Gold hat es derzeit fundamental schwer

Gold hat es derzeit fundamental schwer

Dienstag, 12. Dezember 2017Lesezeit: 3 Minuten

Die Rohöl-Notierungen haben sich in diesem Jahr deutlich nach oben geschoben. Der Goldpreis ist derzeit angesichts boomender Digitalwährungen, niedriger Volatilitäten an den Aktienmärkten sowie der strafferen Geldpolitik in den USA mit einer widrigen fundamentalen Lage konfrontiert

Rohöl: Innerhalb der OPEC rumort es

Das Ölkartell OPEC kann zusammen mit Russland und den neun weiteren Ölförderstaaten, die sich zu einer Förderkürzung verpflichtet hatten, eine positive Bilanz für 2017 ziehen: Auch wenn das Ziel, den Überhang der Ölvorräte in den Industrieländern abzubauen, nicht erreicht wurde, haben sich die Rohöl-Notierungen in diesem Jahr deutlich nach oben geschoben. Ein Barrel der Sorte Brent kostet derzeit rund 63 US-Dollar, was einen Preisaufschlag von 10 Prozent im Jahresverlauf bedeutet. „Die Öleinnahmen der OPEC-Länder sind trotz geringerer Produktion gestiegen, so dass sich die Haushaltslage bei den meisten Kartellmitgliedern verbessert hat“, kommentierte Commerzbank-Analystin Barbara Lamprecht.

Die auf der OPEC-Sitzung Ende November zur Schau gestellte Einigkeit feierten die beteiligten Staaten als großen Erfolg. Sie hatten das beschlossen, was die Marktteilnehmer erwartet hatten: Die Angebotskürzungen über März 2018 hinaus um neun Monate bis Jahresende zu verlängern. Doch schon zwei Wochen später erscheint der Schulterschluss auf tönernen Füßen zu stehen. Innerhalb der OPEC ist die Diskussion um eine vorzeitige Exit-Strategie voll entbrannt. Die Ölminister von Kuwait und der Vereinigten Arabischen Emirate wollen schon vor der nächsten OPEC-Sitzung im Juni kommenden Jahres eine Strategie für den Ausstieg aus den Produktionskürzungen entwickeln, wie die Commerzbank berichtete. Laut dem kuwaitischen Ölminister sollten die Kürzungen schon vor Jahresende beendet werden, wenn der Ölmarkt bis Juni ins Gleichgewicht gebracht sei.

Allerdings ist dieses Szenario aus Sicht der Frankfurter Analysten unwahrscheinlich. Der globale Ölmarkt dürfte bei der aktuellen OPEC-Produktion im ersten Halbjahr 2018 nach wie vor überversorgt sein, prognostizieren die Experten unter Berufung auf eine aktuelle Schätzung der Internationalen Energieagentur. „Die aktuelle Debatte über einen vorzeitigen Ausstieg aus den Kürzungen dürfte daher schnell wieder in der Schublade verschwinden“. Hauptgrund für den sich nicht einstellenden Marktausgleich ist die steigende Ölproduktion in den USA. Die stetige Zunahme der aktiven Bohrstellen in den letzten Wochen deutet auf einen weiteren Produktionsanstieg hin.

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Gold: Gold hat es derzeit fundamental schwer

Gold handelte zum Wochenauftakt bei rund 1.250 US-Dollar je Feinunze und damit weiter in der Nähe des am Freitag verzeichneten Viereinhalb-Monatstiefs. Das Edelmetall ist derzeit angesichts boomender Digitalwährungen, niedriger Volatilitäten an den Aktienmärkten sowie der strafferen Geldpolitik in den USA mit einer widrigen fundamentalen Lage konfrontiert.

Laut CoT-Daten ist der jüngste Preisdruck bei Gold auch die spekulativen Finanzanleger zurückzuführen. In der Woche zum 5. Dezember wurden die Netto-Long-Positionen um über 30 Prozent abgebaut. Da der Goldpreis in den Tagen danach weiter gefallen ist, dürften nach Einschätzung der Commerzbank auch die Netto-Long-Positionen seitdem weiter reduziert worden sein.

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Nickel: Nickelpreis sollte kurzfristig korrigieren

Sorgen über China sowie Gewinnmitnahmen spekulativer Finanzanleger führten zuletzt bei den meisten Industriemetallen zu einem spürbaren Preisrückgang. Auch Nickel gab stark nach und notierte zeitweise bei 10.800 US-Dollar je Tonne auf einem Zwei-Monatstief.

Das Metall hat sich in diesem Jahr als recht schwankungsfreudig erwiesen. „Waren es zunächst politische Entscheidungen in Indonesien und auf den Philippinen, die für erhöhte Volatilität sorgten, kam später das Thema Elektromobilität hinzu, das viel Aufmerksamkeit auf sich zog“, erklärten Analysten der Commerzbank im Rohstoff kompakt Industriemetalle die Preissprünge. Je nach Hersteller wird Nickel stark in Batterien für Elektroautos verwendet werden. „Bis der Funke überspringt und der Impuls die Nachfrage tatsächlich anschiebt, dürfte aber noch einige Zeit vergehen“, so die Experten. Industriekreisen zufolge spiele die Nickelnachfrage für Batterien erst ab dem Jahr 2020 eine gewichtige Rolle.

Laut der International Nickel Study Group (INSG) wird es zwar auch 2018 und damit das dritte Jahr in Folge ein Angebotsdefizit am globalen Nickelmarkt geben. Dieses sollte aber nur etwa halb so hoch ausfallen wie in diesem Jahr. Insbesondere das Angebot soll demnach deutlich ausgeweitet werden. Die globale Nickelnachfrage hingegen soll 2018 weniger stark steigen als in diesem Jahr. „Sobald die Aufmerksamkeit für das Thema Elektromobilität etwas nachlässt, sollte der Nickelpreis kurzfristig korrigieren“, prognostizierte die Commerzbank voraus. Zwar rechtfertige die zu erwartende Nickelnachfrage für Batterien langfristig höhere Preise, im nächsten Jahr sollte dies aber noch keine große Rolle spielen.

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28.09.2021 09:13:03

 
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