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BP, Repsol, Royal Dutch Shell, Total – Ölkonzerne unter Zugzwang?

BP, Repsol, Royal Dutch Shell, Total – Ölkonzerne unter Zugzwang?

Donnerstag, 22. November 2018Lesezeit: 5 Minuten

Die größten Mineralölkonzerne der Welt haben bis Anfang Oktober von dem Anstieg der Rohstoffpreise profitiert. Nun müssen sich die globalen Player unter erschwerten makroökonomischen als auch branchenspezifischen Bedingungen unter Beweis stellen.

Nach einer monatelangen Kursrallye mussten Anleger in den letzten Tagen Zeugen eines starken Kursverfalls der Ölpreise werden. Die Sorten WTI als auch Brent notieren aktuell knapp 17% tiefer im Vergleich zu deren Jahreshochs Anfang Oktober dieses Jahres.

Worin genau liegt der Grund eines derartigen Preisrutschs? Einer der Gründe liegt in der Wiederauflage der US-amerikanischen Sanktionen gegen den Iran. Donald Trumps Entscheidung, die Sanktionen gegen den Iran wiederaufzunehmen, drohte dazu, eine große Menge Öl von einem der größten Produzenten vom Markt zu nehmen. Neben dessen stieg die Produktion in den Vereinigten Staaten um einiges schneller als erwartet. Selbst in aktuellen Krisenländern wie Libyen und Venezuela konnte trotz zahlreichen Konflikten die Ölförderung konstant aufrecht gehalten werden. Gleichzeitig bremsen andere wirtschaftliche Faktoren, wie z.B. die Handelskämpfe zwischen den USA und China oder das steigende Zinsniveau, die Nachfrage nach Öl merklich ab.

Experten erkennen aktuell am Ölmarkt ein klares Überschussangebot, wonach die Erdölorganisation OPEC auf eine Verringerung der Produktion zusteuern. Auch die europäischen Ölmagnate BP, Repsol, Royal Dutch Shell und Total müssen sich dem aktuellen Klima der Branche anpassen. Ein baldiges Eintreten des Gleichgewichts im Markt könnte hierbei zu einer profitablen Chance aller Beteiligten führen.

Repsol

Der spanische Erdölkonzern Repsol beschäftigt in 29 Ländern mehr als 24.000 Angestellte, welche sich sowohl um die Exploration als auch die Produktion und Raffinierung von Öl und Gas kümmern. Es ist eines der zehn größten privaten Mineralölunternehmen der Welt und erzielte 2017 einen Jahresumsatz von rund 41,24 Mrd. €.

Durch die letztlich angestiegenen Ölpreise war es dem spanischen Öl-und Gasproduzent möglich, die Schuldenlast zu tilgen und den Profit im dritten Quartal zu steigern. Die Nettoeinnahmen stiegen um 11,3% von 528 Millionen im dritten Quartal des Vorjahres auf 588 Millionen im diesjährigen dritten Quartal. Die Nettoschulden konnten währenddessen von noch 6,8 Mrd. € im Vorjahr auf aktuell 2,3 Mrd. € getilgt werden.

BP

BP ist ein britischer multinationaler Öl- und Gaskonzern mit Hauptsitz in der englischen Hauptstadt London. Als eines der größten Mineralölunternehmen der Welt, operiert BP in allen Bereichen der Öl- und Gas Industrie wie Exploration, Produktion, Distribution und Trading. Gegründet in 1908 operiert das Unternehmen heutzutage in über 70 Ländern mit mehr als 74.000 Mitarbeitern.

Erst im Juli dieses Jahres übernahm BP das Schieferölgeschäft des Bergbaukonzerns BHP Billiton mit Sitz im australischen Melbourne für mehr als 10 Mrd. USD. Mittlerweile konnte die Eingliederung und Transaktion erfolgreich abgeschlossen werden, so Bob Dudley, Vorstandsvorsitzender von BP. Zusammen mit den gestiegenen Ölpreisen konnte dadurch im dritten Quartal ein deutlicher Umsatzanstieg erwirtschaftet werden. Der bereinigte Nettogewinn wurde im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 3,84 Mrd. USD mehr als verdoppelt.

Royal Dutch Shell

Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 200,5 Mrd. USD zählt Shell zu den europäischen Börsengiganten. Der in Großbritannien eingetragene Konzern mit Firmensitz im niederländischen Den Haag fördert Erdöl und Erdgas und handelt mit diesen Rohstoffen. Das Geschäft umfasst die gesamte Wertschöpfungskette im Öl- und Gasbereich mit umfangreichen Upstream- und Downstream- sowie LNG-Aktivitäten.

Im 3. Quartal 2018 hat der Konzern den Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47% auf 5,84 Mrd. USD gesteigert. Der Konzernumsatz wuchs auf 100,2 Mrd. USD, welches ein Anstieg von 32% zum Vorjahr darstellt. Auch das im Juli angekündigte Aktienrückkaufprogramm ist bereits erfolgreich angelaufen. Im Oktober wurde die erste Tranche des Programms abgewickelt, wobei 2 Mrd. USD zurückgekauft wurden. Bis Ende 2020 sollen dadurch eigene Aktien im Wert von 25 Mrd. USD zurückgekauft werden. Nichtsdestotrotz bleibt der weitere Verlauf abzuwarten.

Total

Das französische Mineralölunternehmen ist mit einem Umsatz von 149,7 Mrd. US-Dollar im Jahr 2017 das viertgrößte Mineralölunternehmen und das insgesamt achtgrößte Industrieunternehmen der Welt. Im dritten Quartal konnte Total seinen bereinigten Nettogewinn um 48% verglichen zum Vorjahresquartal auf 4 Mrd. USD erhöhen. Auch der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahresquartal von 43,04 Mrd. USD auf 54,72 Mrd. USD zu.

Bereits im September kündigte Total einen großen Gasfund in Glendronach vor der englischen Westküste von Shetland an. Arnaud Breuillac, President für Exploration & Produktion, erklärte: „Glendronach ist eine wichtige Entdeckung für Total, die uns den Zugang zu zusätzlichen Gasressourcen in einem unserer Kernbereiche ermöglicht und unsere Explorationsstrategie bestätigt. Die Entdeckung befindet sich in einem aufstrebenden Stück des produktiven westlichen Teils des Shetland-Gebietes und kann durch die Nutzung der bestehenden Laggan-Tormore-Infrastruktur schnell und kostengünstig kommerzialisiert werden.“

Die Aktien im Überblick

Die Repsol Aktie wird aktuell bei EUR 15,37 (22.11.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 17,51 (10.07.2018), das Jahrestief bei EUR 13,67 (14.02.2018). Bei Bloomberg setzen 21 Analysten die Aktie auf Kaufen, 11 auf Halten und 3 Analysten auf Verkaufen. Der Durchschnitt der Analysten setzt aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 18,87.

Die Royal Dutch Shell Aktie wird aktuell bei EUR 26,9 (22.11.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 31,38 (21.05.2018), das Jahrestief bei EUR 24,02 (06.02.2018). Bei Bloomberg setzen 19 Analysten die Aktie auf Kaufen, 9 auf Halten und 2 auf Verkaufen. Der Durchschnitt der Analysten setzt aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 33,37.

Die Total Aktie wird aktuell bei EUR 49,06 (22.11.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 56,82 (04.10.2018), das Jahrestief lag bei EUR 43,09 (06.02.2018). Bei Bloomberg setzen 23 Analysten die Aktie auf Kaufen, 7 auf Halten und ein Analyst auf Verkaufen. Der Durchschnitt der Analysten setzt aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 61,46.

Die BP Aktie wird aktuell bei GBp 526,06 (22.11.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei GBp 603,20 (22.11.2018), das Jahrestief lag bei GBp 452,50 (06.04.2018). Bei Bloomberg setzen 19 Analysten die Aktie auf Kaufen, 8 auf Halten und ein Analyst auf Verkaufen. Der Durchschnitt der Analysten setzt aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von GBp 648,41.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischer, branchenspezifischer und ökonomischer Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

Wichtige Risiken:

Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

 

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01.03.2021 23:22:55

 
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