BMW und Daimler vor Milliardendeal der beiden Carsharing-Töchter

BMW und Daimler vor Milliardendeal der beiden Carsharing-Töchter

Dienstag, 30. Januar 2018Lesezeit: 3 Minuten

BMW und Daimler stehen kurz vor einer Fusion ihrer beiden Carsharing-Töchter Drive Now (BMW) und Car2Go (Daimler). Bereits seit über einem Jahr halten sich die Spekulationen über eine gemeinsame Bündelung der beiden Plattformen. Laut der F.A.Z. steht dieser Schritt nun unmittelbar bevor.

Bereits im Februar könnte die Fusion bekanntgegeben werden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreisen. Die beiden Marken sollen nach der Fusion weiterhin erhalten bleiben und lediglich auf gemeinsamer IT-Basis laufen. Dadurch könnten deutliche Synergieeffekte in Bezug auf Kosten und Vergrößerung der Plattform erzielt werden.

Bei dem Deal soll das Carsharing-Geschäft der beiden Autokonzerne mit rund 1 Milliarden Euro bewertet werden. Sowohl BMW als auch Daimler müssen bei diesem Deal noch weitere Mitgesellschafter abfinden oder beteiligen. An der Daimler Tochter Car2Go ist der Autovermieter Europcar mit 25 Prozent beteiligt und an der BMW Tochter Drive Now hält Sixt 50 Prozent der Anteile.

Carsharing als Zukunftsmodell

Mit einer Fusion der beiden Marken wollen BMW und Daimler ihre starke Stellung im deutschen und europäischen Carsharing-Markt ausbauen. Dieser Schritt könnte dabei wichtig und notwendig sein, da die beiden Konkurrenten Uber aus den USA und der asiatische Anbieter Didi Chuxing ebenfalls ihr Plattform weiter ausrollen und somit hier in direkte Konkurrenz mit den beiden deutschen Anbietern treten.

Zukünftig könnte sich der Carsharing-Markt als wichtiger Treiber für die Autokonzerne erweisen. Wenn die Entwicklung von autonom fahrenden Autos weiter vorangetrieben wird und die Anzahl dieser Fahrzeuge in den Städten immer mehr zunimmt, könnte dies auch zu einer Umwälzung der Geschäftsmodelle der Autobauer führen. Visionäre glauben daran, dass die Einnahmen in Zukunft stark dadurch generiert werden könnten, dass Kunden sich nicht mehr eigene Neuwagen kaufen und diese Jahrelang nutzen, sondern das hier andere Modelle zum Einsatz kommen werden. Denkbar wäre es beispielsweise Städte mit einer Flotte von Fahrzeugen auszustatten und Kunden es über Flat-Verträge oder kilometergenauer Abrechnung zu ermöglichen einzelne Autos für einen gewissen Zeitraum zu nutzen.

Dies würde die Umwelt schonen und die Effizienz steigern, da nur Autos genutzt werden, wenn sie auch wirklich gebraucht werden. Das Wachstumspotential vorhanden ist zeigte das vergangene Jahr. Die Zahl der weltweiten Car2Go Nutzer stieg im letzten Jahr um rund 30 Prozent auf 3 Millionen an, wovon etwa 870.000 Kunden in Deutschland leben und auch Drive Now konnte die Zahl der weltweit registrierten Kunden um 25 Prozent auf 1 Millionen steigern.

 

Aktien der deutschen Autokonzerne nehmen Meldung positiv auf

Auf die Unternehmensnews vom 24.01.2018 zur geplanten Fusionen reagierten die Aktien der deutschen Autokonzerne BMW und Daimler positiv. Die Aktie von BMW lag an dem Tag zur Börsenöffnung etwa 0,4 Prozent im Plus, und die Aktie von Daimler etwa 0,8 Prozent.

Die BMW-Aktie wird aktuell bei EUR 92,89 (30.01.2018) gehandelt. Das 52-Wochen Hoch lag bei EUR 97,50 (23.01.2018), das 52-Wochen Tief bei EUR 71,07 (28.07.2017). Bei Bloomberg setzen 14 Analysten die Aktie auf Kaufen, 12 auf Halten und 9 auf Verkaufen. Bloomberg Analysten setzen aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 94,73.

Die Daimler-Aktie wird aktuell bei EUR 74,57 (30.01.2018) gehandelt. Das 52-Wochen Hoch lag bei EUR 76,48 (24.01.2018), das 52-Wochen Tief bei EUR 59,01 (31.07.2017). Bei Bloomberg setzen 14 Analysten die Aktie auf Kaufen, 18 auf Halten und 3 auf Verkaufen. Bloomberg Analysten setzen aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 78,16.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

Wichtige Risiken:

Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

18.09.2019 04:46:51

 
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