Rohöl: Die Bullen bleiben am Drücker

Rohöl: Die Bullen bleiben am Drücker

Mittwoch, 3. April 2019Lesezeit: 4 Minuten

Beim schwarzen Gold hält der Aufwärtstrend weiterhin an. Rohöl verteuerte sich im Zeitraum Januar bis Ende März so kräftig wie seit zehn Jahren in einem Quartal nicht mehr. Wie bereits im Vormonat kam Gold im März nicht vom Fleck. Der Monatsschluss- und Monatsstartkurs waren identisch. Mittelfristig spricht laut Experten dennoch viel für das Edelmetall.

Rohöl: Die Bullen bleiben am Drücker

Am Montag starteten die Notierungen mit weiteren Aufschlägen in das neue Quartal, wo doch das vergangene schon das erfolgreichste seit etwa zehn Jahren war. Die Sorte Brent verteuerte sich im Zeitraum Januar bis Ende März 2019 um 27 Prozent, US-Leichtöl der Sorte WTI sogar um 32 Prozent. „Rohöl bewegt sich im Zuge einer steigenden Risikobereitschaft an den Weltmärkten weiterhin nach oben“, konstatierte Harry Tchilinguirian, Stratege bei der französischen Großbank BNP Paribas vor dem Reuters Global Oil Forum. Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China sowie positive Konjunkturdaten aus der Volksrepublik haben die Stimmung an den Finanzmärkten aufgehellt, wovon auch der Ölmarkt zu Wochenbeginn profitierte.

Rohstoffexperten zeigen sich mit Blick auf die weitere Ölpreisentwicklung vorsichtig optimistisch. Von Reuters befragte Analysten erhöhten ihre Prognose für den durchschnittlichen Brent-Preis im laufenden Jahr auf 67,12 US-Dollar/Barrel. Es war die erste Prognoseanhebung in der monatlichen Umfrage seit einem halben Jahr.

Auf der Angebotsseite hat sich die US-Produktion auf hohem Niveau stabilisiert. Die US-Regierung berichtete am Freitag, dass die Fördermenge in den Vereinigten Staaten im Januar bei durchschnittlich 11,9 Mio. Barrel pro Tag gelegen habe. Zuvor waren auch schon mehr als 12 Mio. Barrel/Tag produziert worden. US-Energieunternehmen bauten letzte Woche die Anzahl der aktiven Ölplattformen zudem weiter ab. Die US-Ausrüsterfirma Baker Hughes hat am Freitag einen Rückgang der aktiven Förderanlagen in der Vorwoche um 8 auf 816 gemeldet. Damit ging die Zahl der Rigs bereits die sechste Woche in Folge zurück.

Unterdessen werden die Ölpreise durch die Sanktionen der USA gegen den Iran und Venezuela sowie durch freiwillige Förderbeschränkungen der OPEC+ gestützt. Washington hat Ölhandelshäuser und Raffinerien angewiesen, die Geschäfte mit Venezuela weiter zurückzufahren und andernfalls mit verschärften Sanktionen gedroht.

5-Jahres-Chart Brent, Quelle: Bloomberg Finance L.P.

 

Gold: Ausblick eher neutral

Wie bereits im Vormonat kam Gold im März nicht vom Fleck. Das gelbe Edelmetall knackte zwar im Monatsverlauf die Marke von 1.300 US-Dollar pro Feinunze, schloss aber zum Monatsende mit 1.292 US-Dollar. Damit waren der Monatsschluss- und Monatsstartkurs identisch, wodurch das Edelmetall seit Jahresbeginn mit plus 0,6 Prozent weiterhin nur minimal im grünen Bereich steht.

„Gold bewegt sich aktuell seitwärts, aber mit relativ vielen Schwankungen. Der jüngste Fed-Entscheid, wonach die Zinsen dieses Jahr nicht weiter steigen, stärkt unterdessen den Anleihemarkt. Zumindest kurzfristig ist das für Gold negativ, weil Anleihen dadurch wieder eher als Alternative in Betracht gezogen werden“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. „Andererseits gehen von der Konjunktur vermehrt abwartende bis negative Signale aus und das spricht mittelfristig für Gold. Unterm Strich ist der Ausblick dadurch eher neutral“, sagt Siegel.

In der vergangenen Woche veröffentliche Kitco News die neueste Umfrage unter Wall Street-Analysten zu der weiteren Goldpreisentwicklung. Dabei erwarteten die befragten Experten, dass Gold in neuem Glanz erstrahlen wird. Insgesamt 14 Analystenhäuser nahmen an der Umfrage der Wall Street teil. Dabei gaben neun bzw. 64 Prozent an, bullish gegenüber Gold eingestellt zu sein. Lediglich zwei bzw. 14 Prozent Teilnehmer erwarteten niedrigere Preise, während drei der Befragten von einer Seitwärtsbewegung ausgehen.

5-Jahres-Chart Gold, Quelle: Bloomberg Finance L.P.

Sojabohnen: US-Exporte auf dem absteigenden Ast

Der Sojabohnenpreis an der Chicago Board of Trade (CBOT) ist zuletzt unter Druck geraten und auf ein Dreimonatstief von 886 US-Cent je Scheffel gefallen. Offensichtlich kommt darin die schwindende Hoffnung der Marktteilnehmer auf eine zügige Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China zum Ausdruck, glauben die Analysten der Commerzbank.

Das US-Handelsministerium habe berichtet, dass die USA im Januar 1,367 Mio. Tonnen Sojabohnen nach China geliefert hätten. Das sei nicht mal halb so viel gewesen wie im Vorjahresmonat, bevor der Handelskonflikt mit gegenseitigen Strafzöllen ausgebrochen sei. Zwar sei es den USA gelungen, den Sojabohnenabsatz in anderen Abnehmerländern wie Mexiko, Spanien, Indonesien und Ägypten deutlich zu steigern. Der Rückgang der Lieferungen nach China habe dadurch aber nicht ausgeglichen werden können, so dass die US-Sojabohnenexporte insgesamt um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen seien, hieß es weiter.

„Die Serie der Abwärtsrevisionen bei der laufenden brasilianischen Sojabohnenernte scheint zu Ende zu gehen. Die Regenfälle seit Februar haben zu einer Stabilisierung der Ernteerwartungen geführt. Laut einer Reuters-Umfrage unter zwölf Marktbeobachtern soll die Erntemenge bei gut 114 Millionen Tonnen liegen. Das wäre nur noch unwesentlich weniger als bei der Umfrage im Februar. Brasilien ist der wichtigste Konkurrent der USA als Anbieter von Sojabohnen auf dem Weltmarkt“, so die Commerzbank-Analysten.

5-Jahres-Chart Soybean, Quelle: Bloomberg Finance L.P.

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02.12.2021 16:48:26

 
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