäft mit den Lebens- und Krankenversicherungen. Während Bereiche wie Schaden- und Unfallversicherung weitestgehend auf Vorjahresniveau stagnierten, stieg der Gewinn im Segment der Lebens- und Krankenversicherungen von EUR 5 Mio. auf EUR 91 Mio. an. Der innerhalb des Konzerns jahrelang als Sanierungsfall geltende Versicherer Ergo entwickelt sich immer mehr zum Zugpferd. Bereits Ende vergangenen Jahres, bei der Vorstellung der neuen Mehrjahresstrategie Ambition 2025, sagte Konzernchef Joachim Wenning: „Ergo ist vom Problemkind zur Freude im Konzern geworden“. Auch wenn die Corona-Krise beim Rückversicherer erwartungsgemäß deutliche Spuren hinterlassen hat, zeigt sich alles in allem, dass die Geschäfte von Munich Re sehr gut laufen und der Rückversicherer auch in Zeiten der Krise auf die Stabilität des Geschäftsmodells vertrauen kann.

Allianz plant Konzernumbau

Das aktuelle Drei-Jahres-Programm der Allianz mit dem Slogan „Einfach gewinnt“, welches der Konzern Anfang 2019 ausgegeben hatte, neigt sich seinem Ende entgegen und soll von einem neuen Drei-Jahres-Plan abgelöst werden. Auf der rein virtuellen Hauptversammlung der Allianz SE am 5. Mai 2021 gab CEO Oliver Bäte erste Einblicke in diesen neuen Strategieplan. Die Vereinfachung der globalen Produktlinien steht hierbei besonders im Fokus. Zukünftig soll eine überschaubare Zahl sogenannter „Master-Produkte“ den Kern der neuen Produktpalette bilden. Vorbild hierfür soll die Umstellung der Produktpalette der Konzerntochter Allianz Partners sein, bei der man bereits mehrere tausend Produktvarianten durch 16 Master-Produkte ersetzt hatte. Konzernchef Bäte sieht darin enormes Einsparpotenzial, da durch die Einführung der Master-Produkte operative Prozesse über eine zentrale Plattform verwaltet werden können.

Grundsätzlich zeigte man sich auf virtuellen Hauptversammlung trotz des coronabedingten Gewinnrückgangs von EUR 1,2 Mrd. auf EUR 7,1 Mrd. sehr zufrieden. Des Weiteren stimmten die Aktionäre einer Gehaltserhöhung des Konzernchefs Oliver Bäte um zwölf Prozent zu. Dieser wird künftig bei hundertprozentiger Zielerreichung eine Jahresvergütung von EUR 7,37 Mio. erhalten. Kritik gab es indes von Seiten der Gastronomen und Hoteliers, da sich diese nicht erfreut über die Ablehnung der Zahlung von Schäden, die aufgrund der pandemiebedingten Betriebsschließung entstanden sind, zeigten. Bäte verteidigte auf der Hauptversammlung die Ablehnung der Zahlungen, da sich die betroffenen Gastronomen und Hoteliers mit den bestehenden Policen nicht gegen die virusbedingten Schließungen versichert hatten. Problemtisch sei allerdings, wenn die Verträge nicht eindeutig sagen, was versichert ist. Dies ist bei 6.300 Verträge der Allianz der Fall, entsprechende Gerichtsverfahren laufen. In 41 Prozessen wurden die Klagen bereits abgewiesen. Die Prozesskosten hierfür belaufen sich bislang auf EUR 560.000 und für Vergleiche hat die Allianz bereits EUR 5 Mio. ausgezahlt. Klar ist jedoch, dass die Pandemie und deren Folgen noch ein langes Nachspiel für den Versicherungskonzern haben werden.

Die Aktien im Überblick


Die Aktie von der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft wird aktuell bei EUR 248,15
(07.05.2021) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei EUR 257,17 (07.04.2021) und das Jahrestief bei EUR 170,79 (14.05.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 17 Analysten die Aktie auf BUY, 9 auf HOLD und 3 Analysten setzen sie auf SELL.


Die Aktie der Allianz SE wird aktuell bei EUR 214,50 (07.05.2021) gehandelt, was gleichzeitig dem Jahreshoch entspricht. Das Jahrestief wurde bei EUR 136,74 (14.05.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 19 Analysten die Aktie auf BUY, 10 auf HOLD und ein Analyst setzen sie auf SELL.

Ausgewählte Risiken

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

12.06.2021 16:31:38

 
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