Alternative Proteine – der Trend zu Fleischersatz

Alternative Proteine – der Trend zu Fleischersatz

Donnerstag, 29. August 2019Lesezeit: 4 Minuten

Am 29.07.2019 erreichten wir den Earth Overshoot Day – so früh im Jahr wie noch nie zuvor. Konkret bedeutet dies, dass die Weltbevölkerung bereits die von der Natur gegebene Jahresration an Ressourcen aufgebraucht hat. Eine ernüchternde Erkenntnis, die für immer mehr Aufsehen sorgt. Doch ein Problem rückt damit immer weiter in den Vordergrund: der Fleischkonsum. Was es mit diesem möglichen Trend auf sich hat, erfahren Sie hier.

Die Weltbevölkerung wächst und mit ihr der allgemeine Wohlstand. Was als positive Entwicklung gilt, bringt aber immense Herausforderungen mit sich - nicht zuletzt bei der Ernährung. Denn Schätzungen zufolge werden bis 2050 ca. 10 Milliarden Menschen die Welt bewohnen, die mit steigendem Wohlstand mehr Fleisch konsumieren wollen. Doch Fleisch ist kein unendliches Gut und Viehzucht bringt erhebliche Probleme mit sich. Hierzu ein paar Zahlen:

- Nutztiere verantworten 51% aller vom Menschen verursachten Treibhausgase.[1]

- Viehwirtschaft benötigt Schätzungen zufolge 20%-33% der weltweiten Frischwasservorkommen.[2]

- Bereits 2003 machte die World Bank darauf aufmerksam, dass Viehzucht der Hauptreiber der Waldrohdung im Amazonas ist.[3] Inzwischen wurden mehr als 750'000 km2 Regenwald in dieser Region zerstört – eine Fläche grösser als das Land Chile.[4]

Es ist daher nachvollziehbar, dass eine immer größer werdende Gegenbewegung entsteht, die dem Fleischkonsum den Kampf ansagt. Hierzu zählen prominente Namen wie Leonardo DiCaprio, der mit seinem Film «Cowspiracy» auf das Thema aufmerksam macht, und Bill Gates, der mit diversen Investitionen junge Unternehmen im Bereich Fleischersatz finanziert. Zu diesen jungen Unternehmen gehört auch Beyond Meat – ein Startup welches mit veganen Burgern die Welt begeistert, da die Konsistenz sehr an echtes Fleisch erinnert.

Doch auch etablierte Firmen wie Nestlé und Unilever beginnen sich ein Fleischersatz-Portfolio aufzubauen. Grund hierfür sind aussagekräftige Studien und Prognosen, die einen Trend erkennen lassen. So wurde letztes Jahr ermittelt, dass in den USA bereits 39% der Konsumenten aktiv versuchen mehr pflanzenbasierte Nahrung zu kaufen.[5] Und bis 2040 soll der Anteil an «echtem» Fleisch auf 40% fallen. Kultiviertes Fleisch – also synthetisch hergestellt – soll hingegen auf 35% Marktanteil kommen und 25% auf vegane Fleischersatzprodukte.[6] Das Potential wird in absoluten Zahlen noch deutlicher. Aktuell beziffert sich der globale Fleischmarkt auf USD 1.4 Billionen - wenn man also damit rechnet, dass in 10 Jahren der Anteil von Fleischersatzprodukten auf 10% steigt, so läge der Umsatz bei USD 140 Milliarden.[7]

Eine weitere Industrie, die von zunehmender Fleisch Substitution profitiert, ist die Fischzucht. Denn wertvolle Proteine im Fleisch, sind auch in Fisch wiederzufinden. So ist es nicht verwunderlich, dass in Zeiten von Afrikanischer Schweinepest mehr Fisch konsumiert wird. Alleine in China liegen aktuell bis zu 200 Millionen Schweine der Krankheit zum Opfer. Eine Impfung gibt es bislang nicht, sodass ein Ende der Epidemie nicht in Aussicht steht. Schweinefleisch wird somit nicht nur rar, sondern auch teuer, weswegen erzwungenermaßen die Diät auf Alternativen wie Fisch umgeschichtet wird.[8] Und einen weiteren Vorteil gibt es auch: Fischzucht ist durch eine effizientere Futterverwertung deutlich nachhaltiger. Wie die untenstehende Statistik aufzeigt, benötigen Lachse knapp dreimal weniger Futter als Schweine. Rinder benötigen sogar 7kg an Futter, um das eigene Körpergewicht um ein Kilogramm zu erhöhen.

Das Partizipations-Zertifikats auf den „Alternative Protein Basket“, nimmt Bezug auf diesen Trend. Der Basket bildet die Kursentwicklungen von 22 Unternehmen ab, die Fleischersatzprodukte anbieten oder entwickeln. Eine Aufzählung der Basiswerte mit anfänglicher Gewichtung finden Sie in den Endgültigen Bedingungen, Anpassungen der Basketzusammensetzung sind möglich. Der Wert des Partizipations-Zertifikats während der Laufzeit wird maßgeblich von der Kursentwicklung der Basiswerte beeinflusst. Der Anleger trägt das Emittenten- und Fremdwährungsrisiko. Die Produkte sind nicht kapitalgeschützt - im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich.

[1] http://www.worldwatch.org/files/pdf/Livestock%20and%20Climate%20Change.pdf

[2] https://waterfootprint.org/media/downloads/Mekonnen-Hoekstra-2012-WaterFootprintFarmAnimalProducts.pdf
[3] http://documents.worldbank.org/mwg-internal/de5fs23hu73ds/progress?id=2MuAiuTyTsciUDe49yXujEHjqNJLxCYc_3SjSjQlmic,
[4] https://rainforests.mongabay.com/amazon/amazon_destruction.html
[5] https://www.nielsen.com/us/en/insights/article/2018/plant-based-food-options-are-sprouting-growth-for-retailers/
[6] https://www.theguardian.com/environment/2019/jun/12/most-meat-in-2040-will-not-come-from-slaughtered-animals-report
[7] https://www.cnbc.com/2019/05/23/alternative-meat-to-become-140-billion-industry-barclays-says.html
[8] https://www.welt.de/wirtschaft/article193864771/China-Bis-zu-200-Millionen-Tiere-Opfer-der-Schweinepest.html

Ausgewählte Risiken:

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31.07.2021 06:50:10

 
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