Kupferpreis profitiert von der Elektromobilität

Kupferpreis profitiert von der Elektromobilität

Freitag, 30. April 2021Lesezeit: 5 Minuten

Kupfer gewinnt immer mehr an Bedeutung und findet aktuell vor allem in der Automobil- und Energiebranche Verwendung. Erst kürzlich stieg der Kupferpreis auf einen neuen Höchststand. Mit fast USD 10.000 pro Tonne notierte Kupfer so hoch wie zuletzt im Jahr 2011. Dabei kann der Preisanstieg insbesondere auf die Elektromobilität und die Energiewende zurückgeführt werden.

Kupfer mit neuen Höchstpreisen

Kupfer notiert aktuell auf einem Niveau, welches zuletzt vor zehn Jahren erreicht werden konnte. Demnach kostet momentan eine Tonne des Edelmetalls rund USD 9.650 (Stand: 26.04.2021). Der Preisanstieg von Kupfer kann auf zwei Ursachen zurückgeführt werden: zum einen auf die Folgen der Pandemie und zum anderen auf den enormen Nachfrageanstieg in den Bereichen der Elektromobilität und erneuerbaren Energien – beispielsweise bei der Gewinnung von Wind- und Solarenergie. Im Vergleich zu einem Auto mit Verbrennungsmotor wird für ein Elektroauto circa die vierfache Menge an Kupfer benötigt. Da viele Kupferminen ihren Betrieb pandemiebedingt drosseln mussten, wird der aktuelle Preisanstieg aufgrund der verringerten Angebotsmenge zusätzlich begünstigt. Mögliche Lösungen dieses Problems könnten die Erschließung neuer Kupferabbaugebiete und Effizienzsteigerungen in bestehenden Minen bieten. Da sich solche Vorhaben aber nicht zeitnah umsetzten lassen, gehen Analysten derzeit tendenziell eher von einem weiteren Preisanstieg auf dem Kupfermarkt aus. Laut der amerikanischen Großbank Goldman Sachs könnte der Kupferpreis bis zum Jahr 2025 um weitere 50 Prozent, auf insgesamt rund USD 15.000 pro Tonne, steigen. Das US-amerikanische Unternehmen Jefferies befürchtet auf Grund des Nachfrageanstieges ein weltweites Kupfer-Defizit von rund 20 Prozent bis zum Jahr 2030.

Elektromobilität: Nachfrage nach Kupfer wird steigen

Insbesondere die Elektromobilität erhöht die Nachfrage nach Kupfer massiv, denn laut der International Copper Association (ICA) werden in einem Elektroauto bis zu sechs Kilometer Kupferkabel verarbeitet. Ein herkömmlicher Verbrennungsmotor benötigt lediglich ein Viertel dieser Menge. Daher soll laut Prognosen in einigen Jahren ca. sechs Prozent der weltweiten Kupfernachfrage auf Elektroautos entfallen. Sollte der Bedarf an Elektroautos weiter ansteigen, könnte sich Kupfer zu einem der gefragtesten Rohstoffe weltweit entwickeln. Mit einem Anteil von rund 18 Prozent ist Kupfer einer der Hauptbestandteile von modernen Lithium-Ionen-Akkus. Aber nicht nur der Akku selbst, sondern auch weitere Bestandteilen eines Elektroautos wie der Antriebsenergiespeicher, der Elektromotor, das Hochvoltbordnetz und die Leistungselektronik sorgen für einen sehr hohen Bedarf an dem Halbedelmetall. Zwar variiert der Kupfergehalt bei den verschiedenen Modellen von Elektroautos stark, klar ist jedoch, dass Kupfer einer der wichtigsten Bestandteile eines E-Autos ist. Ebenso sorgt die Ladeinfrastruktur für eine gesteigerte Kupfernachfrage. Ein Treiber dieser Entwicklung ist die Volksrepublik China. Diese ist bereits heute führend beim Absatz von Elektroautos und möchte ihre Führungsrolle im Bereich der Elektromobilität zukünftig ausbauen. Auch wenn der Rohstoff Kupfer selbst keine technologische Revolution darstellt, ist er einer der wichtigsten Basismetalle moderner Schlüsseltechnologien und überzeugt insbesondere durch seine hohe elektrische Leitfähigkeit, welche einer der essentiellsten Faktoren bei der Elektromobilität ist.   

Kupfer und die Energiewende

Aufgrund seiner effizienten elektrischen Leitfähigkeit ist Kupfer bei der angestrebten Energiewende unersetzlich. So wird der Rohstoff zur Gewinnung erneuerbarer Energien, z.B. durch Windräder und Solaranlagen, benötigt. Da aufgrund des Pariser Klimaabkommens immer mehr Staaten dazu verpflichtet sind, mehr in erneuerbare Energien zu investieren, steigt gleichzeitig die Nachfrage an Kupfer. Im Gegensatz zu Europa und China haben die USA in den letzten Jahren wenig in die erneuerbare Energiegewinnung investiert. Das hat sich jedoch seit dem Amtseintritt von Joe Biden deutlich geändert. Der 46. Präsident der Vereinigten Staaten ist ein klarer Verfechter des Klimaschutzes. Laut Analysten von Bloomberg Intelligence könnte die Nachfrage nach dem Edelmetall deshalb bis zum Jahr 2030 jährlich um etwa fünf Prozent steigen.

Goldene Zeiten für Kupferproduzenten

Profitieren von der aktuellen Entwicklung am Kupfermarkt dürften vor allem die Verkäufer des gefragten Rohstoffes. Als Reaktion auf die aktuelle Entwicklung will der australisch-britische Bergbaukonzern BHP Group seinen Kupferabbau weiter ausweiten. Bereits heute gehört das Unternehmen mit Sitzen in Melbourne und London zu den größten Bergbauunternehmen weltweit. Auch Glencore, einer der weltweit größten Rohstoffhändler, profitiert stark von der wachsenden Nachfrage. So setzte der Konzern im ersten Quartal 2021 vermehrt auf die Kupferproduktion und reduzierte hingegen die Kohleförderung. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr förderte Glencore deutlich weniger Kohle und Öl als noch die Jahre zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr sank in 2020 die Kohleförderung um 24 Prozent und die Ölförderung ging um 29 Prozent zurück. Der aktuelle Kupfer-Hype kommt dem schweizerischen Rohstoffhändler daher sehr entgegen. Umsatzausfälle aus den Bereichen Öl und Kohle können durch steigende Kupferumsätze kompensiert werden. Auch der US-amerikanische Bergbaukonzern Freeport-McMoRan, welcher auf die Exploration und den Betrieb von Kupfer- und Goldminen spezialisiert ist, zählt zu den Profiteuren von den aktuellen Entwicklungen am Rohstoffmarkt.

Die Aktien im Überblick


Die Aktie der BHP Group wird aktuell bei AUD 48,66 (29.04.2021) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei AUD 49,58 (03.03.2021) und das Jahrestief bei AUD 28,51 (01.05.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 10 Analysten die Aktie auf BUY, 4 auf HOLD und ein Analyst setzt sie auf SELL.


Die Aktie von Freeport-McMoRan Inc. wird aktuell bei USD 39,35 (29.04.2021) gehandelt was gleichzeitig dem Jahreshoch entspricht. Das Jahrestief wurde bei USD 8,27 (14.05.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 16 Analysten die Aktie auf BUY, 5 auf HOLD und kein Analyst setzen sie auf SELL.


Die Aktie der Glencore plc wird aktuell bei GBP 305,00 (29.04.2021) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei GBP 306,20 (26.04.2021) und das Jahrestief bei GBP 134,49 (15.04.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 15 Analysten die Aktie auf BUY, 7 auf HOLD und kein Analyst setzen sie auf SELL.

Ausgewählte Risiken

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

08.05.2021 21:43:32

 
So wollen wir miteinander diskutieren! Beachten Sie bitte unsere Blog-Netiquette.

 

Kommentar schreiben

 

  

 

  

 

* Pflichtfelder müssen ausgefüllt werden