Aufschwung bei den Reiseveranstaltern

Aufschwung bei den Reiseveranstaltern

Donnerstag, 18. März 2021Lesezeit: 5 Minuten

Die gesamte Reisebranche erlebt aufgrund der Pandemie und den damit einhergehenden Restriktionen die wohl schlimmste Krise. Hotels, Airlines und Reiseveranstalter mussten herbe Verluste hinnehmen und teilweise um ihre Existenzen kämpfen. Jedoch lässt sich aufgrund der jüngsten Entwicklung in der Branche wieder wachsender Optimismus bei den Reiseveranstaltern erkennen. Denn gerade die positiven Meldungen bezüglich der Zahl der Geimpften, als auch die Aufhebung von Reisebeschränkungen, lässt die Reiseindustrie hoffen. Gerade der Online-Reiseveranstalter Expedia und der Reiseanbieter TUI könnten die großen Gewinner dieser Entwicklung sein.

Expedia profitiert vom Tourismus in den USA

Der, an der Anzahl an Buchungen gemessene, größte Online-Reiseveranstalter Expedia musste aufgrund der Pandemie, erhebliche Rückgänge im Geschäftsjahr 2020 hinnehmen. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres fielen die Buchungen, im Vergleich zum Vorjahr, um stolze 67 Prozent auf insgesamt USD 7,57 Mrd.. Auch der Unternehmensumsatz, inklusive der Tochtergesellschaft trivago, sank im selben Zeitraum, um 67 Prozent auf rund USD 920 Mio.. Trotz der schlechten Ergebnisse kann das US-amerikanische Unternehmen momentan vom Impftempo und der damit verbundenen höheren Nachfrage an Reiseaktivitäten in den USA profitieren. Laut einer Studie von Goldman Sachs stehen den Amerikanern bis zum Sommer 2021 Ersparnisse von rund USD 2,4 Bio. zur Verfügung, welche nun unter anderem für Reisen und andere Aktivitäten verwendet werden könnten. Alleine in den ersten Tagen im Februar dieses Jahres wurden enorm viele Reisen, Tourismus-Aktivitäten, Kreuzfahrten sowie Flüge und Mietautos über Expedia gebucht. Durch die hohe Unsicherheit in Bezug auf Reisebeschränkungen einzelner Länder ist es nicht verwunderlich, dass das Destinationsziel der Buchungen sich stark auf Inlandsreisen beschränkt. Demnach wurden vor allem Reisen innerhalb der USA oder Reisen nach Mexiko, in die Karibik oder nach Costa Rica gebucht. Auch in Deutschland wurden, vor allem nach der Aufhebung der Risikowarnung für die Balearen-Insel Mallorca, vermehrt Reisen und Flüge gebucht. Dabei setzen die Kunden des Reiseveranstalters vor allem auf flexible Stornierungsmöglichkeiten. Die Aktie der Expedia Group konnte sich seit dem Jahrestief am 18.03.2020 wieder erholen. Durch die neuen Entwicklungen und dem damit verbundenen Nachfrageanstieg an Reisen, Flügen und Hotels, erreichte die Aktie zuletzt neue Höchststände. Auch Peter Kern, der CEO der Expedia Group ist zuversichtlich, dass aufgrund der steigenden Zahl an Impfungen mehr Buchungen in den kommenden Monaten getätigt werden. Dabei spielt neben den im Voraus gebuchten Sommer- und Herbst-Reisen, der Trend zu Inlandsreisen eine wichtige Rolle.

Öffnung Mallorcas gibt TUI Auftrieb

Dem weltgrößten Reiseanbieter TUI macht die Pandemie schwer zu schaffen. Von einem Tag auf den anderen kam der globale Reiseverkehr zum Erliegen, was dem Konzern, zu dem 400 Hotels, 18 Kreuzfahrtschiffe und 1.600 Reisebüros gehören, in die wohl schwerste Krise der Geschichte einbrachte. Um eine Insolvenz abzuwenden wurde der TUI-Konzern mit Hilfspaketen in Milliardenhöhe unterstützt. Bereits im Frühjahr letzten Jahres wurde der Reiseanbieter als erstes deutsches Großunternehmen mit einem Darlehen in Höhe von über EUR 1,8 Mrd. unterstützt. Ende September folgte das zweite Hilfspaket an den Konzern. Diesmal erhielt TUI EUR 1,2 Mrd. in Form eines zweiten Darlehens sowie einer Anleihe, die der Bund in eigene Anteile am Konzern umwandeln kann. Inklusive des dritten Hilfspakets belaufen sich die Staatshilfen auf bislang rund EUR 3 Mrd., mit denen versucht wurde, eine Pleite des Reiseveranstalters zu verhindern.

Auch wenn sich der Reiseverkehr nur bedingt erholt und stark vom politischem Einfluss geprägt ist, steht der Aktienkurs der TUI AG seit dem Tiefpunkt am 14.05.2020 wieder deutlich besser da. Gründe hierfür sind unter anderem das angepasste Angebot, denn TUI bietet aufgrund der aktuell hohen Unsicherheit vermehrt Flex-Tarife an, die es den Urlaubern ermöglicht sehr kurzfristig ohne Gebühren umzubuchen oder zu stornieren. Sofern plötzlich eine Reisewarnung erhoben wird, gibt es darüber hinaus auch die Möglichkeit eines Gutscheines oder einer Erstattung. Seit Einführung der Flex-Option am 1. Februar 2021 haben rund 80 Prozent der TUI Kunden diese hinzugebucht, was zur Folge hatte, dass auch die Buchungszahlen insgesamt wieder anstiegen. Ein weiterer Grund für Optimismus für den TUI-Konzern ist die Aufhebung der Reisebeschränkungen für Mallorca. Aufgrund der stark sinkenden Infektionszahlen hob die Bundesregierung die Reisebeschränkungen für die beliebteste Urlaubsinsel der Deutschen auf. Nun ist für die Einreise lediglich ein negativer Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist, und das Ausfüllen eines digitalen Einreiseformulars notwendig. Beim Reiseveranstalter TUI wurden daraufhin doppelt so viele Reisen nach Mallorca gebucht wie im gleichen Zeitraum vor zwei Jahren, als die Pandemie noch nicht das Geschehen bestimmte. Der Geschäftsführer von TUI Deutschland, Marek Andryszak, blickt deshalb optimistisch in die Zukunft und erwartet bis zum Hochsommer eine Rückkehr zur Normalität.

 

  

Die Aktien im Überblick


Die Aktie von der Expedia Group, Inc. wird aktuell bei USD 175,66 (16.03.2021) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei USD 177,1 (15.03.2021) und das Jahrestief bei USD 45,65 (18.03.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 15 Analysten die Aktie auf BUY, 14 auf HOLD und ein Analyst setzt sie auf SELL.


Die Aktie der TUI AG wird aktuell bei EUR 4,89 (16.03.2021) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei EUR 5,25 (01.03.2021) und das Jahrestief bei EUR 1,81 (14.05.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 2 Analysten die Aktie auf BUY, 5 auf HOLD und 15 Analysten setzten sie auf SELL.

Ausgewählte Risiken

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

15.05.2021 01:15:36

 
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