Digital und nachhaltig – Infrastruktur 4.0 neu gedacht

Digital und nachhaltig – Infrastruktur 4.0 neu gedacht

Donnerstag, 14. Juli 2022 Autor Thomas RappoldLesezeit: 5 Minuten

Angesichts der globalen Herausforderungen wie der Pandemie oder den geopolitischen Spannungen in Europa kommt dem Thema Infrastruktur eine große Bedeutung zu. Die Digitalisierung und Dekarbonisierung unserer Wirtschaft stellt uns vor weitere große Herausforderungen. Die Konsequenz ist, dass Infrastruktur neu gedacht werden muss. Ein Plädoyer für eine Neudefinition des Begriffs "Infrastruktur".

Innerhalb von zwei Jahren mussten wir uns als moderne Industriegesellschaft auf zwei unvorhersehbare Ereignisse einstellen: eine Pandemie sowie die geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine. Mit der Covid-19-Pandemie mussten wesentliche Teile unseres privaten und geschäftlichen Lebens auf digitale Prozesse und Plattformen umgestellt werden. National wie international gelang dies erstaunlich gut. Homeoffice und Homeschooling wurden zu geflügelten Worten. In diesen Momenten wurde deutlich, dass Datenautobahnen auf einmal wichtiger wurden als klassische Autobahnen, Brücken und Flughäfen. Die Investitionen der letzten Jahre und Jahrzehnte in unsere digitale Infrastruktur wie Breitbandglasfasernetze und Mobilfunkmasten haben sich in der Pandemie mehr als ausgezahlt, konnte so das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben durch die Verlagerung in den Digitalbereich aufrechterhalten werden.

Die veränderten Arbeitsformen und der Einsatz der Digitaltechnik haben uns auch vor Augen geführt, dass wir als Gesellschaft in der Lage sind, kurzfristig auf disruptive Ereignisse konsequent zu reagieren und vor allem auch nachhaltig. Auf einmal wurde deutlich, dass der tägliche Pendelverkehr zum Arbeitsplatz und viele Geschäftsreisen nicht zwingend notwendig sind, da Videokonferenzen und moderne Cloud-Kommunikationssoftware ein nahtloses Arbeiten unabhängig vom Arbeitsplatz möglich machen. Inzwischen gehört für eine Mehrheit an Büroarbeitenden das Arbeiten von zu Hause zu einem festen Bestandteil, dass eine stressfreiere Work-Live-Balance im Einklang mit dem Familienleben schafft. Das Stuttgarter Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO kommt in seiner aktuellen Studie „Homeoffice Experience 2.0“ zum Schluss, dass die Produktivität der befragten Mitarbeiter sowohl beim Arbeiten von zu Hause als auch im Büro weiter gestiegen ist.

Politische Rahmenbedingungen und „All Electric Society“

Digitale Infrastruktur ist für Daten das, was die Pipelines für Öl sind. Sie ist das Grundgerüst, auf welchem der Austausch stattfindet – und das Volumen des Datenaustausches wächst rasant an. Laut einem Bericht der GSMA Intelligence werden bis 2025 rund 80 Prozent der Weltbevölkerung mit ihrem Smartphone am digitalen Leben teilnehmen. Damit werden Investitionen in die digitale Infrastruktur unabdingbar, indem zum Beispiel der Ausbau bestehender Mobilfunknetze beschleunigt wird und neue Technologien zum Einsatz kommen, damit der kommende Internetverkehr bewältigt werden kann.

Intelligente Infrastrukturen schaffen

Die Politik hat erkannt, dass es ohne umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur für digitale und erneuerbare Energien nicht geht. Mit dem 750 Mrd. Euro schweren „Next Generation“-Fonds steht den Ländern der EU nun eine neue Finanzierungsfazilität zur Verfügung, die den Wandel hin zu einem „klimaneutralen, digitaleren und widerstandsfähigeren Europa unterstützen soll. US-Präsident Biden will gar mit einem zwei Billionen Dollar schweren Investitionsprogramm die marode Infrastruktur in den USA auf Vordermann bringen.

Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Sanierung von Straßen und Brücken, sondern schwerpunktmäßig die Transformation der USA hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft und dem massiven Ausbau erneuerbarer Energien. Anlässlich der „Zeitenwende“-Debatte im deutschen Bundestag gebrauchte der deutsche Finanzminister Christian Lindner gar den Begriff „Freiheitsdividende“ im Zusammenhang notwendiger Investitionen in eine Energiewirtschaft weg von fossilen Brennstoffen. In den vergangenen zehn Jahren ist die weltweite Nachfrage nach elektrischer Energie um 33 Prozent gestiegen, bis 2050 dürfte dieser Bedarf um mehr als 50 Prozent weiter steigen. Dabei spielen die Digitalisierung - und die Elektrifizierung vieler Branchen eine entscheidende Rolle – von Rechenzentren über Systeme für erneuerbare Energien bis hin zu Unterhaltungselektronik und Elektrofahrzeugen. Die Elektrifizierung unseres Lebens macht damit die Dekarbonisierung umso dringlicher, also die Erzeugung von Strom aus CO2-freien Quellen.

Intelligente Netze sind der Schlüssel für eine nachhaltige Energiewende. Was bisher allerdings fehlt ist eine intelligente Netzsteuerung, eine Art Betriebssystem für den Ökostrom und intelligente Stromspeicher. Der aktuelle Report „Global Mobile Economy Report 2022“ der Standardisierungsbehörde GSMA kommt zu dem Schluss, dass bisher keine Mobilfunkgeneration so schnell eingeführt wurde wie der neue Mobilfunkstandard 5G. Weltweit sind demnach knapp 200 5G-Mobilfunknetze in 70 Ländern in Betrieb. Die Zahl der Verbindungen soll noch in 2022 die Marke von einer Milliarde überschreiten. Der Netzwerkanbieter Cisco Systems stellt zwischen 2017 und 2022 eine 3,7-fache Steigerung des Internetverkehrs auf 350 Exabytes pro Monat fest. Hinweis: Ein Exabyte entspricht einer Milliarde Gigabyte! Für das Jahr 2023 rechnet Cisco mit 5,3 Milliarden Internet-Nutzern, die jeweils im Schnitt 3,6 internet-fähige Geräte nutzen.

Alleine diese Zahlen untermauern die Notwendigkeit des massiven Ausbaus digitaler Infrastruktur. Verantwortlich dafür, dass die neuen digitalen Arbeitsformen technisch nahezu reibungslos verliefen, war das Cloud-Computing. Immer mehr Rechenleistung und Dienste werden aus der Cloud heraus skalierbar angeboten. Die digitale Infrastruktur besteht zukünftig aus einem intelligenten Zusammenspiel von Edge Computing, 5G/6G, Breitbandkommunikation und Digitalen Datencentern in der Cloud.

 

Infrastruktur 4.0 aus Anlegersicht

Infrastruktur im Generellen ist ein Wachstumsmarkt. Der aggregierte Infrastruktur-Investitionsbedarf bis 2030 summiert sich auf 49 Billionen Dollar. Der hohe Kapitalbedarf macht deutlich, dass diese Summen nicht alleine von Regierungen gestemmt werden können. Der Finanzindustrie in Form von institutionellen und privaten Anlegern kommt eine große Bedeutung zu. Für Privatanlegerinnen und -Anleger in Zeiten volatiler Aktienmärkte und niedriger Verzinsungen bieten innovative Infrastruktur-Anlagen vier wesentliche Chancen:

1. Partizipation an den Megatrends Digitalisierung und erneuerbare Energien
2. Investieren in nachhaltige Anlageformen
3. Vorteile klassischer Infrastruktur mit Chancen der Wachstumsmärkte kombinieren
4. Profitieren von stabilen Cashflows und Dividenden

Mit dem Open-End Partizipationszertifikat auf den Solactive Digital Infrastructure and Renewable-Index können Anlegerinnen und Anleger über ein Indexzertifikat in die 20 wichtigsten Aktien führender Unternehmen im Bereich Digitaler Infrastruktur und erneuerbarer Energien Infrastruktur investieren. Dabei deckt der Index die gesamte Wertschöpfungskette mit Unternehmen aus den Sektoren Erzeuger von erneuerbarer Energie, Intelligenter Netzbetreiber, elektrische Ladeinfrastruktur, digitale Infrastrukturausrüstung, Betreiber von Mobilfunkmasten, Betreiber von Rechenzentren und Anbieter von digitalen Breitbandnetzen.

Ausgewählte Risiken

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Währungsrisiko: Da die Währung des zugrundeliegenden Index US-Dollar ist und der Index Aktien und Wertpapiere enthält, die in Nicht-Euro Währungen notieren (z.B. US-Dollar), hängt der Wert des Zertifikats auch vom Umrechnungskurs zwischen der jeweiligen Fremdwährung (z.B. US-Dollar) und Euro (Währung des Zertifikats) ab. Dadurch kann der Wert des Zertifikats (in Euro) über die Laufzeit erheblich schwanken.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

29.09.2022 12:47:02

 
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