Der Wettlauf der Pharmakonzerne

Der Wettlauf der Pharmakonzerne

Mittwoch, 6. Mai 2020Lesezeit: 4 Minuten

Weltweit liefern sich derzeit Pharmakonzerne und Biotechnologieunternehmen einen Wettlauf auf der Suche nach wirksamen Impfstoffen und Medikamenten zur Bekämpfung des Covid-19 Virus. Neben einem Eintrag in den Geschichtsbüchern dürften den Siegern dieses Wettrennens auch Umsatzsteigerungen winken. Doch welche Forschungsprojekte sind aktuell am erfolgversprechendsten und welche Pharmaunternehmen könnten vom Ausbruch der Corona-Pandemie ökonomisch profitieren? 

Remdesivir und Chloroquin als Hoffnungsträger

Als einer der vielversprechendsten Mittel im Kampf gegen das Corona-Virus gilt das Präparat Remdesivir des US- Biotechnologieunternehmens Gilead Sciences. Ursprünglich für den Einsatz gegen den Ebola Erreger entwickelt, konnte der Wirkstoff bereits in diversen klinischen Studien seine Wirksamkeit belegen. So wurde beispielsweise laut einer Studie des Universitätsklinikums Chicago bei Betroffenen ein wesentlich schnelleres Abklingen der Krankheitssymptome beobachtet, nachdem diesen Remdesivir verabreicht wurde. Nahezu alle Testpersonen konnten das Krankenhaus spätestens nach einer Woche verlassen. Mittlerweile erteilte die US- Gesundheitsbehörde (FDA) in einem Eilverfahren eine Ausnahmegenehmigung, welche den Einsatz des Mittels im Rahmen stationärer Behandlungen ermöglicht.

Auch die Bayer AG kann im Kampf gegen das Corona-Virus auf ein bereits existierendes Medikament zurückgreifen. Das Malariamittel Chloroquin gilt unter Experten ähnlich aussichtsreich im Einsatz gegen Covid-19 wie Remdesivir. Nachdem US-Präsident Donald Trump das Gesundheitsministerium seines Landes öffentlich zur Freigabe des Präparats aufforderte, versuchten Tausende Amerikaner sich das Medikament zu besorgen. Aber auch hierzulande hat das Präparat viele Anhänger. So hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine größere Menge Chloroquin bei Bayer reserviert. Als Reaktion auf den enormen Nachfrageanstieg hat Bayer die Produktion des Mittels entsprechend ausgeweitet.

Kapazitäten müssen massiv ausgebaut werden

Nicht nur Forschungsresultate sind erfolgsentscheidend, ebenso wichtig sind die Produktionskapazitäten der am Wettbewerb beteiligten Unternehmen. Um eine globale Pandemie wirksam zu bekämpfen bedarf es Präparate und Impfdosen in milliardenfacher Menge. Daher ist inzwischen auch ein Wettlauf um den Aufbau entsprechender Produktionsstätten entfacht, was vor allem verhältnismäßig kleinere Biotechnologieunternehmen vor erhebliche Herausforderungen stellt. Kapitalstarke Pharmariesen genießen in diesem Bereich sicherlich einen Vorteil. Dementsprechend kündigte der US-Pharmagigant Johnson & Johnson die Investition von einer Milliarde US-Dollar zur Errichtung neuer Fertigungsanlagen an. An diesen sollen zukünftig mehr als eine Milliarden Dosen des Covid-19-Impfstoffs produziert werden, den Johnson & Johnson in Kooperation mit dem US-amerikanischen Gesundheitsministerium erforscht.

Roche-Chef verspricht «sensationellen» Test

Für einen erfolgreichen Kampf gegen das Virus sind zuverlässige Corona-Tests ebenso wichtig wie Medikamente und Impfstoffe. Nach eigenen Angaben ist dem Basler Pharmakonzern Roche bei er Entwicklung eines solchen Tests der entscheidende Durchbruch gelungen. Es handelt sich hierbei um einen Antikörper-Test, mit dessen Hilfe Personen identifiziert werden können, deren Körper als Folge einer Covid-19 Erkrankung erfolgreich Antikörper gegen das Virus bilden konnten. Ob betroffene Personen tatsächlich immun gegen eine Neuinfektion sind ist derzeit zwar umstritten, doch die Tatsache das sich dieses Phänomen bei früheren Viruspandemien, wie z.B. dem Sars-Virus, beobachten lies, stimmt zumindest hoffnungsvoll. Der neue Corona-Antikörpertest von Roche gilt als äußerst zuverlässig und erhielt am vergangenen Wochenende eine Notfallgenehmigung der US-Gesundheitsbehörde FDA. Roche Verwaltungsratspräsident Christoph Franz kündigte die millionenfache Fertigung der Test-Kits an.

Die Aktien im Überblick

Die Aktie der Gilead Sciences, Inc. wird aktuell bei USD 79,33 (06.05.2020) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei USD 84,00 (30.04.2020) und das Jahrestief bei USD 61,62 (02.10.2019) erreicht. Bei Bloomberg setzen 11 Analysten die Aktie auf BUY, 17 auf HOLD und 4 Analysten setzt sie auf SELL.

Die Aktie der Bayer AG wird aktuell bei EUR 59,31 (06.05.2020) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei EUR 78.29 (06.02.2020) und das Jahrestief bei EUR 47,50 (23.03.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 21 Analysten die Aktie auf BUY, 9 auf HOLD und 1 Analyst setzt sie auf SELL.

Die Aktie der Johnson & Johnson Services, Inc. wird aktuell bei USD 149,00 (06.05.2020) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei USD 155,51 (23.04.2020) und das Jahrestief bei USD 111,14 (23.03.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 15 Analysten die Aktie auf BUY, 7 auf HOLD und 1 Analysten setzt sie auf SELL.

Die Aktie der F. Hoffmann-La Roche Ltd. wird aktuell bei CHF 342,60 (06.05.2020) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei CHF 350,40 (28.04.2020) und das Jahrestief bei CHF 257,00 (13.05.2019) erreicht. Bei Bloomberg setzen 19 Analysten die Aktie auf BUY, 7 auf HOLD und 2 Analysten setzt sie auf SELL.

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

07.08.2020 14:17:03

 
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