Ein großer Schritt in die virtuelle Welt

Ein großer Schritt in die virtuelle Welt

Dienstag, 22. Februar 2022Lesezeit: 5 Minuten

Der Cloud- und Softwarekonzern Microsoft möchte das Gaming-Geschäft vorantreiben. Mitte Januar gab Microsoft bekannt, den Videospiel-Entwickler Activision Blizzard übernehmen zu wollen. Mit dieser Übernahme erhält Microsoft Zugang zu einem erfolgreichen Portfolio an Videospielen sowie die Möglichkeit, das Angebot über verschiedene Plattformen zu erweitern. Außerdem soll die Übernahme eine Basis für den Einstieg in das „Metaverse“ liefern.

Am 18. Januar dieses Jahres gab Microsoft bekannt, den Videospiel-Entwickler Activision Blizzard für 75 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Demnach ist Microsoft bereit, eine Prämie von 45 Prozent für die Aktien des Videospiel-Entwicklers zu bezahlen. Dabei handelt es sich um die größte Übernahme in Microsofts Konzerngeschichte. Nicht nur die Erweiterung der Gaming-Sparte, sondern auch die Weiterentwicklung des Metaverse dürfte wohl ein Hintergrundgedanke gewesen sein. Microsoft-CEO Satya Nadella sagte anlässlich der Pressemitteilung: „Gaming wird eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Metaverse-Plattformen spielen“. Die Transaktion unterliegt der behördlichen Prüfung sowie der Zustimmung der Aktionäre von Activision Blizzard. Erfolgt die Zustimmung, wird der Abschluss für das Geschäftsjahr 2023 erwartet.

Interessanterweise ist diese Transaktion nicht die erste große Übernahme in der Spielebranche seit Beginn des Jahres. Eine Woche zuvor gab der Spieleentwickler Take Two Interactive bekannt, den auf Browser und Mobile Gaming spezialisierten Anbieter Zynga für fast 13 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Bei beiden Akquisitionen steht die Erweiterung des Gaming-Angebots im Vordergrund – bezogen auf die Auswahl an Spielen als auch die Ausweitung auf andere Plattformen.

Gaming-Markt mit interessanten Wachstumschancen?

Microsoft ist der breiten Öffentlichkeit durch ihre Software bekannt. Windows ist das weltweit am weitesten verbreitete Computer-Betriebssystem mit einem geschätzten Marktanteil von ungefähr 70 Prozent (Statista, 2021). Zudem wird die „Office“ Software-Palette sowohl im privaten als auch im professionellen Bereich oftmals als Standard angesehen. Für Firmenkunden stellt die Geschäftseinheit „Intelligent Cloud“ Anwendungen für die Cloud und die Serverinfrastruktur zur Verfügung.

Vor knapp 20 Jahren ist Microsoft in den Gaming-Markt eingestiegen. Aufgrund des Erfolges von Unternehmen wie Nintendo, Sega und Sony in den 90er Jahren, wurde im Jahr 2001 die Spielekonsole mit dem Namen „Xbox“ lanciert. Mittlerweile ist die vierte Generation der Konsole erhältlich. Neben der Hardware führt Microsoft auch eigene Entwickler-Studios. Diese Studios entwickeln Spiele für verschiedene Genres, meist auf exklusiver Basis für die eigenen Konsolen und PC. Als Beispiel für bekannte Spiele können „Microsoft Flight Simulator“ und „Age of Empires“ aufgeführt werden.

„Mobile“ ist das größte Gaming-Segment mit einem geschätzten Umsatz von ungefähr 93 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 (Newzoo, 2021). Das auf Gaming und E-Sports spezialisierte Marktforschungsunternehmen Newzoo schätzt den Umsatz von Mobile Games für das Jahr 2024 auf ungefähr 116 Milliarden US-Dollar. Aufgrund dieser Hintergedanken will Microsoft die Präsenz von Activision Blizzard mit beliebten Mobile Spielen wie „Candy Crush“ nutzen, um das Spieleangebot auf dieser Plattform zu erweitern.

Microsoft schätzt den Gaming-Bereich weiterhin als Wachstumsmarkt ein und unterstreicht mit der angekündigten Übernahme von Activision Blizzard die eigenen Ambitionen. Laut Microsoft soll die Übernahme das Wachstum der Plattformen „Cloud“, „Konsole“, „Mobile“ und „PC“ beschleunigen. Zudem verbessert Microsoft die Marktstellung, indem es nach Umsatz zum drittgrößten Gaming-Unternehmen der Welt aufsteigt, hinter Tencent und Sony.

Microsoft erweitert Spieleangebot auf einen Schlag

Microsoft erhofft sich durch das Portfolio von Activision Blizzard, das Angebot mit beliebten Titeln zu ergänzen. Die Spielreihe „Call of Duty“ sowie „World of Warcraft“ sind beides erfolgreiche Spiele, wovon Activision Blizzard noch einige mehr aufführen kann. Mit der Integration von Activision Blizzard wird Microsoft über 30 interne Spiel-Entwicklerstudios verfügen.

Der japanische Konkurrent Sony ist nach der Ankündigung von Microsofts Übernahme unter Druck geraten. Sony ist im Gaming-Bereich auch als Spielentwickler und Konsolenhersteller tätig. Für Microsoft stellt die Übernahme ein großer Schritt im Konkurrenzkampf mit der „PlayStation“ dar. Zu Beginn wurde von den Medien die naheliegende Befürchtung aufgegriffen, dass Activision Blizzard Spiele in der Zukunft nicht mehr für die PlayStation verfügbar wären. Sony äußerte sich dazu, dass die erwähnten Spiele auch in Zukunft weiterhin verfügbar blieben in der Erwartung, dass Microsoft sich an die vertraglichen Vereinbarungen halten würde.

Microsoft verspricht sich auch für bereits existierende Angebote Chancen, wie dem „Xbox Game Pass“. Hierbei handelt es sich um ein Abonnement für Videospiele, welches für Konsole und PC erhältlich ist. Dieser Dienst gewährt Nutzern Zugang zu einem Katalog von Spielen für einen monatlichen Abonnementpreis. Stand Januar 2022 wies dieser Dienst über 25 Millionen Nutzer vor.

Auch in dieser Hinsicht bietet die Marktstellung von Activision Blizzard interessante Chancen. Fast 400 Millionen aktive Spieler zählen die verschiedenen Spielreihen. Es ist vorgesehen, diese Spiele in den Xbox Game Pass zu integrieren und somit den Spielekatalog zu erweitern. Darüber hinaus erhält Microsoft vereinfachten Zugang zu den fast 400 Millionen Spielern und sieht diese als potenzielle Kunden des Game Pass-Angebots.

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko / Preisänderungsrisiko: Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.

Währungsrisiken: Da die Währung des zugrundeliegenden Index US-Dollar ist und der Index Aktien und Wertpapiere enthält, die in Nicht-Euro Währungen notieren (z.B. US-Dollar), hängt der Wert des Zertifikats auch vom Umrechnungskurs zwischen der jeweiligen Fremdwährung (z.B. US-Dollar) und Euro (Währung des Zertifikats) ab. Dadurch kann der Wert des Zertifikats (in Euro) über die Laufzeit erheblich schwanken.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

08.02.2023 23:33:30

 
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