Allianz avisiert Produktivitätsanstieg durch Verringerung der Komplexität

Allianz avisiert Produktivitätsanstieg durch Verringerung der Komplexität

Donnerstag, 22. Februar 2018Lesezeit: 2 Minuten

Die Allianz ist profitabler als vor der Finanzkrise. Trotzdem bemängelte Vorstandsvorsitzender Oliver Bäte auf der Bilanzpressekonferenz, dass die Komplexität im Versicherungsgeschäft reduziert werden müsste, um Kosten zu senken. Dazu werde der Versicherer Produkte und Prozesse vereinfachen, um langfristig im Wettbewerb mit den US-Internetgiganten zu bestehen, berichtet die Börsenzeitung. Des weiteren stiegen Umsatz, operativer Gewinn und Dividende auf Rekordhöhe.

Die Allianz erzielte trotz Dollarschwäche, zahlreicher Naturkatastrophen und anhaltenden Niedrigzinsen operative Erfolge. Der Umsatz stieg um 3% auf den Höchstwert von EUR 126 Mrd.. Auch der operative Gewinn stieg ein wenig auf EUR 11,1 Mrd., der höchste Wert jemals. Der Vorstand rechnet für 2018 mit einem operativen Ergebnis von EUR 10,6 Mrd. bis EUR 11,6 Mrd. Der Versicherer profitiere zudem von der US-Steuerreform und von den vergleichsweise geringen Belastungen aus Naturkatastrophen. Dessen Solvenzquote beträgt 229%, die am oberen Ende der Zielspanne von 180% - 220% liegt.

Senkung der Kostenquote

Der größte Erstversicherer Europas müsse in der Sach- und Lebensversicherung strukturell auf ein höheres Produktivitätsniveau kommen. Daher werden Produktvarianten konsequent reduziert. Beispielsweise biete die deutsche Betriebshaftpflichtversicherung ca. 340 Produktvarianten an, kritisierte Bäte. Die Kostenquote in der Sachsparte solle um 0,3 Prozentpunkte gesenkt werden. Diese liegt derzeit bei 28,7%. Eine höhere Produktivität werde im laufenden Jahr auch durch Personalabbau unterstützt.

Aktienrückkauf pausiert

Die Investoren sind zufrieden: Seit Bätes Amtsantritt im Jahr 2015 hat sich die Allianz besser geschlagen als die 600 größten europäischen Versicherer im Durchschnitt. Die Stabilität des Aktienkurses wird sich jedoch zeigen, wenn die Allianz im Laufe des Jahres den Aktienrückkauf aufgrund des volatilen Kapitalmarktes pausiert. Die Allianz hat im vergangenen Jahr EUR 6,4 Mrd. an seine Aktionäre zurückgezahlt (inklusive Rückkauf). Vor Bätes Amtsantritt waren es nur EUR 2,4 Mrd. im Jahr 2014. Für die laufende Periode rechnet er mit mindestens EUR 5,4 Mrd. Der Versicherer wird dafür die Dividende für das Jahr 2017 um 5% auf den Rekordwert von EUR 7,60 auf EUR 8,00 je Aktie erhöhen.

Die Allianz-Aktie wird aktuell bei EUR 190,68 (22.02.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 205,45 (23.01.2018), das Jahrestief bei EUR 156,82 (27.02.2017). Bei Bloomberg setzen 15 Analysten die Aktie auf Kaufen, 19 auf Halten und 2 auf Verkaufen. Bloomberg Analysten setzen aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 212,21.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

 

Wichtige Risiken:

Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

02.03.2021 03:27:43

 
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