Aegon, Axa, Allianz – europäische Versicherer auf  Digitalisierungskurs

Aegon, Axa, Allianz – europäische Versicherer auf Digitalisierungskurs

Montag, 19. August 2019Lesezeit: 5 Minuten

Dass die Digitalisierung unsere Welt nach und nach verändert, wird in allen möglichen Geschäftsbranchen mittlerweile als Selbstverständlichkeit und Chance angesehen. Auch die Chief Information Officers großer Versicherungsunternehmen spüren immer mehr den Druck, den digitalen Kundenwünschen gerecht zu werden und sich gegenüber der Konkurrenz schneller und besser zu entwickeln.

Axa

Als der französische Versicherungskonzern Axa am 1. August die Zahlen des ersten Halbjahres veröffentlichte, waren die Anleger zunächst getrennter Meinung über die Einordnung der Ergebnisse. Auf der einen Seite fielen die Reingewinne des zweitgrößten europäischen Versicherungsunternehmens in der ersten Hälfte 2019 um 17%, verglichen zur ersten Vorjahreshälfte. Im Gegensatz zu den im H1 2018 erwirtschafteten EUR 2,80 Mrd. konnte im diesjährigen ersten Halbjahr lediglich einen Reingewinn von EUR 2,33 Mrd. eingenommen werden. Auf der anderen Seite waren die genannten Rückgänge im Reingewinn nicht auf einen Einbruch der Geschäftstätigkeiten zurückzuführen, sondern auf eine marktbedingte geringere Bewertung von Absicherungsderivaten als auch auf die Restabschreibung des 38,9 prozentigem Anteil an der Axa Equitable Holdings. Zudem konnten die Gesamtumsätze im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf EUR 57,95 Mrd. gesteigert werden.

Im Rahmen der Digitalisierung bekommt die Axa in Zukunft Unterstützung eines US-Amerikanischen Start-Ups. Der junge New Yorker Onlineversicherer Lemonade wurde zwar erst vor vier Jahren gegründet, konnte aber bereits mehr als USD 480 Mio. an Frühfinanzierung einfahren und bereitet sich nun zusammen mit Axa Deutschland als Partnerunternehmen auf die Expansion im europäischen Markt vor. Per App oder Website bietet Lemonade in Europa zur Zeit Haftpflicht- und Hausratversicherungen mit Beiträgen von unter 5 Euro monatlich an – Anmeldung, Abwicklung und Schadenserstattung sollen hierbei komplett online, schnell und einfach zu bearbeiten sein.

Axa wird zunächst ausschließlich als Rückversicherer von Lemonade auftreten, weitere zukünftige Partnerschaften werden jedoch nicht ausgeschlossen. Vorstand des Bereichs Sachversicherung von Axa Deutschland, Nils Reich, erhofft sich von der Kooperation „die Marktexpertise und das weitreichende Netzwerk eines globalen Konzerns mit der Geschwindigkeit und Einfachheit eines innovativen Geschäftsmodells verbinden zu können.“ Lemonade bringe einen nötigen Schub und „frischen Wind“ in den Versicherungsmarkt Deutschland, so Reich.

Aegon

Der niederländische Versicherer und Vermögensverwalter Aegon präsentierte ebenfalls seine Zahlen zum ersten Halbjahr am letzten Donnerstag (15.08.2019). Trotz eines leichten Rückgangs des Vorsteuerergebnisses von EUR 1,06 Mrd. im Vorjahr auf aktuell EUR 1,01 Mrd., konnten die Niederländer den Nettogewinn des Halbjahres um 26 Prozent auf insgesamt EUR 618 Mio. erhöhen. Aktionäre freuten sich zusätzlich über die in Aussicht gestellte Erhöhung der Dividende – von 14 Cent im letzten Jahr steigt die Dividende voraussichtlich auf 15 Cent pro Aktie für 2019.

Um auch in Zukunft weiterhin wachsen zu können verlässt sich Aegon vermehrt auf die Frühfinanzierung junger Insure- und Fintech Unternehmen. Mit dem Corporate Venture Capital Arm Transamerica Ventures verwaltet Aegon ein Vermögen in Höhe von EUR 140 Mio. Hinter der Investmentideologie verbirgt sich hauptsächlich der Plan, durch junge Unternehmen lernen zu können und sich zusammen in die richtige Richtung zu entwickeln – Die Überrendite der Investition wird als zweitrangiges Kriterium betrachtet. „Wenn wir nicht wirklich sicher sind, ob eine Investition zu Aegon passt, dann tun wir es einfach nicht. Eine weitere Gelegenheit wird sicher kommen.“, so Transamerica Ventures CEO Georg Schwegler. Zu den aktuellen Investments zählen u.a. das kalifornische Cyber Security Unternehmen CipherCloud sowie die deutsche Kreditplattform Auxmoney.

Bereits 2017 beteiligte sich Aegon bei Auxmoney mit EUR 15 Mio. Insgesamt EUR 1,5 Mrd. wollte der Versicherer damals in den nächsten 3 Jahren über die Plattform verleihen. Aegon sieht in der Partnerschaft mit Auxmoney eine Möglichkeit trotz aktuellem Niedrigzinsumfeld gute Konditionen auf verliehenes Kapital zu erhalten.

Allianz

Bereits Anfang des Monats veröffentlichte die Allianz aktuellste Zahlen zum abgelaufenen ersten Halbjahr. Besonders ein schwungvolles Neugeschäft im Bereich Lebensversicherung verhalf der Allianz zum Anstieg des operativen Quartalsergebnisses um fünf Prozent, verglichen zum Vorjahr. Die Beitragseinnahmen konnten um 15 Prozent auf insgesamt EUR 22 Mrd. gesteigert werden, wobei Mehrbeiträge der Lebensversicherungssparte um 41 Prozent gestiegen sind. Den größten Beitrag zum guten Ergebnis lieferte der Bereich Sachversicherung. Das operative Ergebnis konnte hierbei um 36 Prozent zum Vorjahr erhöht werden und belief sich auf EUR 481 Mio. Ein Blick auf das Endergebnis zeigt jedoch, dass die Allianz aktuell nur sehr mäßig wächst. Der Nettogewinn bewegte sich im Vorjahresvergleich kaum. Von EUR 786 Mio. in 2018 konnte der Nettogewinn gerade mal EUR 6 Mio. auf aktuell EUR 792 Mio. gesteigert werden.

Eine aktuell sehr kostspielige Baustelle im gesamten Konzern ist die Digitalisierung aller Geschäftsbereiche und deren Systeme. Um bestens auf die kommende Zeitwende vorbereitet zu sein versucht der Konzern intern an Komplexität zu verlieren und sich insgesamt schlanker und digitaler zu präsentieren. Konkrete Pläne nannte CEO Oliver Bäte bisher nur zwei. Erstens, soll das Angebot für Kunden und Interessenten kompakter und einfacher zu verstehen sein. Zweitens möchte die Allianz ihren brandneuen weltweiten Online-Versicherungsdienstleister „Allianz Direct“ weiter aufbauen und spätestens im November dieses Jahres an den Start bringen.

Jüngste Neuigkeiten verrieten die Pläne von Allianz, eine Handy-App zum mobilen Bezahlen für iPhones herauszubringen. Mit der Hoffnung dadurch neue Kunden anlocken zu können, wird „Allianz Pay&Protect“ eher als Kundenbindungsinstrument angesehen, so Vorstandsmitglied Bernd Heinemann. Die App ermöglicht jedemn iPhone bzw. Apple Watch Nutzer daszum Bezahlen per Apple Pay an der Kasse oder im Internet. Gleichzeitig sind alle getätigten Transaktionen automatisch gegen Zahlungs- und Lieferausfälle versichert.

Die Aktien im Überblick

Die Axa Aktie wird aktuell bei EUR 21,70 (19.08.2019) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 23,98 (17.07.2019), das Jahrestief bei EUR 18,39 (27.12.2018). Bei Bloomberg setzen 25 Analysten die Aktie auf BUY, 3 auf HOLD und kein Analyst auf SELL.

Die Aegon Aktie wird aktuell bei EUR 3,61 (19.08.2019) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 5,81 (25.09.2019), das Jahrestief bei EUR 3,43 (15.08.2019). Bei Bloomberg setzen 11 Analysten die Aktie auf BUY, 13 auf HOLD und 2 Analysten auf SELL.

Die Allianz Aktie wird aktuell bei EUR 200,50 (19.08.2019) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 219,05 (16.07.2019), das Jahrestief bei EUR 170,46 (27.12.2018). Bei Bloomberg setzen 22 Analysten die Aktie auf BUY, 9 auf HOLD und ein Analyst auf SELL.

 

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko: Protect Multi Aktienanleihen beziehen sich auf mehrere Basiswerte, womit der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos ist, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten auch beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags in der Regel der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sogenannte Worst-of-Strukur), das heißt, dass das Risiko eines Verlustes des investierten Kapitals bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher ist als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Wichtige Hinweise:
Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

22.09.2019 22:14:19

 
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