Hebel-Kolumne

Hebel-Kolumne

Freitag, 11. März 2016Lesezeit: 2 Minuten

Nach dem EU-Gipfel in Brüssel hat Großbritanniens Premier David Cameron seinen Landsleuten verkündet, dass er nach eigener Einschätzung seinem Lande eine Sonderrolle in der EU gesichert habe. Durch zahlreiche Sonderkonditionen in Bezug auf Sozialleistungen für EU-Ausländer habe Großbritannien sich eine Ausnahmeregelung erstritten. Gerade in Zeiten der Flüchtlingskrise will und muss die Europäische Union Stärke und Zusammenhalt zeigen, was vielleicht auch der Grund dafür sein könnte, dass die EU Großbritannien in dieser existenzbedrohenden Krise ein solches Zugeständnis gemacht hat.

 

Seit mehreren Monaten ist das Wort »Brexit« in den meisten Zeitungen und Newslettern zu lesen. Das Kunstwort aus »Britain« und »exit« steht für den möglichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Am 27. Juni sollen die Briten per Volksentscheid über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union abstimmen. Noch ist der Ausgang dieses Entscheids unklar, da sich laut einer TNS-Umfrage etwa 36 % der Bürger für einen Austritt und 34 % dagegen entscheiden würden. Die restlichen Bürger haben sich noch nicht entschlossen, wie sie in diesem Entscheid stimmen werden. Nach dem EU-Gipfel will Cameron jetzt für den Verbleib des Vereinigten Königsreichs in der Europäischen Union werben. Ob er die Mehrheit der Bürger davon überzeugen kann, für den Verbleib abzustimmen, bleibt abzuwarten.

 

Der Währungsmarkt hat am Montag, nachdem Cameron ein Datum für den Brexit verkündet hatte, seine Einschätzung gezeigt. Das britische Pfund fiel gegenüber dem Euro um bis zu 2 %. Zum Dollar gab das Pfund auch um etwas mehr als 2 % nach und erreichte den tiefsten Stand seit März 2009. Analysten von Goldman Sachs prognostizierten der britischen Währung sogar einen Einbruch von 15 bis 20 %, sollte der Brexit wirklich kommen. Auch die Ratingagentur Moody´s sieht einen negativen Ausblick für das britische Rating, sollte der Brexit durchgesetzt werden. Aber insbesondere die Reaktion des Londoner Bürgermeisters Boris Johnson wird von den Märkten schlecht aufgenommen. Dieser hatte sich dafür ausgesprochen, sich für den Brexit stark zu machen. Johnson gilt als einflussreicher Mann in London und wird als starker Widersacher zu Cameron gesehen.

 

UniCredit prophezeit Großbritannien bei einem Brexit im nächsten Jahrzehnt einen Rückgang seiner Wirtschaftsleistung um rund 6 %. Sollte der Ausstieg tatsächlich kommen, sehen Ökonomen eine noch schwerere Krise für die ohnehin angeschlagene Weltwirtschaft voraus. Aus den verschiedenen Meinungen kann kein klares Ja oder Nein für ein Brexit gebildet werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Bürger des Vereinigten Königreiches am 23. Juni entscheiden werden. Bis dahin ist das angespannte Pfund weiter zu beobachten.

 


   

  

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21.10.2021 16:29:55

 
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