Kann Infineon vom Wandel der Automobilindustrie profitieren?

Kann Infineon vom Wandel der Automobilindustrie profitieren?

Mittwoch, 13. September 2017Lesezeit: 3 Minuten

E-Mobilität und autonomes Fahren sollen langfristig für Wachstum sorgen.

Der Wandel der Branche in Richtung autonomes Fahren und E-Mobilität könnte für Infineon von enormen Vorteil sein. Immer mehr Chips werden beim Bau der modernen Autos benötigt. Der Konzern gab zuletzt bekannt, dass in acht der zehn meistverkauften E-Autos Infineon Teile verbaut werden. Knapp die Hälfte der Umsätze macht Infineon mit der Lieferung von Chips an die Autoindustrie. „Die Zusammenarbeit mit der deutschen und europäischen Automobilindustrie ist für uns Schlüssel zum Erfolg“, sagte Dr. Reinhard Ploss, Vorsitzender des Vorstands. „Sie hat trotz aller temporärer Verwerfungen weiter sehr viel Innovationskraft.“ Der Wandel zur Elektromobilität werde sich durch die Abgasdiskussion weiter beschleunigen.

 

Überzeugendes Quartalsergebnis

 

Zuletzt gab der DAX-Konzern die Zahlen für das dritte Quartal bekannt. So stieg der Umsatz um 4% (QoQ) von EUR 1.767 Millionen auf EUR 1.831 Millionen. Vor allem die Segmente Industrial Power Control (IPC), Power Management & Multimarket (PMM) und Chip Card & Security (CCS) haben zum Wachstum beigetragen. Im Segment Automotive (ATV) war der Umsatz jedoch leicht rückläufig.

Die Bruttomarge konnte man von 36,5 Prozent in Q2 auf 38,2 Prozent im dritten Quartal 2017 verbessern. Das Betriebsergebnis stieg auf 298 Millionen Euro. Im Vorquartal waren EUR 229 Millionen erwirtschaftet worden.

Der Konzernüberschuss stieg mit einem Betriebsergebnis von EUR 298 Millionen auf EUR 253 Millionen. Im Vorquartal erzielte man ein Betriebsergebnis von EUR 229 Millionen und einen Überschuss von EUR 199 Millionen. Das Ergebnis je Aktie beläuft sich in Q3 auf EUR 0,2, im Vergleich zu EUR 0,18 in Q2.

Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten schoss von EUR 82 Millionen im Vorquartal auf EUR 301 Millionen. Die Netto-Cash-Positionen konnte so auf EUR 358 Millionen verbessert werden (Q2: EUR 32 Millionen).

 

Negative Wechselkurseffekte

 

Den Ausblick für das Gesamtjahr 2017 sieht Infineon eher optimistisch, ein schlechterer Wechselkurs drückt die Prognosen jedoch nach unten. So plant das Management weiterhin mit einem Umsatzwachstum von 8 bis 11 Prozent. Die Segmentergebnis-Marge aber liegt, aufgrund des schlechteren Wechselkurses, mit 17 Prozent nur in der Mitte der ursprünglichen Spanne. Der Konzern rechnet nun mit einem EUR/USD-Wechselkurs von 1,15 anstatt 1,10. Für die Segmente ATV und IPC wird erwartet, dass der Umsatz stärker als der Konzerndurchschnitt wächst. In den Segmenten PMM und CCS wird das Umsatzwachstum jedoch voraussichtlich unter dem Durschnitt liegen.

„Insbesondere gefragt sind unsere Leistungshalbleiter für unterschiedliche Anwendungen von erneuerbaren Energien bis hin zu Rechenzentren. Auch der Markt für Elektromobilität beschleunigt weiter“, sagte Ploss. Man habe in diesem Bereich in neun Monaten fast doppelt so viel Neugeschäft für die kommenden fünf bis zehn Jahre gewinnen können wie im gesamten Geschäftsjahr 2016, ergänzte er.

 

Beteiligung an Start-up Xmos

 

Anfang des Monats wurde bekannt, dass Infineon eine strategische Beteiligung mit dem britischen Start-Up Xmos eingegangen ist. Das vor etwa zehn Jahren gegründete Unternehmen ist ein Halbleiterspezialist, der Sprachverarbeitungsmodule ausliefert. Infineon wolle den wachsenden Markt für Sprachsteuerungen von technischen Geräten mitgestalten. Die derzeitigen Marktmodelle seien, im Vergleich zu Xmos Modulen, nicht in der Lage zuverlässig zwischen verschiedenen Sprachquellen zu unterscheiden.

Investoren sind von Infineons Potential überzeugt: Die Aktie stieg seit Jahresbeginn um knapp 26,11% und gehört somit zu den Top-Performern 2017 im DAX. Derzeit notiert die Aktie mit einem KGV von 27,27 um EUR 20,44 (Stand: 13.09.17) und weist eine Marktkapitalisierung von EUR 23,23 Milliarden auf. 20 Bloomberg-Analysten setzen Infineon auf BUY und sieben auf HOLD. Fünf der Analysten empfehlen die Aktie zu verkaufen. Sie setzen das durchschnittliche Kursziel mit EUR 20,23 knapp unter den jetzigen Preis.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen & ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

 

 

 

Wichtige Risiken:

Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses des o.g. Unternehmens von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

 

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

22.06.2018 22:54:11

 
So wollen wir miteinander diskutieren! Beachten Sie bitte unsere Blog-Netiquette.

 

Kommentar schreiben

 

  

 

  

 

* Pflichtfelder müssen ausgefüllt werden