Bier-Aktien: Günstige Einstiegskurse nutzen?

Bier-Aktien: Günstige Einstiegskurse nutzen?

Dienstag, 29. September 2020Lesezeit: 5 Minuten

Die bedeutenden Bierbrauereien am Kapitalmarkt haben seit der Corona-Krise an Wert verloren. Im Gegensatz zu anderen Branchen, konnten sich die Aktienkurse der Brauereien jedoch nicht wieder vollständig erholen. Während sich für manche Bierhersteller Chancen bieten, gilt das bei weitem jedoch nicht für alle.

Verluste trotz steigender Nachfrage

Als in den meisten Ländern im März 2020 der Lockdown und damit der Stillstand des öffentlichen Lebens beschlossen wurde, traf es die Gastronomie mit am härtesten. Auch Clubs, Großveranstaltungen und Festivals mussten aus diesem Grund geschlossen oder abgesagt werden. Für Bierbrauer bedeutete dies herbe Verluste, da diese wichtigen Einnahmequellen sind. Dennoch möchten die Leute nicht auf den Genuss von Alkohol verzichten, wie Umfragen zeigen. Mehr als ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland konsumiert in der Corona-Krise mehr Alkohol. Laut Handelsblatt ist die Nachfrage nach Bier in den letzten Monaten in den Getränke- und Supermärkten deutlich gestiegen. Kompensieren kann das Umsatzplus aus den Privathaushalten den Verlust aus der Gastronomie allerdings keineswegs. Nach dem Deutschen Brauerbund (DBB) ist der Bierabsatz im ersten Halbjahr 2020 um 16 Prozent gesunken. Der durchschnittliche Umsatz sank überproportional um 19 Prozent. Nicht überraschend betont DBB-Präsident Jörg Lehmann, dass 2020 für die deutsche Brauwirtschaft eines der schwierigsten Jahre ihrer Geschichte sei.

Chancen für die Zeit nach Corona

Die Hersteller des Gerstensaftes haben also ein berechtigtes Interesse daran, dass die Menschen nach Bändigung des COVID-19-Virus zu ihren früheren Gewohnheiten, vor den Corona-Maßnahmen, zurückzukehren. Auch wenn es auf Seiten der Weltgesundheitsorganisation WHO Bestrebungen gibt, den Alkoholkonsum bis 2025 um zehn Prozent zu reduzieren, so scheint der Markt für alkoholische Getränke weiterhin zu wachsen. Nach einer Studie der TU Dresden wird der Pro-Kopf-Konsum bis 2030 von derzeit 6,5 Litern Reinalkohol pro Jahr auf 7,6 Liter ansteigen. Für Henning Gebhardt, ehemaliger Star-Fondsmanager von der Berenberg Bank und DWS, ist die Sache noch klarer: „Wenn die Bars und Freizeitparks wieder aufmachen, haben einige Bieraktien einen Mega-Hebel nach oben“.

Preisdruck aufgrund fehlender Nachfrage

Jedoch sieht nicht jeder die Brauwirtschaft nach der Corona-Krise bei alten Kräften. Dem Handelsblatt zufolge gehen einige Experten von einem erhöhten Preisdruck auf die Hersteller aus. Der Hauptgeschäftsführer des DBB, Holger Eichele, blickt ebenfalls nicht in eine blühende Zukunft für das Brauereigewerbe. So spricht er von einem gerade erst begonnen, tiefgreifenden Strukturwandel. „Wenn nichts geschieht, droht spätestens im Frühjahr eine Pleitewelle, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben.“ Dies dürfte insbesondere kleinere Betriebe betreffen. Für die Großbrauereien wie Heineken könnte dies allerdings auch wieder neue Chancen auf Marktanteile bedeuten.

Anheuser-Busch InBev:

Die belgisch-brasilianische Firmengruppe gilt unter anderem mit den Marken Beck’s, Budweiser und Stella Artois als Weltmarktführer für Bier. Im zweiten Quartal brach das Ergebnis des Unternehmens um 86 Prozent, auf USD 351 Millionen ein. In diesem Zeitraum wurden mengenmäßig 17,1 Prozent weniger verkauft. Wie sich die Zahlen in der zweiten Jahreshälfte verändern, hängt maßgeblich von den dem weiteren Verlauf der Pandemie und den politischen Gegenmaßnahmen zusammen.

Die Aktie im Überblick

Die Aktie der Anheuser-Busch InBev. wird aktuell bei EUR 45,30, gehandelt (24.09.2020) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei EUR 88,91 (10.01.2020) und das Jahrestief bei EUR 29,025 (19.03.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 17 Analysten die Aktie auf BUY, 15 auf HOLD und 2 Analysten setzten sie auf SELL.

Heineken N.V:

Heineken, der zweitgrößte Bierkonzern am Kapitalmarkt, zählt neben dem bekannten Heineken-Bier rund 300 weitere Getränkemarken wie Amstel, Bira Moretti und Foster im Portfolio. Infolge der Corona-Krise sank der Umsatz im ersten Halbjahr um 19 Prozent auf EUR 9,6 Milliarden. Im Ergebnis machte die Brauerei sogar EUR 300 Millionen Verlust.

Die Aktie im Überblick

Die Aktie der Heineken N.V. wird aktuell bei EUR 74,96, gehandelt (24.09.2020) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei EUR 83,76 (19.02.2020) und das Jahrestief bei EUR 68,82 (16.03.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 8 Analysten die Aktie auf BUY, 14 auf HOLD und 4 Analysten setzten sie auf SELL.

Carlsberg A/S:

Auch die viertgrößte Brauerei, Carlsberg, konnte sich nach dem Absturz der Aktie nicht wieder vollständig erholen. Laut dem Management des Unternehmens wird das operative Geschäft im Gesamtjahr 2020 zwischen 10 und 15 Prozent schrumpfen. Des Weiteren wurde ein Sparprogramm angekündigt. So sollen weniger Mitarbeiter eingestellt werden als geplant und das im Februar angekündigte Aktienrückkaufprogramm wird nun auch erstmal pausiert.

Die Aktie im Überblick

Die Aktie der Carlsberg A/S wird aktuell bei EUR 112,55, gehandelt (24.09.2020) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei EUR 141,75 (22.01.2020) und das Jahrestief bei EUR 86,62 (18.03.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 19 Analysten die Aktie auf BUY, 5 auf HOLD und 2 Analysten setzten sie auf SELL.

Ausgewählte Risiken:


Korrelationsrisiko:
Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

28.10.2020 01:36:32

 
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