Daimler – Transformation in der Krise

Daimler – Transformation in der Krise

Mittwoch, 9. September 2020Lesezeit: 4 Minuten

Corona-Krise, Klimawandel und E-Mobilität – Daimler hat in letzter Zeit viele strukturelle Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Bisher hat sich der Aktienkurs des Konzerns aus dem Corona-Tief im März wieder erholen können. Von alten Höchstständen ist die Daimler-Aktie aktuell jedoch weit entfernt. Allerdings strukturiert der Stuttgarter Konzern seit geraumer Zeit um und erhofft sich, gestärkt aus den Themenkomplexen hervorzugehen.

Daimler vor neuen Herausforderungen

Nach einem Jahrzehnt als Deutschlands Wachstumsmotor, scheint die Automobilindustrie erstmals wieder vor größeren Personalanpassungen zu stehen. Bei Daimler droht laut Unternehmensangaben ein Stellenabbau von bis zu 30.000 Personen. Bei den momentanen Themenkomplexen, die CEO Ola Källenius zu bewältigen hat, erscheint dies auch nicht sonderlich verwunderlich. So seien die globalen Lieferketten durch die Corona Pandemie zuerst von einem Angebotsschock getroffen worden. Nun sei die Branche mit einem Nachfrageschock konfrontiert, von der sie sich nur langsam wieder erholt, heißt es in einer Branchenstudie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Im Ergebnis erzielte der Stuttgarter Konzern im ersten Halbjahr 2020 schließlich 18% weniger Umsatz als im Vergleichszeitraum 2019.

Corona wirkt verstärkend

Doch auch schon vor Auftreten der Corona Pandemie, habe Daimler mit der Transformation des Unternehmens begonnen. Das von der Politik gesetzte Ziel, Emissionen zu verringern, sowie der Trend hin zu Elektroautos, erfordere nicht nur Investitionen in neue Technologien, sondern auch eine Anpassung der kompletten Prozesskette des Autobauers. Im Produktportfolio hat es schon erste Veränderungen gegeben. So setzt Källenius laut Handelsblatt in Zukunft, ähnlich wie andere Luxusmarken auch, mehr auf Klasse statt Masse. Aus diesem Grund wurde bereits die Kompakt- und Kleinmarktmodelle zusammengestrichen. Ein Blick auf die Kaufpreise der Modelle scheint diesen Eindruck ebenfalls zu bestätigen. Auch der erste Ausflug in die vollelektronische Automobilwelt hat der Konzern schon gewagt. Gemessen an der Zahl der Neuzulassen scheint Daimler mit dem Modell EQC den Markt allerdings bisher nicht überzeugt zu haben.

S-Klasse bleibt Verbrenner

An alte Erfolge anknüpfen möchten die Stuttgarter mit der neuen S-Klasse. Für das neue Modell wird auch das ebenfalls neue Werk „Factory 56“ in Betrieb genommen werden. Mit dem Werk will Daimler neue Maßstäbe für die Automobilproduktion setzen. Die Produktion soll Dank Vernetzung, Digitalisierung und Datenaustausch in Echtzeit effizienter werden. Modellseitig setzt Daimler bei der neuen S-Klasse weiter auf den Verbrennungsmotor. Sollte das Modell den Nerv der Kunden treffen, könnte Daimler mit der S-Klasse als profitabelste Baureihe dem Konzern auf Jahressicht in die schwarzen Zahlen verhelfen. Allein 2019 machte der Anteil der S-Klasse 13,6% vom Konzern-Ebit aus.

Strategie mit klarem Fokus auf Elektro

Für zukünftige Modelle hat das Unternehmen allerdings andere Ziele. Die noch vom ehemaligen Daimler Chef Dieter Zetsche beschlossene Strategie richtet sich auf die vier Zukunftsfelder Vernetzung, autonomes Fahren, Sharing-Angebote und Elektromobilität. Källenius entscheidet allerdings, wie viel in die einzelnen Bereiche investiert und vorangetrieben wird. Der Kern der Strategie ist weiterhin für eine klimafreundliche Mobilität der Fokus auf Elektro, ergänzt werden bei Nutzfahrzeugen wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Stromer. Damit sei der Weg zu einer komplett CO2-neutralen Flotte gesetzt.

Vollautonomes Fahren erst für die Truck-Sparte

Vollautonomes Fahren soll nun zuerst im Truck-Bereich Marktreife erlangen. Für PKWs sei dies auch weiterhin ein Thema, allerdings sieht Källenius dies aufgrund der technischen Herausforderungen „weiter in der Zukunft“ als in der Trucksparte. Zudem erfordere eine Flotte von „Zigtausend oder und Hundertausenden“ Robotaxis umfangreiche Milliardeninvestitionen, was sich nach Källenius bisher noch keiner getraut habe. Weiterhin ist er allerdings davon überzeugt, dass man das Thema umsetze, sobald man es technisch im Griff habe.

Die Aktie im Überblick

Die Aktie der Daimler AG wird aktuell bei EUR 45,47 gehandelt (09.09.2020) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei EUR 54,50 (04.11.2019) und das Jahrestief bei EUR 21,02 (19.03.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 11 Analysten die Aktie auf BUY, 13 auf HOLD und 7 Analysten setzten sie auf SELL.

 

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

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25.09.2020 09:07:06

 
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