Facebook drängt auf den E-Commerce Markt

Facebook drängt auf den E-Commerce Markt

Dienstag, 9. Juni 2020Lesezeit: 4 Minuten

Der stetig wachsende E-Commerce-Markt hat Facebook dazu bewegt, Bemühungen anzustellen, dieses Geschäftsfeld zu erschließen. Der Fokus soll hierbei auf dem südostasiatischen Markt liegen. Ergänzend dazu hat man die Funktionen auf seinen Plattformen erweitert. Welche Rolle WhatsApp bei der Erschließung neuer Märkte spielt und was Facebook für seine Plattformen plant, lesen Sie hier.

Shopping-Funktion wird in die Plattformen integriert

Die Social-Media-Plattformen Facebook und Instagram sollen so ausgestaltet werden, dass die Nutzer direkt von einer Facebook- oder Instagram-Seite eines Händlers kaufen können. Die neue Funktion soll unter dem Namen „Facebook Shops“ verfügbar sein. Die Erschließung des neuen Geschäftsbereiches erleichtert nicht nur den Nutzern und Händlern das plattformintegrierte Shoppen, sondern ermöglicht dem Tech-Konzern zwei weitere Möglichkeiten Umsätze zu generieren: Das Bewerben von Produkten auf Facebook wird für Händler fortan attraktiver, da Facebook nun selbst eine E-Commerce-Plattform darstellt. Die potentiellen Kunden sind durch die Integration von Facebook Shops näher am Produkt und es ist wahrscheinlicher, dass sie einen Einkauf tätigen. Händler sind deshalb bereit, größere Summen für Werbung auf einer E-Commerce-Plattform zu bezahlen. Aus diesem Grund erwartetet Facebook einen erheblichen Anstieg der Werbeeinnahmen. Hinzu kommt, dass Facebook eine Gebühr von 5% auf Verkäufe aus Facebook Shops erheben wird. Sollte es Facebook gelingen bis 2023 einen Marktanteil von 2% des globalen E-Commerce Markts zu erobern, ist laut Analysten ein kumulierter Umsatz aus den Werbeeinnahmen und den erhobenen Gebühren von bis zu USD 7 Mrd. zu erwarten.

Fokus liegt auf Wachstumsmärkten in Indien und Indonesien

Die Bemühungen, ins E-Commerce-Business vorzudrängen, bleiben aber nicht nur auf die technische Ausgestaltung auf den Plattformen beschränkt. Die vielversprechenden Digitalwirtschaften Indiens und Indonesiens stellen für Facebook enorme Wachstumsmärkte dar. Studien zufolge sollen Unternehmen Indonesiens bis 2025 USD 130 Mrd. digital erwirtschaften. In Indien sollen die Umsätze aus dem E-Commerce-Geschäft bis 2026 gar auf USD 200 Mrd. wachsen. Es erscheint nur logisch, dass auch Facebook ein Stück von diesem Kuchen erwirtschaften möchte. Gleichzeitig diversifiziert man sein Geschäft und ist nicht mehr so stark vom großen Heimatmarkt in den USA abhängig.

Messenger-Dienst WhatsApp soll zentrale Plattform werden

Um den südostasiatischen Markt zu erschließen, hat Facebook viel Geld für zwei Minderheitsbeteiligungen ausgegeben. In Gojek hat man sich an einem indonesischen Start-Up der Mobilitätsbranche beteiligt, das damit Geld verdient, Personen zu befördern oder Essen und Waren von Händlern zu Kunden zu transportieren. Das Bindeglied zwischen Unternehmen und Kunden soll hierbei WhatsApp bilden und den Austausch ermöglichen. Facebook erhofft sich, von den vielen Kontakten Gojeks zu Restaurants und Shops zu profitieren. Gleichzeitig soll die Integration in den Messenger den kleinen Unternehmen dabei helfen, zu wachsen. Um am Online-Handel Geld zu verdienen, möchte Facebook den Dienst WhatsApp Pay schnellstmöglich an den Start bringen. Mit dieser Funktion soll es möglich sein, über den Messenger Geld zu versenden. Bereits vor der Beteiligung an Gojek hat sich Facebook mit zehn Prozent am indischen Mobilfunkableger Jio beteiligt. Es wird vermutet, dass Facebook gemeinsam mit dem größten Netzbetreiber Indiens eine App exklusiv für den indischen Markt plant. Als Vorbild soll hierbei die chinesische App WeChat dienen, die es Nutzern ermöglicht, Textnachrichten zu versenden, zu shoppen, einen Fahrdienst zu buchen und Spiele zu spielen. Anders als in China, wo der Markt vom Konkurrenten Tencent dominiert wird, hat Facebook in Indien eine starke Marktstellung inne. In etwa 400 Millionen Inder nutzen WhatsApp regelmäßig. Konkurrenten auf dem indischen E-Commerce-Markt kommen hauptsächlich aus dem eigenen Land: Walmart und Amazon teilen sich große Teile des Online Handels in Indien.

Die Aktie im Überblick

Die Aktie der Facebook Inc. wird aktuell bei USD 231,40 (08.06.2020) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei USD 240,90 (26.05.2020) und das Jahrestief bei USD 137,11 (18.03.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 45 Analysten die Aktie auf BUY, 5 auf HOLD und 3 Analysten setzt sie auf SELL.

Ausgewählte Risiken:


Korrelationsrisiko:
Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

21.10.2020 12:33:48

 
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