Infineon und AMD widersetzen sich der Halbleiterflaute

Infineon und AMD widersetzen sich der Halbleiterflaute

Dienstag, 30. April 2019Lesezeit: 4 Minuten

In den letzten Jahren sorgten die hiesigen Chiphersteller bei Investoren für satte Kursgewinne. Nun sind sich Experten einig, dass es mit der Hausse vorerst vorbei sein könnte. Dennoch gibt es Werte, welche sich dank einzigartiger Spezialisierungen und Kostenmodellen der kommenden Wachstumsstagnation widersetzen könnten.

Wenn man den Worten des Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie Glauben schenken soll, ist das boomende Geschäft in der Halbleiterindustrie für die kommenden Jahre vorerst auf Eis gelegt. Während die Umsätze in der Branche in den letzten Jahren jährlich um knapp 9 Prozent gewachsen sind rechnen Marktexperten für die nächsten Jahre mit jährlichen Umsatzsteigerungen von maximal 3 Prozent, so Ulrich Schäfer vom ZVEI. Die dafür verantwortlichen Stellschrauben sind vor Allem erhöhte Unsicherheiten im chinesischen Markt als auch historisch niedrige Preise für Speichermedien.

Der US-amerikanische Halbleiterriese Intel stürzte am Freitag nach Veröffentlichung der Quartalszahlen um mehr als 9% in die Tiefe, Nvidias neuste Budget-Grafikkarten fallen im Test eher enttäuschend aus und Qualcomm schwächelt trotz gewonnenem Patentstreit mit Apple aufgrund magerem Geschäft im chinesischen Markt. Nichtsdestotrotz könnten sich zwei Halbleiterhersteller als äußerst widerstandsfähig erweisen in Anbetracht des aktuell rauen Branchenumfeldes.

Zwei Sterne am dunklen Chiphimmel?

Einer dieser Kandidaten ist die im DAX ansässige Infineon Technologies AG. Die Infineon Technologies AG ist ein Hersteller von Halbleitern welcher durch die Ausgliederung von der damaligen Muttergesellschaft Siemens im Jahre 1999 entstanden ist. Mit Sitz in der Gemeinde Neubiberg im Landkreis München bietet Infineon Halbleiter- und Systemlösungen hauptsächlich in den Bereichen Mobilität, Sicherheit und Energieeffizienz an. An über 130 globalen Standorten beschäftigt Infineon mittlerweile mehr als 40.000 Mitarbeiter, welche im Fiskaljahr 2018 allesamt zu einem Umsatz von EUR 7,59 Mrd. beigetragen haben.

Auch die US-amerikanische Advanced Micro Devices (AMD) weiß sich trotz aktueller Branchenflaute zu beweisen. Mit Sitz im kalifornischen Sunnyvale arbeitet AMD an der Entwicklung und Produktion von Grafikchips und Mikroprozessoren für Computer- und Kommunikationsbranchen. Mit einem letztjährigen Jahresumsatz von USD 6,48 Mrd. beschäftigt AMD mehr als 8.900 Mitarbeiter an 39 internationalen Betriebsstätten.

Infineon: Hohe Investitionsausgaben trotz Gewinnwarnung

In den letzten Monaten waren Infineon Anleger gleich zweimal gezwungen den aktuellen Fakten der mageren Chipbranche ins Auge zu blicken. Der Chef von Deutschlands größtem Chiphersteller Reinhard Ploss musste im Laufe der letzten Wochen die Jahresprognosen gleich zwei Mal nach unten anpassen. Nichtsdestotrotz ist Ploss mehr als guter Dinge und betitelt die aktuelle Lage des Unternehmens im Rahmen der Hauptversammlung im Februar als «kerngesund». Mit einem Umsatzwachstumsausblick von 5% könnte Infineon als Gewinner im internationalen Peer Group Vergleich der Halbleiterbranche gelten.

Die aktuell rosige Auftragslage forciert die deutschen Chiphersteller zu erhöhten Investitionsausgaben, um Platz für zusätzliche Betriebsstätte und Fertigungsanlagen schaffen zu können um somit der aktuell hohen Auftragsflut gerecht werden zu können. Denn wo alle anderen schwächeln, sieht sich Infineon als profitierender Exot. Das schwache Autogeschäft in China und stagnierende Smartphone-Verkaufszahlen werden im Hause Infineon durch starke Positionen in boomenden Absatzmärkten kompensiert. Infineon spezialisiert sich seit Jahren im Bereich der Leistungshalbleiter wie sie für die Energieversorgung von Elektro-/Hybridautos, Windräder und Medizintechnologie verwendet werden. Hierbei handelt es sich allesamt um starke Wachstumsmärkte welche in den nächsten Jahren beim deutschen Chiphersteller für ein branchenüberdurchschnittliches Wachstum sorgen könnten.

AMD: Head-Start im Kampf um die Grafikprozessor Krone

Gespannt warten Investoren auf die im letzten Jahr bereits angekündigte next-gen 7-nanometer Server Chips namens «Rome» von AMD. Noch kleiner als die vom Konkurrent Intel angekündigten 10-nanometer Chips könnten die 7-nm Chips von AMD als Erfolgsgarant im engen Kopf-an-Kopf Rennen der Grafikprozessoren Herstellung dienen. Denn kleinere Nanometer-Fertigungsprozesse haben es Halbleiterunternehmen in der Vergangenheit ermöglicht, schnellere und energieeffizientere Chips herzustellen.

Der erste Test der neuen Prozessoren obliegt der Veröffentlichung der heiß ersehnten mid-market und high-end Grafikprozessoren – der «Navi» Grafikkarten. Mit schnelleren Leistungen und niedrigeren Preisen wie die der Konkurrenz von Nvidia erhofft sich AMD eine erhöhte Marktpräsenz im mid-market Bereich und zielt auf eine Stabilisierung des Marktanteils. Erwartet werden die neuen high-tech Chips von AMD in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres – solange werden sich Computer-Fans noch gedulden müssen.

Die Halbleiter Aktien im Überblick

Die Infineon Aktie notiert aktuell bei EUR 20,91 (29.04.2019). Das 52-Wochen hoch lag bei EUR 25,76 (15.06.2018), das 52-Wochen tief bei EUR 15,75 (26.10.2018). Bei Bloomberg setzen 20 Analysten die Aktie auf BUY, 8 auf HOLD und 2 Analysten auf SELL.

Die AMD Aktie wird aktuell bei USD 27,61 (29.04.2019) gehandelt. Das 52-Wochen hoch lag bei USD 34,14 (13.0.2018), das 52-Wochen tief bei USD 10,77 (05.01.2018). Bei Bloomberg setzen 16 Analysten die Aktie auf BUY, 16 auf HOLD und 6 Analysten auf SELL.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

Wichtige Risiken:

 

Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

 

Rechtliche Hinweise:

Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust. Anleger sollten in jedem Fall beachten, dass vergangene Wertentwicklungen und/oder Analystenmeinungen kein hinreichender Indikator für künftige Wertentwicklungen sind. Die Wertentwicklung der Basiswerte hängt von einer Vielzahl wirtschaftlicher, unternehmerischer und politischer Faktoren ab, die bei der Bildung einer Markterwartung berücksichtigt werden sollten.

Allein maßgeblich sind die jeweiligen Wertpapierprospekte, die beim Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, kostenlos erhältlich bzw. im Internet unter zertifikate.vontobel.com zum Download verfügbar sind. Anleger werden gebeten, die bestehenden Verkaufsbeschränkungen zu beachten.

10.07.2020 11:35:10

 
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