Amerikanische Banken sind den europäischen weit voraus

Amerikanische Banken sind den europäischen weit voraus

Dienstag, 1. Oktober 2019Lesezeit: 3 Minuten

Amerikanische Banken scheinen die Finanzkrise, die bereits ca. 10 Jahre zurück liegt, besser überstanden zu haben als ihre europäischen Pendants. Nicht nur die Gewinne übertreffen diejenigen der Europäischen – auch die Aktienkurse konnten einen wesentlichen Vorsprung aufnehmen. Dies eröffnet Anlegern interessante Anlagemöglichkeiten.

Amerikanische Banken übertreffen die Europäischen

Dank eines starken Verbrauchergeschäfts haben amerikanische Banken im ersten Halbjahr sehr gut verdient. So konnten die 10 größten Institute ihren Gesamtgewinn um knapp ein Prozent steigern. Im Vergleich dazu sieht das Bild bei den europäischen Pendants nicht ganz so rosig aus. Die 10 Top-Banken Europas mussten insgesamt einen Gewinnrückgang hinnehmen.

Doch nicht nur in Sachen Gewinn sind die amerikanischen Geldhäuser den Europäischen voraus – auch bei den Börsenwerten haben sie diejenigen der Europäischen weit hinter sich gelassen (über denselben Zeitraum betrachtet). Während die Marktkapitalisierung der Top amerikanischen Banken um 12% anstieg, ging derjenige der größten 10 europäischen Banken um 7% zurück.

Die jeweils drei größten Banken – JP Morgan Chase, Bank of America, Citigroup sowie HSBC, BNP, Crédit Agricole, schreiben zwar heute alle wieder, einen Gewinn – derjenige der amerikanischen Banken hat sich allerdings stetiger entwickelt und die Tendenz zeigt nach wie vor nach oben. Gemäß Aussagen von EY dürfte das auch in den nächsten Jahren so weitergehen: «die großen US-Banken lassen ihre europäischen Wettbewerber beim Gewinn und der Profitabilität weit hinter sich, der Abstand vergrößert sich weiter».

Ursachen für die Situation

Die Ursachen hierfür liegen in der nun rund 10 Jahre zurückliegenden Finanzkrise. Während sich die amerikanischen Banken relativ gut von der Finanzkrise erholen konnten, haben die europäischen Counterparts noch immer damit zu kämpfen. Dafür gäbe es auch gute Gründe: in den USA wurden die Bankbilanzen gleich nach der Krise restrukturiert. Die Leitzinsen hat die Fed gleich als Reaktion auf die Krise gesenkt und die Wirtschaft damit gestützt. Und nicht nur das – auch die weiterführende Geldpolitik hat die amerikanischen Banken gestützt. So wurden die Zinsen in den USA relativ schnell wieder angehoben und die Banken konnten von einem konstant positiven Zinslevel und einer ausgeprägten Konsumbereitschaft profitieren, während das historisch tiefe Zinsniveau den europäischen Banken zu schaffen machte.

Weiter hilft den amerikanischen Instituten, dass die Bilanzsumme der meisten unter ihnen (außer die der größten drei) kleiner sind als diejenige der Europäischen. Damit sind sie Zinsentwicklungen weniger stark ausgesetzt. Das meist größere Kreditgeschäft, das die europäischen Geldhäuser außerdem haben, belastet sie durch ebendiese Entwicklungen noch stärker. Die Zinsen in Europa liegen mit -0,5% außerdem weit unter denjenigen in den USA, das noch im positiven Rahmen steht – und wird den Banken auch in naher Zukunft weiter zu schaffen machen.

Die schwächeren Aussichten und auch die Bewertungskennzahlen der europäischen Banken resultieren jedoch immerhin in einer günstigeren Bewertung. Sowohl auf Basis des Kurs-Gewinn- als auch des Kurs-Buchwert-Verhältnisses als auch der Dividendenrendite scheinen die Europäer günstiger bewertet zu sein.

Quelle: EY, 16.09.2019

Ausgewählte Risiken:

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23.09.2020 17:55:57

 
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