Die Krisen Profiteure

Die Krisen Profiteure

Mittwoch, 25. März 2020Lesezeit: 4 Minuten

Seit dem Ausbruch der Covid-19 Pandemie bekommen viele Unternehmen Rund um den Globus die negativen Auswirkungen der Krise zu spüren. Einbrechende Nachfrage im Tourismus, abreißende Lieferketten in der Textilindustrie und Kurzarbeit, als direkte Folge ausbleibender Aufträge, bei den Zulieferern der Automobilindustrie sind nur einige Beispiele hierfür. Doch während das Coronavirus eine Vielzahl von Unternehmen in eine existenzbedrohende Notlage versetzt, existieren einige Unternehmen, die aufgrund der aktuellen Entwicklung einen wirtschaftlichen Aufschwung verspüren.

 

Steigende Nachfrage nach Desinfektionsmitteln

Sie gehören zu den offensichtlichsten Gewinnern der Corona-Krise. Herstellern von Desinfektionsmitteln werden ihre Produkte förmlich aus den Händen gerissen. Ob einfache Handdesinfektionen oder die Großflächendesinfektionen an Arbeitsstätten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Den gegenwärtigen Nachfrageüberschuss nach den Reinigungsmitteln können Konsumenten in Form leerer Regale in Supermärkten und Drogerien beobachten. Vor allem Sagrotan, dessen Markennamen, ähnlich wie es bei Tempo und Papiertaschentüchern der Fall ist, als Synonym für Desinfektionsmittel genannt wird, ist zurzeit stets ausverkauft. Produzent von Sagrotan ist der britische Konsumgütergigant Reckitt Benckiser, der neben Sagrotan auch andere weltbekannte Marken wie beispielsweise Clearasil, Calgon und Cillit Bang sein eigen nennt. Um die Gunst der Stunde zu nutzen hat das Unternehmen seine Produktionskapazitäten massiv gesteigert. Seit dem Ausbruch des Coronavirus sind Überstunden und Wochenendarbeit Alltag an den Produktionsstätten von Sagrotan. Eine Situation, die sich während der kommenden Wochen auch kaum ändern dürfte.

Pharmabranche forscht mit Hochdruck

Während sich Arzneimittelhersteller und Biotechunternehmen derzeit ein Wettrennen auf der Suche nach einen wirksamen Impfstoff liefern, profitiert die Schweizer F. Hoffmann-La Roche AG schon jetzt von der Covid-19 Pandemie. Denn der umsatzstärkste Pharmakonzern der Welt vertreibt neben Medikamenten auch Diagnosetests, die zur Identifizierung von Coronaerkrankungen verwendet werden. So erteilte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA vergangene Woche eine Notfall-Zulassung für den Cobas SARS-CoV-2-Test von Roche, als der Baseler Konzern einen ersten Durchbruch in der schnellen und breiten Diagnose des neuartigen Coronavirus vermelden konnte. Dieser Test eröffnet Forschungseinrichtungen und Krankenhäusern die Möglichkeit bis zu 4.000 Proben innerhalb von 24 Stunden auf das neuartige Virus zu untersuchen. Bereits vergangenen Freitag wurden die ersten 400.000 Corona-Test-Kits in die USA ausgeliefert. Da zukünftig alleine mit den USA eine wöchentliche Lieferung von weiteren 400.000 Corona-Tests vereinbart wurde, werden die Produktionskapazitäten bei Roche stündlich entsprechend ausgeweitet, so dass auf Monatsbasis inzwischen Tests im zweistelligen Millionenbereich zur Verfügung stehen sollen.

Hohe Handelsumsätze an den Börsen

Sorgte das Corona-Virus in den vergangenen Wochen für Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten und schickte die Kurse der meisten Aktien auf Talfahrt, erfreuen sich, entgegen des aktuellen Trends, vor allem die Anteilsscheine der Börsenbetreiber bei Anlegern großer Beliebtheit. Ein Anstieg bei den ausgeführten Wertpapiertransaktionen und Handelsumsätzen lässt allen Anschein nach bei Investoren die Hoffnung auf gute Geschäftszahlen in den kommenden Monaten aufkeimen. So konnte beispielsweise die Deutsche Börse AG im Februar einen Anstieg der Kassamarktumsätze in Höhe von 58%im Vergleich zum Vormonat vermelden. Laut Aussage des Unternehmens war der 28 Februar mit 2,8 Mio. ausgeführten Transaktionen und einem Handelsvolumen von EUR 18,6 Mrd. der umsatzstärkste Handelstag auf dem Handelssystem Xetra seit der Finanzkrise 2008 gewesen. Sollte sich dieser Trend auch in den kommenden Monaten fortsetzten, könnte sich auch die Trägerin des Frankfurter Wertpapierhandels zu jenem Kreis von Unternehmen zählen, die vom Ausbruch der Covid-19 Pandemie wirtschaftlich profitieren.

Die Aktien im Überblick

Die Aktie von Reckitt Benckiser wird aktuell bei GBp 5.956,00 (24.03.2020) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei GBp 6.744,00 (19.02.2020) und das Jahrestief bei GBp 5.136,00 (16.03.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 16 Analysten die Aktie auf BUY, 7 auf HOLD und 3 Analysten setzt sie auf SELL.

Der Genussschein von Roche AG wird aktuell bei CHF 246,20 (24.03.2020) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei CHF 254,45 (21.06.2019) und das Jahrestief bei CHF 226,45 (11.05.2019) erreicht. Bei Bloomberg setzen 19 Analysten die Aktie auf BUY, 8 auf HOLD und 2 Analysten setzt sie auf SELL.

Die Aktie der Deutsche Börse AG wird aktuell bei EUR 108,90 (24.03.2020) gehandelt. Das Jahreshoch wurde bei EUR 158,90 (19.02.2020) und das Jahrestief bei EUR 93,24 (16.03.2020) erreicht. Bei Bloomberg setzen 12 Analysten die Aktie auf BUY, 13 auf HOLD und 1 Analysten setzt sie auf SELL

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

Ausgewählte Risiken: 

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Wichtige Hinweise: Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

08.04.2020 04:46:06

 
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