Continental erhöht Dividende trotz Turbulenzen und treibt IPO der Antriebs-Sparte voran

Continental erhöht Dividende trotz Turbulenzen und treibt IPO der Antriebs-Sparte voran

Freitag, 8. März 2019Lesezeit: 3 Minuten

Die Continental AG hat seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 verkündet und ein leichtes Umsatzwachstum gemeldet. Zudem sollen in diesem Jahr bis zu 25% der Antriebs-Sparte an die Börse gebracht werden.

Überraschende Dividendenerhöhung für 2018

Zweimal hat Continental seine Anteilseigner im letzten Jahr mit Gewinnwarnungen erschüttert und damit enorme Kurseinbrüche herbeigeführt. Der Aktienkurs des Automobilzulieferers aus Hannover hatte sich im Jahr 2018 teilweise halbiert. Trotzdem hat sich Continental vergleichsweise stabil entwickelt, weshalb sich der Konzern eine leichte Erhöhung der Dividende leisten kann - trotz des Abwärtstrends an den Automobilmärkten und nach einem bereits turbulenten Jahr 2018 mit mehreren Prognosekorrekturen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 wird mit EUR 4,75 eine um 25 Cent höhere Dividende ausgeschüttet, wie der DAX-Konzern in seiner Pressemitteilung ankündigte. Analysten hatten eine stabile Dividende erwartet. Insgesamt schüttet Continental ca. EUR 950 Mio. an seine Anteilseigner aus, das entspricht eine Ausschüttungsquote von ca. 33%. Das liegt zwar über dem oberen Rand der festgelegten Ausschüttungsspanne von 15 bis 30% des Nettoergebnisses, berücksichtige jedoch die Gesamtwertentwicklung des Unternehmens.

Leichter Umsatzanstieg zu verzeichnen

Seine zweimal angepassten Ziele für das vergangene Jahr habe Continental erreicht, teilte der Konzern mit. Der Umsatz konnte im Geschäftsjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,9% auf EUR 44,41 Mrd. trotz des starken Euros leicht wachsen. Die EBIT-Marge fiel im gleichen Zeitraum auf 9,1% (2017: 10,4%). Das Konzernergebnis, das den Anteilseignern zugerechnet wird, fiel in 2018 um knapp 3% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf ca. EUR 2,9 Mrd. bzw. auf ein Ergebnis je Aktie (verwässert) von EUR 14,49 Euro. Damit verzeichnete das Technologieunternehmen zwar einen Ergebnisrückgang, lag aber immer noch nahe am Rekordniveau des Vorjahres. Finanzchef Schäfer bezeichnete diesen Nettogewinn von EUR 2,9 Mrd. in Anbetracht der schwachen Marktentwicklung jedoch als „solides Ergebnis“.

Der Finanzvorstand verwies zudem auf die ausgeprägte Bilanzstärke des Konzerns: Die Verschuldung wird seit längerem zurückgefahren und daher hat der Konzern nicht mehr so hohe Zinsaufwendungen zu schultern. Für mögliche Akquisitionen stünden dem Autozulieferer und Reifenhersteller somit bis zu EUR 5 Mrd. zur Verfügung. Allerdings gebe es momentan keine konkreten Pläne für Zukäufe. Das Unternehmen prüfe jedoch laufend den Markt, um sich besonders bei Zukunftstechnologien zu stärken.

Teilbörsengang der Antriebs-Sparte "Vitesco Technologies"

Die Continental AG arbeitet weiterhin an der angekündigten Neuaufstellung des Konzerns. Dazu gehört der Teilbörsengang der Antriebs-Sparte im zweiten Halbjahr 2019, das nun unter den Namen "Vitesco Technologies" firmieren soll. Continental hat alle Powertrain-Aktivitäten bei Vitesco konzentriert: In diesem Segment sind neben traditionellen Verbrennungsantrieben auch das Hybrid- und Elektroantriebs-Business sowie alle laufenden Batterieaktivitäten untergebracht. Zu Beginn sollen bis zu 25% der Vitesco-Anteile an die Börse gebracht werden. Trotz der Turbulenzen an den globalen Automärkten hält Continental am geplanten Börsengang fest. Der Konzern betont allerdings, dass es keinen Börsengang um jeden Preis geben werde und werde das Umfeld an den Geld- und Kapitalmärkten sehr genau sondieren, um einen angemessenen Erlös zu erreichen. Analysten gehen davon aus, dass Continental aus dem Teilbörsengang Einnahmen zwischen EUR 3 bis 4,5 Mrd. erzielen kann.

Ausblick: Conti erwartet stabile Verkaufszahlen

Continental musste seine Wachstums- und Ertragsziele zurücknehmen. Auslöser waren der Rückgang auf dem chinesischen Automarkt und die Schwierigkeiten der europäischen Fahrzeughersteller mit den neuen Zulassungsnormen, die zu sinkenden Verkaufszahlen führten. Das Geschäftsjahr 2018 hat aufgrund der fortlaufenden Unsicherheiten auf den Märkten erwartungsgemäß verhalten begonnen, erklärte Continental und bekräftigte die vorläufige Prognose von Anfang Januar, wonach die Autoproduktion in der ersten Jahreshälfte sinken dürfte, für das Gesamtjahr 2019 aber stabil bleiben sollte. Für 2019 bleibt Continental zwar vorsichtig aber trotzdem optimistisch: „Wir wachsen weiter schneller als unsere relevanten Industrien und Märkte“, erklärte Vorstandschef Elmar Degenhart. Der Konzern profitiere trotz der aktuellen Schwäche am Automarkt von seiner Technologiestärke und er mache große Fortschritte bei der Entwicklung neuer Produkte für Elektromobilität und Digitalisierung, den beiden Megatrends in der Automobilbranche, berichtete das Handelsblatt. Nichtsdestotrotz bleibt der weitere Verlauf abzuwarten.

Der DAX-Konzern bestätigte seine Jahresziele, wonach der Umsatz EUR 45 bis 47 Mrd. erreichen soll. Der Zulieferer peilt eine EBIT-Marge zwischen 8-9% an, nachdem diese Kennziffer im vergangenen Jahr auf 9,3% von 10,8% gesunken war. Bei seiner Prognose für 2019 prognostiziert Continental, dass es in diesem Jahr keine Turbulenzen auf den Automärkten geben wird. Der deutsche Automobilzulieferer erwarte stabile weltweite Verkaufszahlen: Wie im Jahr 2018 könnten wieder ca. 94 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge weltweit verkauft werden. Allerdings gibt es auch Risikofaktoren, wie die unklaren Folgen der wirtschaftlichen Entwicklung in China, die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und Europa und die unklaren Rahmenbedingungen des Brexits.

Die Continental Aktie im Überblick

Die Continental Aktie wird aktuell bei EUR 138,35 (08.03.2019) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 228,20 (07.05.2018), das Jahrestief bei EUR 119,90 (27.12.2018). Bei Bloomberg setzen 12 Analysten die Aktie auf BUY, 19 Analysten auf HOLD und zwei Analysten auf SELL. Das zwölf-Monats-Kursziel wird aktuell auf EUR 151,94 gesetzt.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

13.11.2019 07:52:03

 
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