Gold – Der Bullenmarkt läuft weiter

Gold – Der Bullenmarkt läuft weiter

Mittwoch, 28. August 2019Lesezeit: 3 Minuten

Gold-Fans haben derzeit allen Grund zur Freude, denn das Edelmetall erlebt ein Comeback an den Rohstoffbörsen. Innerhalb von nur 3 Monaten kletterten die Notierungen von 1.280 US-Dollar auf zuletzt 1.540 US-Dollar. Dabei gelang im August sogar der Sprung über die 1.550-US-Dollar-Marke, womit Gold Kurshöhen erreichte wie zuletzt im Jahr 2013.

Gold

Der Bullenmarkt wird dabei, wie die Zahlen vom World Gold Council belegen, insbesondere durch die asiatischen Notenbanken befeuert, die ihre Reserven aufstocken. Als besonders starkes Zugpferd erweist sich dabei China. Demnach erhöhte die People Bank of China allein in den Monaten Mai und Juni den Goldbestand um 26 Tonnen. Damit hat die Notenbank seit Dezember 2018 jeden Monat die Goldreserven aufgestockt. Bis Ende Juni betrug das gesamte Goldvolumen rund 85 Tonnen. Rohstoffexperten sehen als Hauptmotiv den Handelskrieg mit den USA. Die chinesische Notenbank hatte in den vergangenen Monaten sukzessive US-Dollar-Bestände und US-Anleihen veräußert. Wenn der Rückenwind durch die Notenbanken anhält, bestehen gute Chancen, dass Gold die Kurs-Rallye in den kommenden Monaten fortsetzt.

Laut einem Reuters Bericht schränkte China seine für den für Investoren zugänglichen Markt bestimmten, Goldimporte seit Mai stark ein. Wahrscheinlich mit dem Ziel den US-Dollar Abfluss aus China zu verringern und den Renminbi zu stärken. Weiterhin gehen Marktakteure von einer stärkeren Bitcoin Nachfrage, bedingt durch die Abwertung der Landeswährung, aus.

Häufig kaufen chinesische Kunden erst Dollar, bevor sie sich Gold zulegen. In dem Reuters Bericht kommentiert ein Insider: „Gold, das hereinkommt, ist Geld, das herausgeht“. China ist weiterhin der größte Goldimporteur der Welt, doch laut der vom Zollamt veröffentlichten Zahlen lagen die Importe in den ersten sechs Monaten dieses Jahrs knapp 308 Tonnen niedriger, als im Vorjahreszeitraum. In China bekommen die Banken, welche den Goldimport abwickeln bestimmte Quoten vorgegeben, diese seien teilweise in letzter Zeit nicht mehr ausgestellt worden.

Für einen weiter steigenden Goldpreis sprechen auch die niedrigen Anleihen-Renditen, die Spannungen im Persischen Golf und Rezessionsängste, die Gold als Anlagealternative wieder attraktiver machen.

5-Jahres-Chart Gold, Quelle: Bloomberg Finance L.P.

 

 

Rohöl

Genau wie bei zahlreichen anderen Ländern des Nahen Ostens hängt auch die Wirtschaft des Irans am Rohöl. Der Iran verfügt über das viertgrößte Öl-Vorkommen weltweit und exportierte laut Opec-Daten im vergangenen Jahr Rohöl im Volumen von mehr als 60 Mrd. US-Dollar, was mehr als der Hälfte der Gesamtausfuhren (107 Mrd. US-Dollar) entsprach. Kein Wunder also, dass die neuen US-Sanktionen das Land hart treffen. Bereits seit Ende Januar gilt, dass jeder Staat, der iranisches Öl importiert, ebenfalls sanktioniert werden kann. Ausgerechnet China umgeht diese Sanktionen und lagert Millionen von Barrel an iranischem Öl, wie Bloomberg berichtet. Der Nachrichtenagentur zufolge hat die Volksrepublik allein zwischen Januar und Mai 12 Mio. Barrel iranischen Öls importiert, das zum Teil in Zolllagern deponiert wurde. Mindestens 12 weitere iranische Schiffe waren laut Bloomberg im Juli mit bis zu 20 Mio. Barrel Richtung Asien unterwegs. Sollte China, der weltgrößte Öl-Importeur, früher oder später die Zolllager öffnen, droht ein Preissturz beim Öl. Vorerst bleiben die Kurse für Rohöl der Sorten WTI und Brent aufgrund der Spannungen im Persischen Golf aber vergleichsweise hoch.

5-Jahres-Chart Rohöl, Quelle: Bloomberg Finance L.P.

 


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24.10.2019 02:42:37

 
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