Ölpreise stiegen um mehr als 7% an

Ölpreise stiegen um mehr als 7% an

Dienstag, 27. Februar 2018Lesezeit: 4 Minuten

In den letzten beiden Handelswochen zogen die Ölpreise um mehr als 7 Prozent an, obwohl sich im gleichen Zeitraum bei Brent als auch bei WTI die spekulativen Finanzanleger zurückgezogen haben. Rückenwind könnte den Preisen die sich aufhellende fundamentale Lage verliehen haben. Die US-Zinsen sind in den letzten Wochen weiter angestiegen und haben die Renditen in anderen Währungsräumen mitgezogen. Die Zinsen bremsten den Aufwärtsdrang der Aktienkurse. Dem Goldpreis konnten sie aber wenig anhaben. Das Industriemetall Aluminium ist schwächer in die neue Handelswoche gestartet. Aus Expertensicht sind die Preise derzeit zu hoch. Der globale Markt bleibt überversorgt.

Rohöl: Ausbalancierungsprozess am Ölmarkt nahezu abgeschlossen

Die Ölpreise setzten ihren Anstieg zu Beginn der neuen Handelswoche fort. In den letzten beiden Handelswochen sind die Preise um mehr als 7 Prozent nach oben geklettert, obwohl sich bei Brent als auch bei WTI die spekulativen Finanzanleger zurückzogen und die Netto-Long-Positionen zuletzt drei Wochen in Folge abgebaut wurden.

Rückenwind könnte nach wie vor die fundamentale Lage verleihen, wonach der Trend beim Abbau der Öllagerbestände anhalte. Vergangene Woche vermeldeten sowohl der US-Interessenverband American Petroleum Institute (API) als auch das US-Energieministerium überraschende Rückgänge der Ölreserven in den Vereinigten Staaten in der Woche zuvor.

Nach Ansicht der HSH Nordbank ist der Ausbalancierungsprozess am Ölmarkt nahezu vollständig abgeschlossen. Alle ihm zur Verfügung stehenden Lagerbestandsdaten deuteten darauf hin, dass der Öllagerüberhang abgebaut worden sei, so Ölexperte Jan Edelmann. Auch die Messung der Lagerbestände der OPEC hätten in ihrem jüngsten monatlichen Lagebericht zu den Ölmärkten berichtet, dass im vierten Quartal der Lagerüberhang auf 74 Mio. Barrel, nach 150 Mio. Barrel in Vorquartal, geschrumpft sei. Laut IEA betrage der Überschuss gar nur noch 60 Mio. Barrel per Ende Dezember, wohingegen erste Schätzungen für Januar einen Rückgang auf nunmehr 5 Mio. Barrel signalisierten.

All dies wären für die OPEC Argumente, spätestens auf der nächsten formellen Sitzung im Juni den Ausstieg aus den Kürzungsmaßnahmen zu beschließen, so Edelmann weiter. Der Ölexperte tritt dafür ein, zügig aus dem Abkommen auszusteigen. „Ein Festhalten an den Förderkürzungen würde zu einem ungewollt deutlichen Abbau der Lagerbestände führen, was nicht nur die Ölpreise weiter antreiben sollte, sondern auch die Ölpreis- und Gewinnvolatilität in die Höhe treiben dürfte“. Dies könne nicht im Interesse der OPEC-Staaten und Russlands sein.

Eine höhere Ölpreis- und Gewinnvolatilität könnte zu einer niedrigeren Bewertung der Vermögenswerte eines Öl-Unternehmens führen. Außerdem wäre zu erwarten, dass eine Übertreibung der OPEC beim Lagerabbau auch eine stärkere Reaktion des US-Schieferölsektors hervorruft.

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Gold: Auch im Falle steigender Zinsen bleibt Gold interessant

Die US-Zinsen sind in den letzten Wochen weiter angestiegen und haben die Renditen in anderen Währungsräumen mitgezogen. Die Zinsen bremsten den Aufwärtsdrang der Aktienkurse. Dem Goldpreis konnten die erhöhten Zinsen indes wenig anhaben. Die Notierung hielt sich jüngst noch über der Marke von 1.350 US-Dollar je Feinunze auf. Freilich spielte hier der schwache Dollar eine günstige Rolle. Seitdem der Greenback wieder aufwertet, steht Gold unter Druck.

Zu Wochenbeginn handelte das Edelmetall wieder über der Marke von 1.330 US-Dollar je Unze. Für den Goldpreis könnte ein Umfeld niedriger Realzinsen tendenziell positiv sein: Die Kosten der Goldhaltung in Form entgangener Zinserträge sind überschaubar, und die Nachfrage nach Edelmetallen zu Wertaufbewahrungszwecken könnte erhalten bleiben.

Aber auch in dem Fall, dass es zu steigenden Realzinsen kommt, bleibe Gold aus Anlegersicht weiterhin interessant. Diese Ansicht vertreten die Experten von Degussa Goldhandel. In diesem Falle sei die Wahrscheinlichkeit, dass eine echte Zinswende (Zinsen auf „normalem“ Niveau) zu Problemen in der internationalen Wirtschafts- und Finanzarchitektur führe, groß: „Steigen die Zinsen, die zuvor gesenkt wurden, werden die Investitionen, die unter künstlich gesenkten Zinsen begonnen wurden, unrentabel“. Die Folgen wären: Unternehmen kürzten ihre Produktion, und die Arbeitslosigkeit würde zunehmen. „Steigende Zinsen verteuern zudem Kreditnehmern die Refinanzierung ihrer fälligen Kredite. Kommt es zu Kreditausfällen, wird es heikel für das gesamte Schuldgeldsystem und die Konjunktur“, so Degussa.

Vor diesem Hintergrund sei aus Sicht der Edelmetall-Experten früher oder später mit einer Belebung der Goldnachfrage zu rechnen - aufgrund der beschriebenen Wertaufbewahrungs- und auch Versicherungszwecken. Die Erfahrung zeige, dass Gold anders als etwa Bankeinlagen über lange Zeiträume seine Kaufkraft bewahrt und zuweilen auch vergrößert habe. Zudem trage Gold kein Zahlungsausfall- bzw. Kreditausfallrisiko. Gold verliere selbst im Zuge von Bankpleiten und Schuldenstreichungen seinen (Tausch-)Wert nicht. Damit deckten Edelmetalle einen Risikoaspekt ab, der im Zuge einer echten Zinswende relevant werden könnte.

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Aluminium: Globaler Markt bleibt gut versorgt

Das Industriemetall Aluminium ist schwächer in die neue Handelswoche gestartet. Die Notierung konnte die markante 2.200 Dollar-Schwelle (je Tonne) nicht halten und rutschte in Richtung 2.100 Dollar ab - das ist der Stand von Anfang Februar.

Das International Aluminium Institute hat Ende vergangener Woche Zahlen zur chinesischen Aluminiumproduktion veröffentlicht. Demnach hat der weltgrößte Hersteller im Januar 2,88 Mio. Tonnen Aluminium produziert. Dies waren laut den Analysten der Commerzbank rund 6 Prozent mehr als im Vormonat und nur 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Der geringe Rückgang im Vorjahresvergleich ist insofern beachtlich, als dass die Behörden über die Wintermonate aus Umweltschutzgründen Produktionskürzungen bei Aluminium von bis zu 30 Prozent angeordnet hatten. „Eigentlich sollte die Aluminiumproduktion bis Mitte März gedrosselt bleiben, die chinesischen Aluminiumschmelzen hatten aber bereits im Dezember schon wieder deutlich mehr Aluminium hergestellt“, konstatierte die Commerzbank.

Die Analysten erwarten, dass angesichts der hohen Preise die chinesischen Aluminiumhersteller ihre Produktion in den nächsten Monaten weiter ausweiten dürften. Dies könnte sich auch in höheren Exporten widerspiegeln. Jüngste Handelsdaten bestätigen diese Annahme. Trotz der Produktionsdrosselung sind die Exporte von Aluminiumprodukten im Dezember und Januar deutlich angestiegen. „Der globale Aluminiummarkt bleibt gut versorgt“, resümierten die Fachleute der Commerzbank. „Die hohen Preise sind unseres Erachtens nicht gerechtfertigt“.

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02.03.2021 02:41:40

 
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