Handelskrieg – Auswirkungen auf Huaweis Europageschäft?

Handelskrieg – Auswirkungen auf Huaweis Europageschäft?

Mittwoch, 16. Oktober 2019Lesezeit: 4 Minuten

Die USA hat Europa geraten, Huawei von dem 5G-Netzausbau auszuschließen. Aufgrund eines chinesischen Sicherheitsgesetzes sei das Unternehmen grundsätzlich nicht vertrauenswürdig und könnte seine Produkte zu Spionagezwecken nutzen. Dieser Ausschluss ist den USA so wichtig, dass sie darüber nachdenken, der europäischen Konkurrenz (Nokia, Ericsson) Kredite zu gewähren. 

Der Handelskrieg zwischen den USA und China

Die Finanzmärkte befinden sich seit gut einem Jahr im Bann des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass eine neue Nachricht die Märkte in die eine oder andere Richtung bewegt. Der Handelsdisput ist jedoch nur ein Teil einer größeren, tieferliegenden geopolitischen Verschiebung. Es geht um den Kampf um eine neue Weltordnung und darum, wer die nächste digitale Supermacht wird.

Vor diesen politischen Diskussionen sind auch die Unternehmen der jeweiligen Länder nicht sicher. Der zweitgrößte Smartphonehersteller weltweit, Huawei, sah sich erst kürzlich mit heftigen Spionagevorwürfen konfrontiert, die große Auswirkungen auf die Partizipation des Unternehmens an dem 5G-Netzausbau in Europa mit sich zogen.

Spionagevorwürfe gegen Huawei

Der Vorwurf der Spionage wurde gegen Huawei erstmals von den USA geäußert. Diese Vorwürfe führten dazu, dass die USA auch Europa geraten hat Huawei nicht am 5G-Netzausbau zu beteiligen. In seinem Interview mit dem Handelsblatt äußerte sich der Chef der US-Telekommunikationsaufsicht entsprechend kritisch: „Wir glauben, dass selbst mit einem No-Spy Abkommen die Risiken zu groß sind“. Das begründete Herr Pai mit dem nationalen Sicherheitsgesetz in China, „das jedes Unternehmen unter chinesischer Rechtsprechung verpflichtet, Anweisungen der Sicherheitsorgane zu befolgen“. Das unterstreiche, dass Huawei grundsätzlich nicht vertrauenswürdig sei. Es wurde also empfohlen, das chinesische Unternehmen vom 5G-Netzausbeu in Europa gänzlich auszuschließen.

Bedenken werden auch in Europa geäußert

Jüngst prüfte - neben den USA und Großbritannien - auch die Regierung von Norwegen den Ausschluss von Huawei beim Aufbau der für den neuen Mobilfunkstandard 5G notwendigen Infrastruktur. Norwegen teilte ebenfalls die Bedenken, dass Huawei zu einem der Hauptakteure bei den diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und China geworden sein könnte. Seit gestern ist nun endgültig klar, dass die US-Regierung hier ernst machen möchte. Die USA prüfen, ob sie europäische Telekommunikationsunternehmen wie Nokia oder Ericsson finanziell unterstützen sollen. Damit möchten sie den chinesischen Giganten schwächen, berichtet die Financial Times.

Mögliche Förderung aus den USA für Nokia und Ericsson

Die Regierung um Donald Trump befürchtet, dass das chinesische Unternehmen im Wettlauf um die nächste Generation von Mobilgeräten zu dominant werden könnte. Nun schlagen sie vor, europäischen Unternehmen wie Nokia oder Ericsson Kredite zu gewähren. Damit soll den großzügigen Finanzierungskonditionen, die Huawei seinen Kunden bietet, entgegengewirkt werden.

Ericsson sowie Nokia könnten dank einem ähnlichen Produktportfolio wie Huawei dadurch Marktanteile gewinnen. Es gibt bereits Telekommunikationsunternehmen, die künftig nicht mehr mit Huawei zusammenzuarbeiten möchten, sondern auf einen anderen Anbieter setzen.

Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: Das Telekomunternehmen Salt setzt beim Bau des 5G-Netzes auf Nokia als Netzwerkausrüster. Der finnische Konzern war bisher der Netzwerkausrüster des drittgrößten Schweizer Mobilfunkers. Damit setzt jeder Schweizer Mobilfunkanbieter auf einen anderen Lieferanten: Die Swisscom hat Ericsson und Sunrise Huawei für den Bau des 5G-Netzes gewählt.

Die Aktie im Überblick

Die Nokia Aktie wird aktuell bei EUR 4,59 (15.10.2019) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 5,75 (28.01.2019), das Jahrestief bei EUR 4,256 (15.05.2019). Bei Bloomberg setzen 23 Analysten die Aktie auf BUY, 8 auf HOLD und 2 Analysten auf SELL.

Die Ericsson Aktie wird aktuell bei EUR 7,72 (15.10.2019) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 9,136 (23.04.2019), das Jahrestief bei EUR 6,924 (29.08.2019). Bei Bloomberg setzen 11 Analysten die Aktie auf BUY, 11 auf HOLD und 2 Analysten auf SELL.

Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.


Ausgewählte Risiken:

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Wichtige Hinweise:
Diese Information ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlagestrategie- oder Anlageempfehlung, sondern Werbung. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition verbundenen Risiken, sind in dem Basisprospekt, nebst etwaiger Nachträge, sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen beschrieben. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Es wird empfohlen, dass potenzielle Anleger diese Dokumente lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollständig zu verstehen. Die Dokumente sowie das Basisinformationsblatt sind auf der Internetseite des Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland, unter prospectus.vontobel.com veröffentlicht und werden beim Emittenten zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Produkte, die nicht einfach sind und schwer zu verstehen sein können. In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Dieses Dokument und die in ihm enthaltenen Informationen dürfen nur in solchen Staaten verbreitet oder veröffentlicht werden, in denen dies nach den jeweils anwendbaren Rechtsvorschriften zulässig ist. Wie im jeweiligen Basisprospekt erklärt, unterliegt der Vertrieb der in diesem Dokument genannten Wertpapiere in bestimmten Rechtsordnungen Beschränkungen.

Ohne Genehmigung von Vontobel darf diese Werbung nicht vervielfältigt oder weiterverbreitet werden.

14.11.2019 12:36:46

 
So wollen wir miteinander diskutieren! Beachten Sie bitte unsere Blog-Netiquette.

 

Kommentar schreiben

 

  

 

  

 

* Pflichtfelder müssen ausgefüllt werden