1x1 der Hebelprodukte: Turbo-Optionsscheine

1x1 der Hebelprodukte: Turbo-Optionsscheine

Donnerstag, 22. November 2018Lesezeit: 4 Minuten

Turbo-Optionsscheine

Die Grundidee

Ein Turbo-Optionsschein mit Laufzeitbegrenzung des Typs Call verbrieft das Recht, bei Fälligkeit den Differenzbetrag zwischen dem am Bewertungstag maßgeblichen Referenzpreis und dem Basispreis ausgezahlt zu bekommen, während ein Turbo-Optionsschein des Typs Put das Recht verbrieft, bei Fälligkeit den Differenzbetrag zwischen dem Basispreis und dem am Bewertungstag maßgeblichen Referenzpreis ausgezahlt zu bekommen. Ein Turbo-Optionsschein Open-End bildet den Differenzbetrag zwischen dem Kurs des Basiswertes und dem Basispreis ab.

Damit der Anleger einen positiven Ertrag erzielt, muss der Basiswert bei einem Turbo-Optionsschein des Typs Call gegenüber dem Niveau zum Kaufzeitpunkt steigen, bei einem Turbo-Optionsschein des Typs Put fallen.

Der Basiswert

Der Basiswert ist das einem Turbo-Optionsschein zugrundeliegende Finanzinstrument (Aktie, Index, Währung oder Rohstoff). Die Wertentwicklung des Turbo-Optionsscheines und damit ein möglicher Rückzahlungserfolg am Laufzeitende sind maßgeblich abhängig von der Wertentwicklung des Basiswertes.

Das Bezugsverhältnis

Das Bezugsverhältnis gibt an, wie viele Turbo-Optionsscheine nötig sind, um eine Einheit des Basiswertes abzubilden. Bei Turbo-Optionsscheinen auf Aktien beträgt das Bezugsverhältnis oft 10:1 bzw. 0,1. D.h., zehn Turbo-Optionsscheine geben die Kursbewegung einer Aktie wieder (10:1) bzw. ein Turbo- Optionsschein bildet 0,1 Einheiten des Basiswertes ab (0,1). Bei Indizes hingegen beträgt das Bezugsverhältnis in der Regel 100:1 bzw. 0,01.

Ein Turbo-Optionsschein (Call) auf den DAX®, der am Bewertungstag bei einem Basispreis von 10.000 Punkten einen Referenzpreis von 11.000 Punkten hätte, würde in diesem Fall zu zehn Euro (11.000–10.000) : (100:1) zurückgezahlt.

 

Turbo-Optionsscheine mit begrenzter Laufzeit

Der Basispreis

Der Basispreis (englisch: Strike) eines Turbo-Optionsscheines ist relevant für die Abrechnung und Preisstellung des Turbo-Optionsscheines. Bei Vontobel entspricht der Basispreis eines Turbo-Optionsscheines stets auch der Knock-out-Barriere.

Die Knock-Out-Barriere

Berührt oder unterschreitet (Call) bzw. berührt oder überschreitet (Put) der Basiswert die Knock-out-Barriere, kommt es unmittelbar zum Eintritt des Knock-out- Ereignisses. In diesem Fall erhält der Anleger automatisch am fünften Bankarbeitstag nach dem Knock-out-Ereignis einen Betrag in Höhe von EUR 0,001 je Turbo-Optionsschein, was einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals gleichkommt.

Bleibt die Knock-out-Barriere unberührt, erhält der Anleger am Laufzeitende einen Abrechnungsbetrag, der der Differenz entspricht, um die der Referenzkurs des Basiswertes am Bewertungstag den Basispreis überschreitet (Call) bzw. unterschreitet (Put), jeweils dividiert durch das Bezugsverhältnis.

Berechnung des Preises

Der Preis eines Turbo-Calls mit begrenzter Laufzeit wird (ohne Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses) wie folgt berechnet: (Kurs des Basiswertes – Basispreis) + Aufgeld

Für den Turbo-Put gilt analog: (Basispreis - Kurs des Basiswertes) + Aufgeld

Das Aufgeld

Ein Turbo-Optionsschein ähnelt von der Funktionsweise einer Future-Position am Terminmarkt. Während Anleger dort die sogenannte Margin hinterlegen müssen, hat der Käufer eines Turbo-Optionsscheines nur den Differenzbetrag zwischen Basispreis und Kurs des Basiswertes aufzubringen, obwohl er an der gesamten Kursbewegung des Basiswertes partizipiert. Der fehlende Kapitaleinsatz wird wirtschaftlich betrachtet als Kredit vom Emittent bereitgestellt. Dafür fallen natürlich Finanzierungskosten an. Diese werden in Form des Aufgelds auf den inneren Wert erhoben. Das Aufgeld ist unabhängig von der impliziten Volatilität und wird bis zum Laufzeitende weitgehend linear abgebaut.


Turbo-Optionsscheine mit unbegrenzter Laufzeit

Die Knock-out Barriere

Die Knock-out-Barriere, die bei Produkten von Vontobel dem Basispreis entspricht, muss unberührt bleiben. Berührt oder unterschreitet (Call) bzw. überschreitet (Put) der Basiswert die Knock-out-Barriere, kommt es zum sofortigen Eintritt des Knock-out-Ereignisses und der Anleger erhält einen Betrag in Höhe von EUR 0,001 je Turbo-Optionsschein Open-End gutgeschrieben. Wirtschaftlich bedeutet dies einen Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Berechnung des Preises

Der Preis eines Turbo-Optionsschein Open-End Call wird (ohne Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses) grundsätzlich wie folgt berechnet: Kurs des Basiswertes - Basispreis

Für den Turbo-Optionsschein Open-End Put gilt analog: Basispreis - Kurs des Basiswertes.

Finanzierungskosten

Da die Papiere keine Laufzeitbegrenzung haben, ist das Übertragen der Finanzierungskosten durch ein Aufgeld, das sukzessive abgebaut wird, nicht möglich. Daher wird bei Turbo-Optionsschein Open-End täglich der Basispreis (und die Knock-out-Barriere entsprechend) angepasst. Aufgrund dessen können Anleger auch einen Totalverlust erleiden, wenn sich der Basiswert über einen längeren Zeitraum gar nicht bewegt. Vontobel veröffentlicht Anpassungen der Turbo-Optionsschein Open-End unter zertifikate.vontobel.com und leitet diese an Börsen und Finanzportale weiter.

Vorteile

Turbo Optionsscheine lassen sich mit geringem Kapitaleinsatz bei überdurchschnittlicher Beteiligung an der Kursentwicklung des Basiswerts in steigenden und fallenden Märkten einsetzen. Außerdem bieten Turbos eine hohe Transparenz, da die Produktpreise einfach zu berechnen sind und volatilitätsneutral sind. Durch ein geringeres Aufgeld sind Turbo-Optionsschein Open-End günstiger als Turbo-Optionsscheine mit begrenzter Laufzeit oder Mini Futures

Nachteile

Bei Erreichen der der Knock-out Barriere entsteht ein Totalverlust. Die Anpassung der Knock-out-Barriere erfolgt in regelmäßigen Abständen.

Häufig gestellte Fragen


Welche Parameter haben Einfluss auf das Kursverhalten?

Verschiedene Parameter haben während der Laufzeit Einfluss auf den Kurs des Optionsscheines. Dazu gehört insbesondere die Entwicklung des Basiswertes sowie dessen Schwankungsbreite (Volatilität), wenn sich der Kurs des Basiswertes der Barriere nähert. Daneben haben noch die Restlaufzeit (bei laufzeitbegrenzten Turbos), die Höhe des Hebels und bei Turbo-Optionsscheinen auf Aktien und Aktienindizes auch noch die Dividende einen Einfluss auf die Preisbildung beim Turbo- Optionsschein. Notiert der Basiswert in ausländischer Währung, beeinflusst zudem der jeweilige Wechselkurs den Preis des Turbo-Optionsscheines.

Was ist der Unterschied zwischen einem Optionsschein und einem Turbo-Optionsschein?

Anders als ein klassischer Optionsschein weist ein Turbo-Optionsschein des Typs Call während der Laufzeit nur dann einen positiven inneren Wert auf, wenn der Basiswert über der Knock-out-Barriere, die bei Produkten von Vontobel dem Basispreis entspricht, notiert. Ein Berühren oder Unterschreiten der Knock-out-Barriere führt zum sofortigen wertlosen Verfall des Turbo-Optionsscheines. Die Laufzeit endet in diesem Fall vorzeitig, und der Anleger erleidet einen Totalverlust seines eingesetzten Kapitals. Somit wird ein Turbo-Optionsschein des Typs Call nur dann mit einem inneren Wert die Laufzeit beenden, sofern es nicht vor dem Bewertungstag zum Eintritt eines Knock-out Ereignisses kommt. Daher ist die Preisberechnung bei beiden Produkten unterschiedlich.

Was ist der Unterschied zwischen einem Turbo-Optionsschein und einem X-Turbo-Optionsschein?

Basiswert ist regelmäßig eine Aktie, ein Index, ein Rohstoff, ein Future- Kontrakt oder eine Währung. Im Sonderfall, dass der X-DAX® den Basiswert darstellt (X-Turbo-Optionsscheine), sollten Anleger beachten, dass ein Knock-out-Ereignis zu den Handelszeiten des X-DAX® und des DAX® möglich ist, insgesamt also von 8.00 bis 22.00 Uhr. Das Risiko des Eintritts eines Knock-out-Ereignisses und eines damit verbundenen Totalverlusts des eingesetzten Kapitals ist bei X-Turbo-Optionsscheinen also deutlich erhöht, dies macht sie jedoch günstiger.

Wichtige Risiken:

Marktrisiko: Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs kann sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

20.08.2019 01:00:43

 
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