Das Bitcoin 1x1 – Teil 5: Die Fork – Die Spaltung der Blockchain

Das Bitcoin 1x1 – Teil 5: Die Fork – Die Spaltung der Blockchain

Montag, 17. Juni 2019Lesezeit: 5 Minuten

Bereits in den letzten Beiträgen des Bitcoin 1x1 wurde klar deutlich, wie groß und wichtig der Einfluss der Bitcoin Community für das Überleben des Bitcoin-Protokolls ist. In diversen Internet Foren, auf zahlreichen Veranstaltungen und sogar in ganzen Unternehmen besprechen Bitcoin Interessenten ständig die aktuelle und zukünftige Entwicklung des Bitcoin-Protokolls. Neben den «offiziellen Bitcoin Core Entwicklern» vertreten große Mining-Pools und große Bitcoin Vereine stets eine klare Position, in welche Richtung sich das Bitcoin-Protokoll entwickeln sollte. Ab und zu kommt es hierbei zu Meinungsunterschieden wie mit Problemen oder Weiterentwicklungen des Bitcoin-Protokolls umgegangen werden sollte. Bei besonders starken Meinungsverschiedenheiten beschließt die Community, die Bitcoin Blockchain einer sogenannten «Fork» (eine Gabelung) zu unterziehen. Während alle Forks einem ähnlichen Muster unterliegen, ist das Ergebnis jeder Fork stets einzigartig und unterschiedlich.

Die Aufspaltung der Blockchain

Grundlegend ist eine Bitcoin Fork nichts Anderes als ein von der Community gemeinsam beschlossenes Update des Bitcoin-Protokolls. Da es sich bei der Bitcoin-Blockchain um eine gleichzeitig laufende, dezentralisierte Gruppe von Computern handelt, ist es wichtig, dass jeder dieser «Bitcoin-Computer» (oder auch «Full Nodes» genannt) die gleiche Kernsoftware des Bitcoin-Protokolls benutzt. Verständlicherweise kann ein Computer der die Bitcoin Core Software laufen lässt damit er Teil des Bitcoin Netzwerkes wird, nicht als Full Node einer anderen Blockchain genutzt werden (z. B. Ethereum) – und umgekehrt.

Soft- und Hard-Fork – Die Unterschiede

Generell unterscheidet man zwischen einer „Soft-Fork“ und einer „Hard-Fork“. Eine Soft-Fork bezieht sich auf eine Art Software Upgrade, welches dazu führt, dass vergangene und valide Blöcke nach dem Update als invalide Blöcke anerkannt werden. Da alte Full Nodes hierbei die neuen Blöcke als valide ansehen, spricht man hierbei von Rückwärts-Kompatibilität im Bitcoin-Protokoll.

Rückwärts-Kompatibilität ist einfacher an einem Software Beispiel zu verstehen: Während ältere Word Versionen (Beispielsweise Word2000) in der Lage sind Dateien neuerer Versionen (Beispielsweise Word2016) abzurufen, können die Features der neueren Word2016 Version nicht durch alte Word Versionen abgerufen werden.  Ähnlich sieht es im Falle einer Soft-Fork aus.

Um eine Soft-Fork zu initiieren reicht es, wenn lediglich eine 51% Mehrheit der Full Nodes das Software Upgrade beschließen. Wenn diese Mehrheit erreicht wird, dann wird das ältere Netzwerk außer Betrieb genommen, wobei automatisch die neuere Blockchain als die "wahre" Blockchain anerkannt wird.

Als Beispiel für eine Soft-Fork ist der „Pay to script hash (P2SH)“ zu nennen, welcher 2012 in der Bitcoin Blockchain eingeführt wurde. Die P2SH Soft-Fork ermöglichte die Verwendung von Multi-Signatur Adressen im Bitcoin Netzwerk. Seit der Einführung dieses Software Updates ist es möglich mehrere Private-Keys für einen Public-Key zu verwenden. 

Schaubild 1: Soft-Fork

Forks, die mit der älteren Version der Software nicht kompatibel sind, werden als Hard-Forks bezeichnet. Sie stellen also eine sehr radikale Veränderung des Bitcoin-Protokolls dar, welche dazu führt, dass bisherige invalide Blöcke als valide anerkannt werden (oder umgekehrt). Daher gilt die Faustregel, dass eine Hard-Fork eine permanente Divergenz von der bisherigen Version der Blockchain ist – Dadurch werden Full Nodes, welche auf der alten Version laufen von der neuen Version nicht mehr akzeptiert und integriert. Daher kommt es zu einer Gabelung in der Blockchain: Eine Blockchain, welche das neue Software Update akzeptiert und auf der neuen Blockchain weiterläuft sowie eine Blockchain, welche das neue Software Update ablehnt und somit auf der alten Blockchain Version weiterläuft. In den meisten Fällen wird das neue Software Update nach einiger Zeit nach dem Hard-Fork von dem größten Teil der Community angenommen, da die alte Blockchain nicht mehr aktuell gehalten wird und irrelevant wird.

Hard-Forks finden Anwendung um wichtige Sicherheitslücken oder –risiken zu beheben, neue Funktionalitäten einzubauen oder um äußerst fragwürdige Transaktionen rückgängig zu machen (wie bspw. Im Falle des DAO-Hacks der Ethereum-Blockchain. Im Falle von Hard-Forks kommt es meistens zur Generierung einer neuen Kryptowährung, die entweder auf der neuen upgedateten Version der Blockchain basiert oder auf der alten Version der Blockchain.

Schaubild 2: Hard-Fork

Bisherige Hard-Forks im Protokoll der Bitcoin-Währung

Bitcoin Cash: Die erste Hard-Fork von Bitcoin wurde am 01. August 2017 durchgeführt, welche dazu führte, dass eine neue Kryptowährung namens „Bitcoin Cash“ entstand. Der Grund für die Hard-Fork im Falle von Bitcoin Cash war die gewollte Erhöhung möglicher Transaktionen pro Block. Bitcoin Cash kann daher in Theorie mehr Transaktionen abwickeln als ein herkömmlicher Bitcoin Block.

Bitcoin Gold: Am 24. Oktober 2017 kam es bereits zum nächsten Bitcoin Hard-Fork. Hierbei entstand die neue Kryptowährung „Bitcoin Gold“. Auslöser für die Hard-Fork war die gewollte Wiederherstellung der Mining-Funktionalität herkömmlicher Grafikprozessoren, anstelle der populären extra für Mining-Prozesse spezialisierten ASIC-Chips.

Bitcoin-SV/-ABC: Am 15. November 2018 fand eine Bitcoin-Cash Hard-Fork statt, wodurch die Kryptowährungen Bitcoin SV und Bitcoin ABC entstanden sind. Zwischen den Communities der SV und der ABC Währung kam es zu großen Uneinigkeiten in der Weiterentwicklung der aktuellen Blockchain im Hinblick auf die Blocksize. SV ist ein Kürzel für „Satoshis Vision“, während ABC für „Adjustable Blocksize Cap“ steht.

Die Unterschiede zusammengefasst

Soft-Forks und Hard-Forks sind im Wesentlichen dasselbe, denn wenn der bestehende Code einer Kryptowährung geändert wird, bleibt eine alte Version erhalten, während eine neue Version erstellt wird. Im Falle einer Soft-Fork bleibt jedoch nur eine Blockchain gültig, wenn die restlichen Benutzer das Update übernehmen. Beide Forks erzeugen zwar einen Split, aber eine Hard-Fork erzeugt zwei Blockchains, während eine Soft-Fork ultimativ zu einer Blockchain führen soll.

Die Unterstützer diverser Kryptowährungen sind mittlerweile zu riesigen Communities herangewachsen, weswegen es bei wichtigen Themen gelegentlich zu Meinungsunterschieden innerhalb der Communities kommen kann. Auf der einen Seite werden Forks daher oftmals als gesundes Zeichen der Weiterentwicklung einer Kryptowährung angesehen, wobei es allerdings nachteilig zur Aufteilung der Core-Community führen kann.

Als nächstes im Bitcoin 1x1

Im siebten Teil des Bitcoin 1x1 wird auf die verschiedenen Vor- und Nachteile von Kryptowährungen (insb. Bitcoin) eingegangen. Bitcoin ist der Vorreiter einer neuen Technologie und ist nach wie vor die populärste Kryptowährung von Allen. Dennoch befinden sich im Rahmen des Bitcoin-Protokolls diverse veraltete Strukturen, die Bitcoin im Vergleich zu neuartigeren Kryptowährungen möglicherweise in den Schatten stellen. Dazu mehr in Teil 7 des Bitcoin 1x1.

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko: Protect Multi Aktienanleihen beziehen sich auf mehrere Basiswerte, womit der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos ist, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten auch beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags in der Regel der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sogenannte Worst-of-Strukur), das heißt, dass das Risiko eines Verlustes des investierten Kapitals bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher ist als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Wichtige Hinweise:
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23.10.2019 05:07:47

 
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