Die europäische Halbleiterförderung

Die europäische Halbleiterförderung

Freitag, 25. Februar 2022Lesezeit: 4 Minuten

Halbleiter sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil vieler Produkte. Autos, Computer selbst Kühlschränke benötigen die essenziellen Kleinteile. Seit längerem ist das Wort Chipkriese in aller Munde und es kommt zu Lieferengpässen oder kompletten Produktionsausfällen in einigen Fällen. So schreibt Business Insider davon, dass laut internen Unterlagen der größte deutsche Autohersteller Volkswagen damit plant, dieses Jahr 800.000 Autos weniger zu produzieren. In der Halbleiterproduktion ist Europa stark abhängig von Asien oder den Vereinigen Staaten und so kommen alle europäischen Unternehmen auf einen globalen Marktanteil von etwa 10 Prozent.

Die Europäische Kommission hat nun Pläne vorgelegt diesen Anteil deutlich zu erhöhen. Die Präsidentin der EU-Kommission kündigte nun auf dem Weltwirtschaftsforum an die europäische Halbleiterproduktion zu fördern. Das Ziel des sogenannten „European Chips Act“ ist bis zum Jahre 2030 den Marktanteil Europas an der globalen Halbleiterproduktion auf ein Fünftel zu erhöhen. Ein ambitioniertes Ziel, wenn man sich vor Augen hält, dass sich auch der Markt für Halbleiter bis dahin etwa verdoppeln soll. Insofern sieht der Plan der EU-Kommission vor, dass sich die momentanen Kapazitäten vervierfachen. Dafür sollen Investitionen von insgesamt 43 Milliarden Euro genehmigt werden, von denen einige Unternehmen natürlich besonders profitieren könnten.

Warum müssen Chips subventioniert werden?

Bei den Halbleiterwerken handelt es sich um die modernsten Fabriken der Welt. Entsprechend viel Geld wird bei dem Bau verschlungen. Die benötigten Milliardenbeträge sind selbst für Schwergewichte nicht einfach aufzubringen, wodurch die Halbleiterbranche allgemein zu einer stark subventionierten Industrie wird. Der deutsche Halbleiterproduzent Infineon gab zum Beispiel für das vor kurzem in Österreich eröffnete Werk 1,6 Milliarden Euro aus. Eine beachtliche Investition, wenn man bedenkt, dass das Nettoergebnis 2021 knapp über 1,1 Milliarden Euro betrug. Laut Angaben des taiwanesischen Unternehmens TSMC kostete die 2012 eröffnete Fabrik sogar über 9 Milliarden US-Dollar. Vor allem Südkorea und Taiwan subventionierten die Halbleiterbranche in der Vergangenheit mit Erfolg. Mit TSMC liegt der größte Auftragsfertiger in der Halbleiterbranche in Taiwan während in Südkorea mit den Unternehmen Samsung und SK Hynix starke Konzerne im Bereich der Speicherchips beheimatete sind. Das viele der größten Halbleiterunternehmen in Asien liegen ist kein Zufall. In Asien wurden die letzten Jahre Elektronik produziert, für die Halbleiter unerlässlich sind. Doch auch europäische Produkte werden zunehmend von Halbleitern abhängig. Es ist zum Beispiel längst kein Geheimnis mehr, dass in den modernsten Autos bis zu 1.400 Halbleiter verbaut werden. Mit Fabriken in Europa könnte in Zukunft also sichergestellt werden, dass es zu weniger Lieferengpässen und Produktionsausfällen aller abhängigen Produkte kommt. Der Wunsch, Produktionsausfälle innerhalb Europas zu vermeiden, wird besonders dadurch deutlich, dass die EU-Kommission Regeln vorgeschlagen hat, welche die subventionierten Halbleiterproduzenten dazu zwingen könnte, europäische Abnehmer als erstes zu beliefern.

Wer profitiert?

Ein möglicher Profiteur der europäischen Investitionen könnte der amerikanische Halbleiterproduzent Intel sein. In einem Interview mit dem Handelsblatt sprach der Vorstandschef Pat Gelsinger davon zwei neue Fabriken in Europa zu bauen. Jedoch hängt die Entscheidung laut des Vorstandes von Subventionszusagen in Höhe mehrerer Milliarden Euro pro Fabrik ab. Doch auch bei den europäischen Halbleiterkonzernen finden die Vorhaben der EU-Kommission Zuspruch. ASML, das größte europäische Technologieunternehmen, erklärte in einem Positionspapier, dass sie den Plan der EU-Kommission „ausdrücklich unterstützen.“ ASML ist der weltweit größte Hersteller von Lithographiesystemen, die von großer Bedeutung für die Herstellung integrierter Schaltkreise sind. Auch in München liegt ein Unternehmen, welches international in der Branche von Bedeutung ist. Siltronic ist der drittgrößte Produzent von Wafern weltweit. Wafer sind ein wichtiger Bestandteil der Halbleiter. Siltronic wäre fast zum Übernahmeziel des taiwanesischen Unternehmens Globalwafers geworden. Jedoch hat die Übernahme Rechtsfragen aufgeworfen, die bis zum Verstreichen der Frist nicht dem Bundeswirtschaftsministerium beantwortet werden konnten. Ein Beispiel, welches die Bedeutung der Halbleiterbranche für die Zukunft gut verdeutlichen könnte. Auch der bereits größte Chipkonzern Europas, STMicroelectronics könnte gute Chancen haben von den Subventionen zu profitieren.

Wer letztendlich profitiert wird sich anhand der genauen Gestaltung der EU-Kommission entscheiden. So möchte Thierry Breton, der EU-Binnenmarktkommissar, die Subventionen vor allem an Konzerne verteilen, die modernste Halbleiter in der Größe weniger Nanometer produzieren. Diese Unternehmen könnte man so dazu bewegen ihre Werke in Europa zu bauen. Dem könnte entgegengehalten werden, dass diese Halbleiter eher in Handys oder Computern und nicht in Autos oder Flugzeugen verbaut werden, welche wiederum auch in Europa produziert werden.

 

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko / Preisänderungsrisiko: Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

30.09.2022 12:39:03

 
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