Kellogg’s: Aus eins mach drei

Kellogg’s: Aus eins mach drei

Dienstag, 5. Juli 2022Lesezeit: 5 Minuten

Manche Konzerne entscheiden aufgrund strategischer Überlegungen, gewisse Unternehmensbereiche vom Hauptgeschäft abzuspalten. Kellogg’s, für seine Frühstücksflocken bekannt, hat vor kurzem angekündigt, das bestehende Geschäft in drei neue, eigenständige Unternehmen zu überführen. Die Neuausrichtung hat zum Ziel, agile und fokussierte Unternehmen zu schaffen, damit diese ihr volles Potenzial entfalten können.

Kellogg’s Ursprung & Werdegang

Die Geschichte von Kellogg’s beginnt vor über 100 Jahren. Auf der Suche nach einer Alternative zum hart und fad schmeckenden Brot an ihrem Arbeitsplatz in einer Heilstätte, entwickeln die zwei Kellogg’s Brüder neuartige Flocken aus Weizen, die fortan als Cornflakes bezeichnet werden. 1906 gründete schließlich einer der Brüder das unter heutigem Namen bekannte Unternehmen Kellogg’s. Die Nachfrage übersteigt damals bei weitem das Angebot und erforderte zusätzliche Produktionskapazitäten. Kurze Zeit später folgen weitere Produkte und die ersten Schritte ins Ausland.

In der Zwischenzeit ist Kellogg’s zu einem bedeutenden Nahrungsmittelhersteller angewachsen. Der Konzern hat das Produktportfolio stetig erweitert und ist hauptsächlich im Frühstücks- und Snackgeschäft tätig. Im vergangenen Geschäftsjahr (2021) erzielte Kellogg’s einen Umsatz von 14,81 Milliarden US-Dollar und einen Reingewinn von fast 1,5 Milliarden US-Dollar.

Neben neuen, eigenen Produktentwicklungen hat Kellogg’s auch durch Übernahmen das Produktportfolio laufend erweitert. Beispielsweise erfolgte 2012 die Übernahme des Kartoffelchips-Herstellers „Pringles“ für knapp 2,7 Milliarden US-Dollar. Die Übernahme führte dazu, dass sich der Umsatz im internationalen Snack Geschäft fast verdreifachte, was die Positionierung im internationalen Snack-Geschäft stärkte. 2017 wurde „RXBAR“, ein Hersteller von Ernährungsriegeln, für 600 Millionen US-Dollar übernommen.

Vor wenigen Tagen (21.06.2022) hat Kellogg’s dann überraschend angekündigt, eine Portfolio-Transformationen einzuleiten, indem es sich von zwei Geschäftsbereichen trennt. Nach der Kapitalmaßnahme werden fortan drei eigenständige Unternehmen börsengelistet sein.

Drei neue Unternehmen

Die neuen Namen der Spin-Offs wurden noch nicht bestimmt, allerdings werden sie im Pressebericht mit Übergangsnamen vorgestellt. Die Geschäftseinheit „Global Snacking Co.“ soll sich einerseits auf die internationalen Märkte für Snacks, sowie Cerealien und Nudeln konzentrieren, wobei das Segment Tiefkühlfrühstück in Nordamerika auch dazugehört. Gemäß Unternehmensangaben hat diese Geschäftseinheit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 11,4 Milliarden und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 2 Milliarden US-Dollar verbuchen können. Kellogg’s CEO Steve Cahillane wird den CEO-Posten dieser Einheit einnehmen.

Auf den Nordamerikanischen Markt konzentriert sich die zweite der drei Aufspaltungen „North America Cereal Co.“ und bietet Cerealien in den USA, Kanada und der Karibik an. Dieser Bereich steuerte letztes Jahr 2,4 Milliarden US-Dollar zum Konzernumsatz und 250 Millionen US-Dollar EBITDA bei. Primär sollen die Margen und Marktanteile wiederhergestellt werden, die 2021 durch Lieferengpässe beeinträchtigt wurden. Längerfristig wird eine Erhöhung der Margen und eine verbesserte Rendite auf das investierte Kapital in Aussicht gestellt.

Deutlich kleiner ist die dritte Geschäftseinheit „Plant Co.“. Diese beschäftigt sich mit pflanzlichen Lebensmitteln und fokussiert sich auf Endmärkte in Nordamerika. Im letzten Jahr trug die Einheit Plant Co. 340 Millionen zum Konzernumsatz und 50 Millionen zum EBITDA bei. Zunächst soll das Geschäft in Nordamerika weiterentwickelt werden, bevor in naher Zukunft die internationale Expansion erfolgen soll.

Nach der erfolgreichen Kapitalmaßnahme wird Global Snacking mit einem Umsatzanteil von knapp 77 Prozent die größte der drei neuen Unternehmen bilden. North America Cereal umfasst 16 Prozent und Plant Co. knapp 2 Prozent der Umsätze.

CEO Steve Cahillane begründet die Neuausrichtung mit der Geschäftsentwicklung über die letzten Jahre. So hat Kellogg’s neue geografische Märkte erschlossen und den Fokus auf Wachstumsgeschäfte gelegt, letzteres besonders im Snack Geschäft. Durch Übernahmen und Partnerschaften wurde die Marktposition in Schwellenländern ausgeweitet und das Snack Geschäft durch Übernahmen und Veräußerungen gestärkt. Aufgrund der erfolgreichen Umsetzung dieser Initiativen erachtet der Konzern es als sinnvoll, die einzelnen Geschäftseinheiten als eigenständige Unternehmen fortzuführen, damit diese ihre eigenen strategischen Prioritäten verfolgen können.

Kellogg’s Aktionäre sollen Aktien der neu geschaffenen North America Cereal Co. und Plant Co. erhalten. Nach bisherigem Stand (Juni, 2022) sollen beide Spin-Offs bis Ende 2023 durchgeführt sein.

Konkurrenz reiht sich ein

Im Nahrungsmittelsektor findet eine solche Abspaltung nicht zum ersten Mal statt. Ebenfalls in den USA hat sich „Kraft Foods“ 2011 in zwei börsennotierte Unternehmen aufgeteilt: Mondelez International und Kraft Foods. Mondelez ist im Snack-Geschäft positioniert und erwirtschaftete 2021 einen Umsatz in der Höhe von fast 29 Milliarden US-Dollar. Kraft Foods ist dagegen ein Lebensmittelkonzern und ist 2015 mit „Heinz“ zu „Kraft Heinz Company“ fusioniert worden.

Besonders im Markt für Riegel scheint die Konkurrenz intensiver zu werden. Mondelez hatte letzte Woche (KW 25, 2022) die Übernahme des Energieriegelherstellers „Clif Bar & Co.“ für mindestens 2,9 Milliarden US-Dollar angekündigt. Auch die sich im Privatbesitz befindliche „Mars Incorporated“ hat mit „KIND“ einen zusätzlichen Riegelhersteller ins Portfolio aufgenommen. Kellogg’s ist mit RXBAR auch in diesem Segment aktiv und wird sich neben anderen Großkonzernen behaupten müssen.

Fazit

Kellogg’s beabsichtigt, sich in drei neue Unternehmen zu teilen. Das internationale Snack-Geschäft ist umsatztechnisch am größten und hat sich in der Vergangenheit als wachstumsstark erwiesen. Das nordamerikanische Cerealien-Geschäft sowie die pflanzenbasierte Sparte sollen durch die Abspaltung ihre Ressourcen besser nutzen und ihre jeweiligen Prioritäten besser verfolgen können.

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko / Preisänderungsrisiko: Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

08.08.2022 23:58:20

 
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