Gold wieder deutlich unter USD 1.200 je Feinunze gefallen

Gold wieder deutlich unter USD 1.200 je Feinunze gefallen

Mittwoch, 10. Oktober 2018Lesezeit: 3 Minuten

Gold ist zum Wochenauftakt wieder deutlich unter die Marke von 1.200 US-Dollar je Feinunze gefallen. Weiterhin macht der starke US-Dollar und die gestiegene Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen dem Edelmetall zu schaffen.

Rohöl: Saudi-Arabien kämpft um „Swing-Producer"-Status

Wie der iranische Ölminister Khalid al-Falih zu Wochenbeginn verkündete, ist es „Unsinn", wenn Saudi-Arabien zusagt, iranisches Öl ersetzen zu können. Entsprechende Äußerungen von Kronprinz Bin Salman seien nicht glaubwürdig und würden nur dazu dienen, US-Präsident Donald Trump zu befriedigen. Tatsächlich ist es fraglich, ob Riad seine Ölproduktion nennenswert und dauerhaft steigern kann, denn um die Reservekapazität des Landes scheint es nicht zum Besten bestellt.

Der saudische Energieminister sagte erst vor wenigen Tagen in Moskau, dass sein Land nur noch zur Mobilisierung von maximal 1,3 Mio. Barrel pro Tag in der Lage ist. Das sind keine guten Nachrichten, den bis zuletzt ging beispielsweise die Internationale Energieagentur EIA von 1,5 bis 2 Mio. Barrel/Tag aus. Ebenfalls besorgniserregend war die Zusage von al-Falihs, dass Saudi-Arabien in den kommenden Jahren rund 20 Mrd. Dollar in Erhalt und Ausbau seiner Reservekapazität investieren müsse. Die Zahl verdeutlicht: Das Königreich wendet mittlerweile exorbitant hohe Kosten auf, um seinen Status als "Swing-Producer" aufrecht zu erhalten. Das Bild eines im Öl schwimmenden Landes bekommt damit einmal mehr Kratzer.

Übergeordnet bleibt das Bild bei Rohöl damit weiterhin bullish. Die Aussicht auf ein schwindendes Angebot und weiter rückläufige Fördermengen in wichtigen OPEC-Staaten sorgten zuletzt schon für positive Dynamik.

Gold: Bessere Performance als erwartet

Gold ist zum Wochenauftakt wieder deutlich unter die Marke von 1.200 US-Dollar je Feinunze gefallen. Weiterhin macht der starke US-Dollar und die gestiegene Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen dem Edelmetall zu schaffen. Gerade Letzteres macht Gold als Anlagealternative weniger attraktiv.

Trading-Spezialist Jeff Kilburg ist der Ansicht, dass das Edelmetall angesichts des sich etablierenden Hochzinsumfeldes besser schlägt als erwartet. Gold hätte sogar unter die Marke von 1.150 US-Dollar fallen können, dies sei aber nicht geschehen ist, sagte der Experte dem TV-Sender CNBC. Daher sieht er Potenzial für den Rohstoff und geht davon, dass Gold ein Comeback erleben und wieder nachhaltig auf 1.205 US-Dollar/Unze steigen sollte. Sollte der Wert allerdings unter 1.167 US-Dollar/Unze fallen, dann würde er aus Gold aussteigen.

Auch weitere Experten bleiben für die Entwicklung des Goldpreises positiv gestimmt. Die Bank of America Merrill Lynch geht davon aus, dass sich die Anhebung der Leitzinsen positiv auf den Goldpreis auswirken könnte. Langfristig dürfte der Wert des Edelmetalls auch von der durch höhere Zinsen und Staatsschulden ausgelösten Unsicherheit der US-Wirtschaft profitieren. Unter den spekulativen Finanzinvestoren ist der Pessimismus derzeit ebenfalls nicht sonderlich ausgeprägt. Laut der jüngsten CFTC-Statistik gab es in der Woche zum 2. Oktober lediglich überschaubare Short-Eindeckungen bei Gold.

Nickel: LME-Week im Fokus

Diese Woche findet in London das wichtigste Branchentreffen der Metallmärkte im Jahr statt – die LME-Week. Auf zahlreichen Veranstaltungen wird über die Lage und die Perspektiven der Metalle diskutiert. Die International Nickel Study Group (INSG) hat im Vorfeld der Metallwoche ihre Projektionen für 2018 überarbeitet und bereits einen Blick auf das kommende Jahr geworfen. Demnach soll das Angebotsdefizit von Nickel in diesem Jahr mit 146.000 Tonnen noch etwas höher ausfallen als bislang erwartet, wie die Analysten der Commerzbank im aktuellen „TagesInfo Rohstoffe“ schreiben.

Laut Angaben der INSG laufe die Edelstahlproduktion auf Hochtouren, was entsprechend zu einer hohen Nickelnachfrage beitrage. Zudem ziehe die Nachfrage nach Nickel zur Produktion von Batterien an, die hauptsächlich in Elektroautos verwendet würden. Im nächsten Jahr erwarte die INSG eine deutliche Reaktion auf der Angebotsseite – sie unterstelle ein weltweites Produktionsplus von über acht Prozent. Hierzu solle maßgeblich die Produktion von Nickelroheisen (NPI) in China und in Indonesien beitragen. Das Angebotsdefizit solle 2019 daher deutlich auf 33.000 Tonnen schrumpfen.

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19.10.2019 07:08:49

 
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