Klöckner & Co – Der Deutsche Stahl- und Metalldistributor

Klöckner & Co – Der Deutsche Stahl- und Metalldistributor

Freitag, 7. Juni 2019Lesezeit: 3 Minuten

Zuletzt litt der Aktienkurs des Unternehmens stark unter Attacken von Shortsellern und dem schwelenden Handelskonflikt. Das Geschäft zeigt sich hingegen robust und weniger anfällig für Strafzölle als es der Kurssturz vermuten lässt. Wurde die Aktie zu sehr abgestraft?

Die Duisburger Klöckner & Co ist einer der größten produzentenunabhängigen Stahl- und Metallhändler in Europa und Nordamerika. Das Kerngeschäft ist der Verkauf von Stahl und Nichteisenmetallen. Mit seinem Distributionsnetz ist der Konzern an 160 Standorten in 13 Ländern vertreten und bedient über 100.000 Kunden. Dabei entfallen 40 % der Verkäufe auf kleine und mittelständische Unternehmen der Bauindustrie, 27 % auf Maschinen- und Anlagenbauer und knapp 13 % gehen an die Automobilindustrie. Der Konzern fungiert somit als Bindeglied zwischen Stahlerzeugern und Verbrauchern. Neben Lagerhaltung, Anarbeitung und Logistik werden auch Vorprodukte für verschiedene Industrien erzeugt.

Ein Vorreiter ist Klöckner & Co in der Digitalisierung, nach Unternehmensangaben ist geplant die Liefer- und Leistungskette durchgängig zu digitalisieren. Im letzten Quartal machten die über digitale Kanäle vertriebenen Erzeugnisse bereits 27 % der gesamten Verkäufe aus, im ersten Quartal des Vorjahres lag dieser noch bei 19%. Darüber hinaus möchte man eine offene Industrieplattform aufbauen und so eine Art Marktplatz für die Stahl- und Metallbranche schaffen. Die Investitionen und das Personal wurden dieses Jahr wieder deutlich erhöht. Zur Umsetzung der Digitalisierung und der „Klöckner & Co 2022“ Strategie gibt es eine spezielle Unternehmenseinheit „kloeckner.i“. Außerdem engagiert man sich mit dem in Berlin ansässigen Wagniskapitalarm „kloeckner.v“ bei verschiedenen Start-Ups, in den Feldern E-Commerce und Internet of Things. 

Nach dem der Konzern lange eine expansive Akquisitionsstrategie verfolgte, legte man sich in den letzten Jahren ein umfassendes Restrukturierungsprogramm auf, in dessen Rahmen Standorte geschlossen und Stellen abgebaut wurden. Dieses Jahr wird man sich noch von einer Außenstelle in Großbritannien trennen, was zu erwarteten Sondereinnahmen von 30 Mio. EUR führen soll. Nun sieht man sich gestärkt für Herausforderungen wie Nachfragerückgänge oder auch die eingangs genannten Strafzölle.

Für dieses Jahr rechnet das Management mit einem operativen Ergebnis (EBITDA) von 180-200 Mio. EUR. Die Margen gingen im ersten Quartal diesen Jahres leicht zurück, dies lässt sich auf die Strafzölle zurückführen, im US-Markt fiel die Marge von 21 auf 15,5 %, während in den anderen Kernmärkten Steigerungen zu verzeichnen waren. Was besonders dafür spricht, dass die Aktie zu sehr abgestraft wurde und stark unterbewertet ist, ist der Buchwert pro Aktie, dieser betrug 2018 12,79 EUR. Für die nächsten Jahre rechnet man mit einer weiteren Steigerung, doch auch jetzt schon notiert die Aktie deutlich unter Buchwert.      

Die Aktionärsstruktur zeigt, dass das Unternehmen vorwiegend im Eigentum institutioneller Investoren ist, mit 72 % sind diese beteiligt, wobei die Top 10 Aktionäre einen Anteil von ca. 55 % ausmachen.

Wettbewerber sind zum Beispiel Tata Steel, Arcelor Mittal oder ThyssenKrupp, also die Distributionsarme der Stahlproduzenten, sowie kleinere regionale Unternehmen.

Die aktuell niedrigen Bewertungen im Stahlsektor könnten eine Einstiegsgelegenheit bieten, wenn man nicht mit weiter steigenden Zöllen rechnet, bzw. mit einer angemesseneren Bewertung des Stahlsektors, rechnet.  

Die Aktie im Überblick

Die Kloeckner & Co SE wird aktuell bei EUR 4,77 (06.06.2019) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 10,62 (07.06.2018), das Jahrestief bei EUR 4,594 (03.06.2019). Bei Bloomberg setzen 4 Analysten die Aktie auf BUY, 9 Analysten auf HOLD und ein Analyst auf SELL. Das zwölf-Monats-Kursziel wird aktuell auf EUR 6,91 gesetzt.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

Wichtige Risiken:
Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Rechtliche Hinweise:
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust. Anleger sollten in jedem Fall beachten, dass vergangene Wertentwicklungen und/oder Analystenmeinungen kein hinreichender Indikator für künftige Wertentwicklungen sind. Die Wertentwicklung der Basiswerte hängt von einer Vielzahl wirtschaftlicher, unternehmerischer und politischer Faktoren ab, die bei der Bildung einer Markterwartung berücksichtigt werden sollten.

Allein maßgeblich sind die jeweiligen Wertpapierprospekte, die beim Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, kostenlos erhältlich bzw. im Internet unter zertifikate.vontobel.com zum Download verfügbar sind. Anleger werden gebeten, die bestehenden Verkaufsbeschränkungen zu beachten.

13.11.2019 07:54:50

 
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