Goldpreis fällt vom Neunmonatshoch zurück

Goldpreis fällt vom Neunmonatshoch zurück

Dienstag, 11. Juni 2019Lesezeit: 3 Minuten

Der Ölpreis konnte in den vergangenen Handelstagen wieder zulegen, nachdem der saudische Ölminister Khalid Al-Falih sich sicher zeigte, dass die OPEC+ ihre Förderbeschränkungen verlängern wird. Der Goldpreis ist über das Pfingstwochenende deutlich von seinem am Freitag erreichten Neuneinhalbmonatshoch zurückgefallen. Das Edelmetall hatte zuvor von schwächeren Wirtschaftsdaten aus den USA und der Aussicht auf sinkende US-Zinsen profitiert. Der Handelsstreit färbt sich besonders negativ auf den Kupferpreis ab. Dass sich die Notierung zuletzt so stark verbilligt hat, gilt als Indikator für die allgemeine schwache Entwicklung der Weltwirtschaft.

Goldpreis fällt vom Neunmonatshoch zurück

Der Goldpreis ist über das Pfingstwochenende deutlich von seinem am Freitag nach einer sieben Tage währenden Rally bei 1.348 US-Dollar je Feinunze erreichten Neuneinhalbmonatshoch zurückgefallen. Im Tief notierte das Edelmetall am Dienstag bei 1.322 US-Dollar pro Unze.

Nach tagelangen Verhandlungen zwischen Mexiko und den USA hatte Trump am Freitagabend die von ihm angedrohten Strafzölle auf alle Importe aus dem südlichen Nachbarland bis auf Weiteres ausgesetzt. Diese hätten zu Wochenbeginn in Kraft treten sollen. Doch umgehend drohte er erneut mit deren Einführung, sollte das mexikanische Parlament nicht den Vereinbarungen zustimmen, darunter die Ergreifung von Maßnahmen gegen illegale Migration in die USA.

Im Handelskonflikt mit China drohte Trump erneut mit der Einführung erhöhter Zölle auf einen weiteren Warenwert von 300 Milliarden US-Dollar, womit dann alle chinesischen Importe mit Sonderzöllen belegt wären.

Zuvor hatte das Edelmetall von schwächeren Wirtschaftsdaten aus den USA und der Aussicht auf sinkende US-Zinsen profitiert. Der Präsident der Federal Reserve Bank Jerome Powell hatte den Märkten in der vergangenen Woche versichert, alles tun, um die US-Wirtschaft angesichts der Handelskriege vor einer Rezession zu schützen.

 

 

Rohöl: Werden die Förderbeschränkungen verlängert? 

Der Ölpreis konnte in den vergangenen Handelstagen wieder leicht zulegen, nachdem der saudische Ölminister Khalid Al-Falih sich sicher zeigte, dass die OPEC+ ihre Förderbeschränkungen verlängern wird. Innerhalb der OPEC gibt es laut Al-Falih darüber keine Zweifel, einzig die Position der Nicht-OPEC-Staaten sei in dieser Frage noch unsicher. Laut Kreisen stehen zwei Optionen im Raum: Die OPEC+ eliminiert ihre Overcompliance von derzeit 150 Prozent oder die Förderbeschränkung wird von 1,2 Mio. auf 0,9 Mio. Barrel pro Tag gesenkt.

Am Montag haben Unterhändler aus Saudi-Arabien und Russland angeblich über einen möglichen Worst-Case debattiert, bei dem der Ölpreis unter 40 US-Dollar pro Barrel abstürzt. Sollte sich die OPEC+ nicht auf eine Verlängerung der Förderbeschränkungen einigen, sei die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt dieses Szenarios hoch, hieß es. „Heute gibt es große Risiken einer Überversorgung", sagte der russische Energieminister Alexander Nowak in Moskau nach dem Treffen mit dem saudischen Amtskollegen Al-Falih. „Wir haben vereinbart, dass wir eine tiefere Analyse durchführen müssen und die Entwicklungen im Juni weiter beobachten werden."

Die Saudis wollen eine solche Abwärtsspirale zwingend verhindern. „Sowohl auf bilateraler als auch auf OPEC+-Ebene arbeiten wir daran, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Szenario nicht zuzulassen", sagte Al-Falih in Moskau. Er versucht, seinen russischen Amtskollegen davon zu überzeugen, die Produktionskürzungen zu verlängern. Um Moskau einen Deal schmackhafter zu machen, erwägt Riad Investitionen in „mehrere" Projekte in Russland, darunter das Arctic LNG 2 Gasprojekt, eine Beteiligung am russischen Petrochemieunternehmen Sibur Holding, sowie andere Projekte in Partnerschaft mit Gazprom und Rosneft, wie Bloomberg berichtete.

Die Aussichten für den Ölmarkt haben sich zuletzt insgesamt eingetrübt. Vor weniger als einem Monat prognostizierte die Internationale Energieagentur (IEA) ein signifikantes Angebotsdefizit im zweiten Quartal, obwohl sie einige Nachfragerisiken mit in ihre Prognose einbezog. Doch seither hat sich die Situation scheinbar verschlechtert, denn Öl hat sich im letzten Monat stark verbilligt. 

   

 

Kupfer: Leidtragender des Handelsstreits

Der Handelsstreit färbt sich besonders negativ auf den Kupferpreis ab. Konnte dieser mit dem Jahresbeginn noch einen Anstieg verzeichnen, so ging die Notiz ab Ende Februar in eine Seitwärtsbewegung über, aus der der Kurs zum Mai herausfiel. Seitdem lässt sich eine Abwärtsbewegung beobachten. Inzwischen ist bei knapp unter 5.800 Dollar pro Tonne das Niveau des Tiefs vom Januar erreicht.

Dass sich Kupfer so stark verbilligt hat, gilt als Indikator für die allgemeine schwache Entwicklung der Weltwirtschaft. Der Internationale Währungsfonds hatte vergangene Woche seine Prognose für das chinesische Wirtschaftswachstum nach unten korrigiert und auf weitere Abwärtsrisiken wegen des Handelskriegs mit den USA hingewiesen. 

Der zeitweilige Rutsch des Ölpreises (Brent) unter die Marke von 60 US-Dollar je Barrel hat den Kupferpreis nach Einschätzung der Analysten der Commerzbank ebenfalls belastet. Dagegen habe der vorübergehend schwache US-Dollar dem Preis keine Unterstützung geliefert. 


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09.12.2019 09:28:57

 
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